Harvard-Stiftungsvermögen hält Bitcoin-ETF-Position im zweiten Quartal unverändert und steigt aus Ether-Fonds aus
Wichtige Erkenntnisse
- •Harvard hielt zum Ende Juni 2026 3.044.612 IBIT-Anteile, unverändert gegenüber dem Vorquartal.
- •Der Wert von Harvards IBIT-Position sank im Quartal um 15,6 Millionen USD, ausgelöst durch den Kursrückgang des ETFs und nicht durch Verkäufe.
- •Die 86,8 Millionen USD schwere Position von Harvard im BlackRock Ether ETF wurde vollständig geschlossen und erscheint nicht mehr in der neuen Meldung.
- •IBIT macht 2,4 Prozent von Harvards 13F-Portfolio im Umfang von 4,26 Milliarden USD aus; die kombinierten Gold-ETF-Positionen sind größer.
- •Morgan Stanley verringerte seine IBIT-Position, während JPMorgan und Tudor Investment Corporation ihre Bestände erhöhten.

Das Stiftungsvermögen von Harvard hielt seine Bitcoin-ETF-Position im zweiten Quartal 2026 unverändert und beendete damit zwei Quartale in Folge mit Verkäufen. Zum Ende Juni hielt die Universität weiterhin 3.044.612 Anteile von IBIT — BlackRocks Spot-Bitcoin-ETF — im Wert von 101,4 Millionen USD.
Die Harvard Management Company verwaltet das rund 57 Milliarden USD schwere Stiftungsvermögen der Universität — das größte einer US-Universität — und gilt als institutioneller Vermögensverwalter mit mehr als 100 Millionen USD Eigenkapital. Diese Einstufung verpflichtet dazu, die Bestände vierteljährlich bei der US Securities and Exchange Commission offenzulegen, darunter an US-Börsen notierte Aktien und Optionen, wobei jede Meldung innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende fällig ist — daher erscheinen die Positionen des zweiten Quartals Mitte August. Solche 13F-Meldungen erfassen nur Long-Positionen am Meldestichtag; Short-Verkäufe erscheinen nicht.
IBIT, der iShares Bitcoin Trust von BlackRock, ist der größte Spot-Bitcoin-ETF am Markt. Solche Fonds gibt es erst seit Januar 2024, als die US-Aufsichtsbehörden Spot-Bitcoin-ETFs genehmigten und Institutionen damit ein börsennotiertes Vehikel für ein direktes Bitcoin-Engagement gaben. Harvard baute die Position bis Ende September 2025 auf einen Höchststand von 6,81 Millionen Anteilen aus, bevor sie in zwei Schritten auf 3,04 Millionen Anteile reduziert wurde. Parallel eröffnete das Stiftungsvermögen eine Position im Ether-ETF von BlackRock im Wert von 86,8 Millionen USD. Die Meldungen des zweiten Quartals gingen Mitte August bei der SEC ein. Sie zeigen keine weitere Reduzierung bei IBIT — und einen vollständigen Ausstieg aus der Ether-Position.
Harvard verkauft seine Bitcoin-ETF-Anteile nicht mehr
Die gemeldete Stückzahl entspricht exakt dem Stand von Ende März, was bedeutet, dass das Stiftungsvermögen im Quartal nichts verkauft hat. Dennoch sank der Wert der Position um 15,6 Millionen USD, ausschließlich aufgrund des Kursrückgangs von IBIT. Ein Verkauf hätte sich in der Stückzahl gezeigt, nicht allein im Marktwert — anders als in den beiden vorherigen Berichtsperioden, in denen die Rückgänge auf tatsächliche Verkäufe zurückgingen.
Harvards ursprüngliche Beteiligung umfasste Ende September 2025 6.813.612 IBIT-Anteile im Wert von rund 443 Millionen USD. Bis Ende Dezember hatte sich der Bestand auf 5.353.612 Anteile verringert. Der größere Schnitt erfolgte dann im ersten Quartal 2026, als die Position auf 3.044.612 Anteile fiel — ein Rückgang um 43 Prozent. Insgesamt trennte sich das Stiftungsvermögen in zwei Quartalen von 55 Prozent seiner Anteile. Beide Verkaufsquartale fielen in die Zeit nach dem Bitcoin-Hoch im Oktober 2025. Nun blieb der Bestand erstmals seit dem Höchststand im September 2025 ein volles Quartal lang unverändert.
Bei Ethereum ging die Entscheidung in die andere Richtung. Harvard hatte diese Position im Spot-Ether-ETF von BlackRock erst im Vorquartal eröffnet, und zwar im Wert von 86,8 Millionen USD. In der neuen Meldung taucht sie nicht mehr auf. Das Stiftungsvermögen schloss sie vollständig und eröffnete keine neue Ethereum-Position. Das Ether-Engagement dauerte damit nur ein Quartal.
