Goldman Sachs: Nicht die Arbeitsmarktdaten, sondern die Inflationsdaten entscheiden über den Fed-Schritt im September
Wichtige Erkenntnisse
- •Goldman Sachs sagt, dass der August-Arbeitsmarktbericht ein Hindernis für eine Fed-Zinserhöhung im September aus dem Weg räumt, eine Erhöhung aber nicht zum Basisszenario macht.
- •Die August-Beschäftigung stieg stärker als erwartet, Juni und Juli wurden nach oben revidiert, während die Arbeitslosenquote nahe der Vollbeschäftigungsschätzung der Fed unverändert blieb.
- •Lohn- und Lohnstückkostenwachstum liegen bei oder unter Werten, die mit dem 2-Prozent-Inflationsziel der Fed vereinbar sind – ein Hinweis darauf, dass der Arbeitsmarkt nicht überhitzt.
- •Goldman erwartet, dass die CPI-Veröffentlichung der kommenden Woche der entscheidende Datenpunkt für die September-Entscheidung der Fed sein wird, und prognostiziert einen günstigen Bericht, der ausreicht, damit die Fed die Zinsen unverändert lässt.
- •Die Bank führt die aktuelle Inflationsüberschreitung größtenteils auf vorübergehende Sondereffekte zurück, darunter Zölle, höhere Energiepreise und nichtmarktpreisliche Drücke wie Portfoliomanagementgebühren.

Goldman Sachs sagt, dass der August-Arbeitsmarktbericht ein Hindernis für eine Zinserhöhung der Fed im September aus dem Weg räumt, argumentiert jedoch, dass nicht die Beschäftigungsdaten, sondern die Inflationsdaten der kommenden Woche das Ergebnis tatsächlich entscheiden werden.
Die Bank beschreibt den August-Beschäftigungsbericht als vereinbar mit einem soliden, aber nicht überhitzten Arbeitsmarkt. Die Lohn- und Gehaltsbeschäftigung stieg im August stärker als erwartet, während das Beschäftigungswachstum für Juni und Juli nach oben revidiert wurde. Trotz der stärkeren Gesamtzahl wies Goldman auf Anzeichen hin, dass der Arbeitsmarkt nicht heiß genug läuft, um die Fed zum Handeln zu zwingen: Die Arbeitslosenquote blieb unverändert nahe der eigenen Vollbeschäftigungsschätzung der Notenbank, und sowohl Löhne als auch Lohnstückkosten wachsen mit oder unterhalb von Werten, die mit dem 2-Prozent-Inflationsziel der Fed vereinbar sind. Das ist relevant, weil die geldpolitischen Entscheidungen der Fed formal an ihr Doppelm Mandat aus maximaler Beschäftigung und Preisstabilität gebunden sind – ein Arbeitsmarkt nahe Vollbeschäftigung ohne Lohndruck verlagert das Entscheidungsgewicht somit auf die Inflationsseite des Mandats.
Insgesamt betrachtet die Bank den Bericht als Beseitigung eines Hindernisses für eine Zinserhöhung auf der Septembersitzung, ohne dass dies zum Basisszenario wird. Goldman argumentiert, dass der entscheidendere Input die Inflationsdaten der kommenden Woche sein werden und nicht die Freitags veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen – eine Abfolge, die den Kalender ebenso widerspiegelt wie die Ökonomie, da die CPI-Veröffentlichung einer der letzten großen Datenpunkte vor der Entscheidung der Fed ist.
Die Bank führt die aktuelle Überschreitung des Inflationsziels der Fed größtenteils auf Sondereffekte zurück, deren Abklingen sie im kommenden Jahr erwartet, darunter Zolleffekte, höhere Energiepreise und nichtmarktpreisliche Drücke wie Portfoliomanagementgebühren. Diese Lesart steht im Rahmen einer breiteren Debatte unter Ökonomen, wie viel der jüngsten Inflationsüberschreitung auf vorübergehende Einmaleffekte gegenüber anhaltendem nachfragegetriebenem Druck zurückzuführen ist. Da der Federal-Funds-Zinssatz bereits in dem von Goldman als Neutralitätszone bezeichneten Bereich liegt, erwartet die Bank, dass ein günstiger CPI-Bericht in der kommenden Woche, im Einklang mit ihrer eigenen Prognose, ausreichen wird, damit die Fed die Zinsen im September unverändert lässt, statt zu handeln.
Die Unterscheidung, die Goldman trifft – zwischen einem Arbeitsmarktbericht, der ein Hindernis beseitigt, und einem Inflationsbericht, der das Ergebnis tatsächlich entscheidet – unterstreicht, wie stark die Septemberentscheidung nun von einem einzigen noch ausstehenden Datenpunkt abhängt. Überrascht der CPI-Wert der kommenden Woche nach oben, deutet Goldmans eigenes Rahmenwerk darauf hin, dass dies den Fall für eine Erhöhung wieder öffnen könnte, den die Freitagsdaten allein nicht geklärt haben.
Goldmans Sicht widerspricht einer einfachen Ableitung von der Stärke des August-Arbeitsmarkts zu einer September-Erhöhung und sieht im CPI-Bericht der kommenden Woche den eigentlichen Wendepunkt für die Fed-Entscheidung. Sollte Goldmans günstige Inflationsprognose zutreffen, spricht das gegen eine weitere Aufwärtsbewegung kurzfristiger US-Zinsen, die stärkere Arbeitsmarktdaten allein nahelegen könnten – eine Dynamik mit direkten Auswirkungen auf den US-Dollar und in der Folge auf AUD/USD. Auch Goldmans Einordnung der aktuellen Inflationsüberschreitung als von abklingenden Sondereffekten getrieben – darunter Zölle, Energiepreise und nichtmarktpreisliche Kosten – ist relevant dafür, wie nachhaltig eine kurzfristige Inflationsüberraschung bewertet wird, und prägt, wie viel Gewicht die Märkte einem einzelnen CPI-Wert im Vorfeld der Sitzung beimessen.
Quelle: Investinglive