NachrichtenAktienVodafone-Aktie (VOD) steigt nach doppelter Hochstufung von Goldman Sachs auf „Kaufen“

Vodafone-Aktie (VOD) steigt nach doppelter Hochstufung von Goldman Sachs auf „Kaufen“

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • Goldman Sachs hat Vodafone doppelt von „Verkaufen“ auf „Kaufen“ hochgestuft und das Kursziel von 85 auf 155 Pence angehoben; die Aktie legte daraufhin rund 2 % auf 16,90 USD zu.
  • Goldman prognostiziert für den europäischen Telekomsektor ein jährliches Wachstum des freien Cashflows von 14 % zwischen 2026 und 2030 – das stärkste Ergebnis unter vergleichbaren defensiven Sektoren.
  • Goldman erwartet Kapitalrückführungen an Aktionäre von 6 % bis 2027 und 7 % bis 2028, die bei stabiler Verschuldung auf 8–9 % steigen könnten.
  • Institutionelle Anleger wie Three Seasons Wealth, AQR Capital Management und M&T Bank haben ihre Vodafone-Beteiligungen ausgeweitet; Institutionen halten 7,84 % der ausstehenden Aktien.
  • Die breitere Analystengemeinschaft bleibt gespalten, mit einem Konsenskursziel von 10,57 USD – weit unter dem aktuellen Kursniveau.
Vodafone-Aktie (VOD) steigt nach doppelter Hochstufung von Goldman Sachs auf „Kaufen“

Vodafone-Aktien (VOD) legten am Freitag zu, nachdem Goldman Sachs eine seltene doppelte Hochstufung ausgesprochen und das Telekommunikationsunternehmen direkt von „Verkaufen“ auf „Kaufen“ hochgestuft hatte – ein Schritt, der die übliche Zwischenstufe „Neutral“ überspringt und bei großen Investmentbanken unüblich ist. Die Aktie eröffnete bei 16,90 USD, rund 2 % im Plus und nahe ihrem 52-Wochenhoch von 17,15 USD.

Die Ratingrevision folgte auf eine umfassende Neubewertung der europäischen Telekommunikation unter Leitung von Goldman-Sachs-Forschungschef Andrew Lee. Die aktualisierte Sicht der Bank basiert auf einer erwarteten Beschleunigung der Generierung freier Cashflows und stärkeren Kapitalrückführungen im gesamten Sektor – eine deutliche Kehrtwende für eine Branche, die in den vergangenen Jahren unter hoher Verschuldung und moderatem Wachstum litt und die Goldman zuvor mit Zurückhaltung behandelt hatte.

Goldman prognostiziert, dass der Telekomsektor zwischen 2026 und 2030 eine jährliche Wachstumsrate des freien Cashflows von 14 % erzielen wird – laut der Bank die stärkste Performanceerwartung unter vergleichbaren defensiven Sektoren. Diese Einordnung positioniert Telekommunikation als ertragreichere Alternative innerhalb defensiver Anlagen, einer Kategorie, auf die Anleger in Zeiten Marktunsicherheit typischerweise setzen.

Kapitalrückführungen an Aktionäre sollen bis 2027 6 % und bis 2028 7 % erreichen, was laut Goldman deutlich über der Rendite von rund 4 % liegt, die vom nächstattraktivsten defensiven Sektor erwartet wird. Die Bank geht zudem davon aus, dass die Netto-Verschuldung im Verhältnis zum EBITDA in den kommenden drei Jahren um das Zweifache sinken wird. Bleiben die Verschuldungskennzahlen auf dem aktuellen Niveau stabil, könnten die Renditen für Aktionäre laut Goldman in den Jahren 2027 und 2028 auf zwischen 8 % und 9 % steigen.

Für Vodafone speziell hob Goldman die verbesserte Kapitalrendite hervor und nannte die Erholung des britischen Mobilfunkmarkts sowie intensivierte Kostenreduzierungsmaßnahmen als zentrale Katalysatoren. Das britische Mobilfunkumfeld veränderte sich 2025 grundlegend, als Vodafone seine lang geplante Fusion mit Three UK abschloss, die beiden Betreiber zum größten Mobilfunknetz des Landes zusammenführte und einen bislang hart umkämpften Preiswettbewerb konsolidierte. Die Bank erhöhte ihr Kursziel für Vodafone von 85 auf 155 Pence – ein Ziel, das sich auf die primäre Londoner Notierung bezieht, während die genannten Aktienkurse die in den USA gehandelten ADRs betreffen – und stellte fest, dass ihre Prognosen erstmals seit mehreren Jahren über den Konsenserwartungen liegen, was laut der Bank auf eine grundlegende Verschiebung ihrer Bewertung hindeutet.

Institutionelle Anleger erhöhen ihre Positionen

Goldman ist nicht der einzige, der erneutes Interesse an Vodafone zeigt. Three Seasons Wealth LLC baute seine Beteiligung im zweiten Quartal um 972 % aus und erwarb zusätzlich 150.231 Aktien, wodurch sich die Gesamtposition auf 165.685 Aktien im Wert von rund 2,19 Millionen USD beläuft.

Auch andere institutionelle Anleger haben ihre Allokationen erhöht. AQR Capital Management steigerte seine Beteiligung im ersten Quartal um 21,4 %, während Empowered Funds seinen Bestand im selben Zeitraum um 1,9 % aufstockte. M&T Bank Corp erhöhte im zweiten Quartal um 13,4 %. Insgesamt halten institutionelle Anleger und Hedgefonds 7,84 % der ausstehenden Vodafone-Aktien.

Analystengemeinschaft bleibt gespalten

Trotz der Hochstufung durch Goldman maintains die breitere Analystengemeinschaft eine gemischte Einschätzung. Die aktuellen Ratings umfassen drei „Kaufen“-Empfehlungen, vier „Halten“-Einstufungen und drei „Verkaufen“-Meinungen. Das Konsenskursziel liegt bei 10,57 USD und damit deutlich unter dem aktuellen Kursniveau der Aktie – eine Lücke, die zeigt, wie weit Goldmans neue Haltung von den vorherrschenden Erwartungen der Wall Street abweicht und die prüfen lässt, ob andere Häuser mit eigenen Anpassungen folgen oder eine skeptischere Sicht beibehalten.

Zu den jüngsten Ratingaktionen zählen die Herabstufung von Vodafone durch Zacks Research von „Strong Buy“ auf „Halten“ im Mai, die Hochstufung durch Wall Street Zen auf „Kaufen“ am 29. August sowie die Hochstufung durch New Street Research auf „Kaufen“ im Juli.

Vodafones 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 15,38 USD, der 200-Tage-Durchschnitt bei 15,18 USD – beide unter dem aktuellen Marktpreis. Das Unternehmen weist eine Verschuldungsquote von 0,84 sowie eine Current Ratio von 1,14 und eine Quick Ratio von 1,11 auf.

Goldman räumte ein, dass Vodafones strukturelle Qualität weiterhin hinter dem Sektorschnitt zurückbleibt, argumentierte jedoch, dass die Verschuldungseigenschaften das Potenzial für eine Bewertungsausweitung verstärken.