Bitcoin bleibt bei Harvard eine Nebenposition
Gemessen am offengelegten Portfolio bleibt der Bitcoin-ETF klein. Der Fonds liegt nur auf Platz 11 von 19 Positionen und macht 2,4 Prozent des 13F-Portfolios im Umfang von 4,26 Milliarden USD aus. Deutlich mehr Kapital steckt in Gold. Konkret beläuft sich der iShares Gold Trust auf 149,5 Millionen USD, der SPDR Gold Trust auf weitere 21,7 Millionen USD. Zusammen ergibt das 171,2 Millionen USD, also rund 70 Prozent mehr als die Bitcoin-ETF-Position.
Die Meldung erfasst nur einen Teil der Vermögenswerte des Stiftungsvermögens. Sie enthält ausschließlich direkt gehaltene, an US-Börsen notierte Wertpapiere. Der Großteil der rund 57 Milliarden USD liegt dagegen in privaten Fonds ohne Offenlegungspflicht. Aus der 13F-Form lassen sich daher keine Rückschlüsse auf die gesamte Krypto-Allokation der Universität ziehen.
Die größte offengelegte Position bleibt Space Exploration Technologies. Harvard hält 12.935.100 SpaceX-Anteile im Wert von 2,21 Milliarden USD, also 52 Prozent des gesamten 13F-Portfolios. Das Raumfahrtunternehmen wird seit Juni an der Nasdaq gehandelt. In seiner Registrierung legte das Unternehmen eigene Bestände von 18.712 BTC offen. Damit hat das Stiftungsvermögen ein indirektes Engagement in weiterem Bitcoin, das in keiner ETF-Zeile seines Portfolios erscheint.
Institutionelle Investoren bewegen sich in unterschiedliche Richtungen
Andere Institutionen waren im zweiten Quartal aktiver. Morgan Stanley verringerte seine IBIT-Position von 17,3 Millionen auf 16,5 Millionen Anteile, ein Rückgang der Stückzahl um 4,5 Prozent. Der Wert der Position sank jedoch deutlich stärker und fiel um 17,3 Prozent auf 548,6 Millionen USD. Zudem hält die Bank 2,57 Millionen Anteile ihres eigenen Morgan Stanley Bitcoin Trust. Dieser Fonds startete im April, und die Position ist 43,3 Millionen USD wert. Das IBIT-Engagement der Bank ist im Vergleich groß und liegt mehr als fünfmal über Harvards Bestand.
JPMorgan ging in die andere Richtung und erhöhte seinen Bestand von 8,3 Millionen auf 10,4 Millionen IBIT-Anteile. Außerdem vervierfachte die Bank ihre Position im BlackRock Ether ETF auf rund 14,3 Millionen USD. Auch Tudor Investment Corporation von Paul Tudor Jones kaufte zu und meldet nun 688.529 Anteile im Wert von 22,9 Millionen USD. Im Quartal kamen 109.446 Anteile hinzu. Dieselbe Meldung weist Put-Optionen auf IBIT mit einem Basiswert von 23,8 Millionen USD aus. Bemerkenswert ist, dass diese Absicherung die direkte Aktienposition übersteigt. Call-Optionen kommen mit weiteren 4,93 Millionen USD hinzu.
Bei den staatlichen Vermögensfonds aus Abu Dhabi gab es keine Veränderungen. Mubadala Investment Company hielt unverändert 14.721.917 Anteile im Wert von 490,1 Millionen USD, die zweitgrößte Position im Portfolio. Der Abu Dhabi Investment Council meldete ebenfalls unverändert 8.218.712 Anteile im Wert von 273,6 Millionen USD. Zusammen kommen die beiden auf rund 764 Millionen USD. Das sind etwa 118 Millionen USD weniger als Ende März, bei identischer Stückzahl. Zuvor hatte Mubadala seit der ersten Offenlegung Ende 2024 in drei von sechs Quartalen aufgestockt. Auch Dartmouth College ließ seine drei Krypto-ETF-Positionen unverändert; ihr Gesamtwert sank von 14,6 Millionen USD auf 12,4 Millionen USD.
Die Zahl der IBIT-Inhaber steigt trotz des Kursrückgangs
Der Kursrückgang prägt die gesamte 13F-Saison. Bitcoin notiert Mitte August 2026 bei rund 63.000 USD und damit knapp 30 Prozent unter dem Jahresstart. Der Kurs liegt damit ungefähr bei der Hälfte seines Oktober-2025-Hochs von mehr als 126.000 USD. Dennoch verwaltete IBIT Mitte August rund 47,35 Milliarden USD an Nettovermögen.
Die Zahl der institutionellen Halter wächst weiter. Laut Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas umfasst die 13F-Halterliste von IBIT inzwischen rund 1.500 Institutionen. Für Balchunas sind andere Halter das aussagekräftigere Signal. Er verweist auf Tudor Jones, die Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate, Harvard, Dartmouth und den Pensionsfonds aus Texas. Käufe großer Handelsfirmen wie JPMorgan oder Citadel haben für ihn dagegen wenig Aussagekraft. 13F-Meldungen trennen nicht zwischen Eigenbeständen und Kundenpositionen. Bei Großbanken und Market Makern sagt eine IBIT-Zeile daher wenig über die eigene Markterwartung aus.
Insgesamt ergibt die Saison kein einheitliches Bild. Einige Häuser reduzieren, andere bauen aus. IBIT dient je nach Haus letztlich als taktische Wette oder als langfristige Allokation.