Griechenland beschließt 10% Steuer auf Krypto-Gewinne ab 2027
Wichtige Erkenntnisse
- •Das griechische Parlament billigte am Donnerstag eine 10%ige Steuer auf Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen; das Rahmenwerk soll am 1. Januar 2027 in Kraft treten.
- •Anleger, deren jährliche Nettokrypto-Gewinne bei oder unter 500 Euro ($560) liegen, sind von der Abgabe ausgenommen.
- •Einnahmen aus Staking, Krypto-Krediten und der Liquiditätsbereitstellung für dezentrale Protokolle werden mit 15% besteuert.
- •Der Tausch eines Krypto-Assets gegen ein anderes erzeugt keine steuerpflichtigen Gewinne, während der Einsatz von Krypto für Waren oder Dienstleistungen Kapitalertragssteuern auslösen kann.
- •Das Gesetz sieht ein 12-monatiges Fenster zur freiwilligen Offenlegung zuvor nicht gemeldeter Gewinne vor; die Steuer muss innerhalb von 60 Tagen nach der Anmeldung gezahlt werden, um Strafen und Zinsen zu vermeiden.

Das griechische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das eine 10%ige Steuer auf Krypto-Gewinne einführt und damit ein eigenes steuerliches Rahmenwerk für digitale Assets schafft, während das Land die Einführung der Abgabe zum Beginn des Jahres 2027 vorbereitet. Anleger, deren jährliche Nettogewinne unter einer Schwelle von 500 Euro bleiben, sind von der Steuer ausgenommen.
Das griechische Parlament, die nationale Legislative des Landes, verabschiedete die Steuermaßnahmen am Donnerstag als Teil eines umfassenderen Gesetzes, das auch Bestimmungen zur Kreditüberwachung, zum Schuldnerschutz und zur Regulierung der Finanzmärkte enthält. Nach den neuen Regeln werden Gewinne aus dem Verkauf von Krypto-Assets mit 10% besteuert; das Rahmenwerk soll am 1. Januar 2027 in Kraft treten.
Das steuerliche Rahmenwerk fügt der Krypto-Landschaft Griechenlands eine nationale Steuerebene hinzu, die bereits unter dem Markets-in-Crypto-Assets-Regime (MiCA) der Europäischen Union läuft — das Land verzeichnete seine ersten MiCA-Marktteilnehmer, wie ein zugehöriger Cointelegraph-Bericht meldet. In der Praxis bedeuten die transaktionsbezogenen Unterscheidungen des Gesetzes, dass dasselbe Asset je nachdem, ob ein Halter es verkauft, ausgibt, tauscht oder verleiht, unterschiedlichen Sätzen unterliegen kann oder gar keinem.
Freibetrag für kleinere Anleger
Laut der lokalen Finanzpublikation Oikonomikos Tachydromos, die am Freitag über die Einzelheiten des Gesetzes berichtete, gilt die 10%ige Abgabe für Gewinne aus dem Verkauf von Krypto-Assets, während Anleger, deren jährliche Nettogewinne 500 Euro ($560) nicht übersteigen, ausgenommen sind.
Staking- und Kredit-Einnahmen mit 15% besteuert
Über die Abgabe auf Veräußerungserlöse hinaus erhebt das Gesetz eine 15%ige Steuer auf Einnahmen aus Staking, Krypto-Krediten und der Bereitstellung von Liquidität für dezentrale Protokolle. Dem Bericht zufolge kann auch der Einsatz von Kryptowährungen zum Kauf von Waren oder Dienstleistungen Kapitalertragssteuern auslösen. Der Tausch eines Krypto-Assets gegen ein anderes führt dagegen nicht zu steuerpflichtigen Gewinnen.
12-monatiges Fenster zur freiwilligen Offenlegung
Das griechische Ministerium für nationale Wirtschaft und Finanzen hatte die Steuer bereits im Oktober vorgeschlagen, vor der Parlamentsabstimmung am Donnerstag. Das verabschiedete Gesetz räumt Anlegern ein 12-monatiges Fenster ein, um zuvor nicht gemeldete Krypto-Gewinne freiwillig zu erklären. Wer das Offenlegungsfenster nutzt, muss die daraus resultierende Steuer innerhalb von 60 Tagen nach der Anmeldung zahlen, um Strafen und Zinsen zu vermeiden. Da die Umsetzung auf den 1. Januar 2027 angesetzt ist, bietet der Zeitraum zwischen der Billigung am Donnerstag und dem Start des Rahmenwerks den Anlegern eine Übergangsphase, um ihre Steuerberichterstattung an die neuen Regeln anzupassen.
Quelle: Cointelegraph