Grayscale skizziert zwei Szenarien für den Tiefpunkt des Bitcoin-Bärenmarktes
Wichtige Erkenntnisse
- •Grayscale skizzierte zwei konkurrierende Rahmenwerke zur Vorhersage, wann der aktuelle Bitcoin-Bärenmarkt enden wird, was unterschiedliche analytische Ansätze widerspiegelt.
- •Die Theorie des Vierjahreszyklus, die mit den Halving-Events von Bitcoin verknüpft ist, legt nahe, dass der aktuelle Abwärtstrend bis September oder Oktober andauern könnte, bevor sich ein endgültiger Tiefpunkt bildet.
- •Historische Daten zeigen, dass Bitcoin typischerweise ungefähr ein Jahr nach seinem Markthöhepunkt seinen Tiefpunkt erreicht hat, mit durchschnittlichen Rückgängen von etwa 80 Prozent von den Allzeithochs.
- •Grayscale bevorzugt eine makroökonomische Perspektive und stellt fest, dass vergangene Bitcoin-Bärenmärkte mit einem nachlassenden Wirtschaftswachstum und steigenden realen Zinssätzen einhergingen.
- •Wenn die US-Wirtschaft ihre Stärke behält und die Federal Reserve von weiteren Zinserhöhungen absieht, könnte Bitcoin möglicherweise bereits seinen niedrigsten Punkt erreicht haben.

Grayscale, ein bekanntes Unternehmen für die Verwaltung von Kryptowährungs-Vermögenswerten, das für seine Bitcoin- und Digitalwährungs-Investmentsprodukte anerkannt ist, hat seine neueste Einschätzung des Bitcoin-Marktes veröffentlicht und dabei zwei unterschiedliche Szenarien für die Dauer des aktuellen Abwärtstrends skizziert. Die Analyse hat Gewicht, da Grayscale durch Produkte wie den Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) einer der größten institutionellen Bitcoin-Halter ist, was seine Marktperspektiven sowohl für Privatanleger als auch für professionelle Investoren besonders beachtlich macht.
Die Theorie des Vierjahreszyklus
Das erste Szenario basiert auf dem gut dokumentierten Vierjahreszyklus von Bitcoin, einem Rahmenwerk, das unter Marktanalysten weit verbreitet diskutiert wird und Preisbewegungen mit den periodischen Halving-Events von Bitcoin verknüpft. Halvings, die etwa alle vier Jahre stattfinden und die Rate, mit der neue Bitcoin in Umlauf gebracht werden, halbieren, wurden historisch von Haussephasen und anschließenden Korrekturen gefolgt. Laut Grayscales Analyse historischer Daten könnte der aktuelle Bitcoin-Bärenmarkt bis September oder Oktober andauern, wenn dieses zyklische Muster weiterhin gültig bleibt.
Grayscale stellte fest, dass der Bitcoin-Preis in früheren Zyklen typischerweise etwa ein Jahr nach Erreichen seines Markthöhepunkts seinen Tiefpunkt gefunden hat, wobei die Rückgänge von den Allzeithochs durchschnittlich bei etwa 80 Prozent lagen. Die Anwendung dieses historischen Musters auf den aktuellen Zyklus legt nahe, dass Bitcoin vor der Bildung eines endgültigen Tiefpunkts in den Herbstmonaten möglicherweise noch niedrigere Niveaus testen wird.
Makroökonomische Alternative
Grayscale äußerte jedoch die Präferenz für eine alternative Analyseperspektive, die auf makroökonomischen Faktoren zentriert ist, die laut dem Unternehmen zunehmend Einfluss auf die Preisentwicklung von Bitcoin nehmen. Diese Perspektive spiegelt einen breiteren Wandel in der Art und Weise wider, wie Bitcoin analysiert wird, da die institutionelle Akzeptanz zugenommen hat und der Vermögenswert zunehmend empfindlich auf traditionelle Finanzmarktkräfte reagiert.
Nach dieser Perspektive entwickelt sich Bitcoin zu einer reiferen Anlageklasse, und seine Preisbewegungen sind mittlerweile enger mit allgemeineren makroökonomischen Dynamiken korreliert, einschließlich Wirtschaftswachstumstrends und realer Zinssätze.
Die Analyse hob auch hervor, dass vergangene Bitcoin-Bärenmärkte überwiegend in Umgebungen aufgetreten sind, die durch ein nachlassendes Wirtschaftswachstum und steigende reale Zinssätze gekennzeichnet waren.
Laut Grayscale könnte der Bitcoin-Preis bereits seinen Tiefpunkt erreicht haben, wenn die Wirtschaft der Vereinigten Staaten ihre Stärke behält und die Federal Reserve von weiteren Zinserhöhungen absieht. Diese Sichtweise rückt bevorstehende Entscheidungen der Federal Reserve zur Geldpolitik sowie wichtige Wirtschaftsdatenveröffentlichungen wie Inflations- und Beschäftigungsberichte als kritische Indikatoren zur Bewertung in den Vordergrund, welches Szenario sich gerade entfaltet.
Divergierende Aussichten
Die zentrale Schlussfolgerung von Grayscales Einschätzung unterstreicht eine deutliche Divergenz zwischen diesen beiden Rahmenwerken. Die Theorie des Vierjahreszyklus weist auf ein zusätzliches Abwärtsrisiko und einen potenziellen Tiefpunkt später im Herbst hin, während die makrofokussierte Perspektive darauf hindeutet, dass Bitcoin möglicherweise bereits seinen Boden gefunden hat, abhängig von den vorherrschenden Wirtschaftsbedingungen. Die Divergenz selbst wirft eine sich entwickelnde Frage auf den digitalen Vermögensmärkten: Ob die Reifung von Bitcoin ihr Verhalten zunehmend von ihrem internen Versorgungsplan zugunsten breiterer makroökonomischer Treiber entkoppeln wird.
Quelle: Bitcoinsistemi