Berkshire-Hathaway-CEO Greg Abel stellt das Portfolio um und trennt sich im ersten Quartal von Visa, Amazon und Mastercard
Wichtige Erkenntnisse
- •Greg Abel trennte sich in seinem ersten Quartal als Berkshire-Hathaway-CEO von 15 vollständigen Aktienpositionen, darunter Visa, Mastercard, Amazon, Diageo, Domino's Pizza und Pool Corp.
- •Abels größte neue Investition war eine bedeutende Anfangsbeteiligung an Alphabet, gefolgt von Delta Air Lines; beide Käufe standen nicht für eine hohe Dividendenrendite.
- •Berkshires Barreserven stiegen im Quartal von 373.3 Milliarden $ auf 397.4 Milliarden $, was auf eine Priorisierung des Reservenaufbaus hindeutet.
- •Mehrere veräußerte Positionen waren dividendenstarke Titel, was darauf schließen lässt, dass Abel Dividenden weniger gewichtet als sein Vorgänger Warren Buffett.
- •Die Berkshire-Aktie legte im vergangenen Monat um 3.7% zu und erreichte den höchsten Stand seit Buffetts Rücktrittsankündigung im Mai 2025, liegt mit einem Plus von 4% seit Jahresbeginn jedoch hinter dem S&P 500 mit 12.6% zurück.

Greg Abel hat in seinem ersten Quartal als CEO das Aktienportfolio von Berkshire Hathaway rasch umgebaut und damit Warren Buffett abgelöst, der am 1. Januar 2026 offiziell zurücktrat. Abel, der zuvor die Nicht-Versicherungsgeschäfte von Berkshire leitete und 2021 als designierter Nachfolger von Buffett benannt wurde, verkaufte 15 vollständige Aktienpositionen — einige davon hatte Buffett mehr als 15 Jahre gehalten — und setzte damit ein deutliches Zeichen für eine veränderte Anlagestrategie des Konglomerats.
Veräußerte Positionen
Zu den Verkäufen gehörten mehrere bekannte Namen, die zu den stärkeren Werten im Berkshire-Portfolio zählten: Visa, Mastercard und Amazon. Buffett hatte Zahlungsnetzwerke wie Visa und Mastercard historisch wegen ihrer kapitaleffizienten, tollbooth-ähnlichen Geschäftsmodelle gelobt, weshalb diese Ausstiege eine bemerkenswerte Abkehr von einem seiner beständigsten Anlagethemen darstellen. Abel trennte sich außerdem von Positionen in Pool Corp, dem britischen Spirituosenunternehmen Diageo und Domino's Pizza.
Einige der verkauften Beteiligungen waren dividendenstarke Titel. Zum Zeitpunkt des Verkaufs lag die Dividendenrendite von Lamar Advertising bei 4%, von Diageo bei 3.8% und von Pool Corp bei 2.5%. Das Muster deutet darauf hin, dass Abel Dividenden weniger stark gewichtet als sein Vorgänger. Buffett hielt Coca-Cola im Gegensatz dazu bekanntermaßen jahrzehntelang — eine Position, die für rund 1.3 Milliarden $ erworben wurde und heute etwa 1.7 Milliarden $ an Dividenden alle zwei Jahre einbringt.
Neue Investitionen und wachsende Barreserven
Abels größte neue Beteiligung war Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, die eine Dividende von lediglich 0.2% zahlt. Sein zweitgrößter Kauf war Delta Air Lines, das rund 1% Rendite bietet. Keine der beiden Positionen spricht für einen Schwerpunkt auf Ertragsgenerierung. Der Kauf von Alphabet markiert zudem Berkshires erste bedeutende Beteiligung an dem Unternehmen und erweitert das Engagement in digitaler Werbung und Cloud Computing — Bereiche, in die das Konglomerat bislang nur begrenzt direkt investiert hatte.
Berkshires Cash-Position stieg im Quartal weiter an und kletterte von 373.3 Milliarden $ auf 397.4 Milliarden $. Der Zuwachs deutet darauf hin, dass Abel Reserven aufbaut, statt Kapital vorschnell einzusetzen. Einige Analysten werten den wachsenden Kassenbestand als Vorbereitung auf eine mögliche Großakquisition, während andere darin eine vorsichtige Haltung gegenüber einem hoch bewerteten Aktienmarkt sehen.
Marktreaktion und Anlegerverhalten
Die Aktien von Berkshire Hathaway reagierten positiv auf Abels frühe Entscheidungen und erreichten jüngst ihren höchsten Stand seit Buffetts Ankündigung seines Rücktritts im Mai 2025. Die Aktie legte im vergangenen Monat um 3.7% zu, unter anderem weil Anleger aus Technologiewerten in stabilere, etablierte Unternehmen umschichteten.
Berkshire betreibt ein diversifiziertes Portfolio bekannter Unternehmen, darunter GEICO, die BNSF-Eisenbahn, Versorgungsunternehmen und Industriefertigung.
Trotz des jüngsten Anstiegs liegt die Berkshire-Aktie im bisherigen Jahresverlauf 2026 nur 4% im Plus, verglichen mit einem Plus von 12.6% beim S&P 500 im selben Zeitraum. Die unterschiedliche Entwicklung unterstreicht den Übergang: Abel übernimmt ein Unternehmen, dessen Identität eng mit Buffetts Ruf als Stockpicker verbunden war, und dessen nächstes Kapitel davon abhängen wird, wie er eine der größten je von einem börsennotierten Unternehmen aufgebauten Barreserven einsetzt.
Buffett bleibt Vorsitzender des Verwaltungsrats von Berkshire und nahm an der jüngsten Hauptversammlung als Zuschauer teil, sichtbar in der ersten Reihe als Unterstützung für Abels Führung. Anleger und Analysten bezeichneten Abels Auftritt auf der Hauptversammlung als operativ solide, wenn auch stilistisch deutlich anders als Buffetts bekannter Ansatz.