HDFC Banks Verteidigung in US-Sammelklage hängt von der MSRDC-Zahlungsfrage ab, sagen Experten
Wichtige Erkenntnisse
- •HDFC Bank sieht sich einer US-Sammelklage gegenüber, der zufolge Offenlegungen zu einer Zahlung an die MSRDC Anleger getäuscht haben sollen.
- •Experten zufolge hängt der Ausgang des Falls davon ab, ob die Zahlung als unabhängiges Sponsoring oder als Verschleierung zusätzlicher Zinszahlungen nachgewiesen wird.
- •Die ADRs der HDFC Bank werden an der New York Stock Exchange gehandelt, was sie US-Wertpapierklagen aussetzt.
- •Abizer Diwanji argumentierte, die Klage wiederverwerte ältere Themen ohne Beweise für Aktionärsbetrug, während HP Ranina sagte, das entlastende Ergebnis der internen Untersuchung könne die Verteidigung der Bank stärken.
- •Die Diskussion behandelte zudem mittelgroße Banken, die unter strengeren Eigenmittelanforderungen Kapitalmärkte nutzen, sowie den Fortschritt der Privatisierung der IDBI Bank.

Der Ausgang der US-Sammelklage gegen HDFC Bank, die mutmaßliche Offenlegungsversäumnisse im Zusammenhang mit einer Zahlung an die Maharashtra State Road Development Corporation (MSRDC) betrifft, wird von einer zentralen Frage abhängen: ob nachgewiesen werden kann, dass die Transaktion ein unabhängiges Sponsoring oder aber eine Verschleierung zusätzlicher Zinszahlungen war, so Rechts- und Marktexperten.
Die in einem US-Gericht eingereichte Klage wirft der Bank vor, dass Offenlegungen zur MSRDC-Zahlung Anleger getäuscht haben. Der Fall geht auf eine ältere Kontroverse über Zahlungen von Kreditgebern, darunter HDFC Bank, an die MSRDC im Zusammenhang mit einem Straßenprojekt zurück – ein Thema, das zuvor bereits die Aufmerksamkeit der indischen Aufsichtsbehörden erregt hatte. HDFC Bank ist Indiens größte Privatbank nach Bilanzsumme und Marktkapitalisierung; ihre American Depositary Receipts werden an der New York Stock Exchange gehandelt, wodurch sie US-Wertpapierklagen ausgesetzt ist.
Sammelklagen dieser Art sind ein vertrautes Merkmal der US-Rechtslandschaft für ausländische Unternehmen mit ADR-Notierung. Aktionärsklagen behaupten dort üblicherweise, dass wesentliche Informationen vorenthalten oder falsch dargestellt wurden, und die Ergebnisse hängen häufig davon ab, ob die Kläger belegen können, dass eine Offenlegungslücke Anlegern tatsächlich geschadet hat.
Abizer Diwanji vertrat die Auffassung, dass ältere Themen immer wieder aufgegriffen werden, ohne dass es Beweise für einen Aktionärsbetrug gibt. Dies deutet darauf hin, dass die Klage bereits früher erhobene Vorwürfe wiederverwendet, statt neue, belegte Ansprüche vorzulegen.
HP Ranina betrachtete die Aussichten der Bank aus einem anderen Blickwinkel und erklärte, dass die interne Untersuchung der HDFC Bank und das daraus resultierende Entlastungszeugnis ihre Verteidigung stärken könnten. Eine interne Überprüfung, die kein Fehlverhalten feststellt, kann als Nachweis dafür dienen, dass die Bank gebotene Sorgfalt und Offenlegung gewahrt hat.
Über die Klage hinaus behandelte die Diskussion auch die Kapitalaufnahme mittelgroßer Banken, bei denen strengere Eigenmittelanforderungen und steigende Kreditnachfrage viele kleinere Kreditgeber dazu veranlasst haben, Eigen- und Fremdkapitalmärkte zu nutzen, sowie die Aussichten für die Privatisierung der IDBI Bank – ein langwieriger staatlicher Desinvestitionsprozess, bei dem der indische Staat und die LIC ihre kombinierte Beteiligung an der Bank reduzieren möchten.