NachrichtenRohstoffe & ForexGoldman Sachs erhöht seine Brent- und WTI-Prognosen angesichts wachsender Schifffahrtsrisiken im Hormuz

Goldman Sachs erhöht seine Brent- und WTI-Prognosen angesichts wachsender Schifffahrtsrisiken im Hormuz

Autor: Economic Times Markets·

Wichtige Erkenntnisse

  • Goldman Sachs hat seine Brent- und WTI-Preisprognosen für Dezember 2026 und Dezember 2027 um jeweils 5 US-Dollar pro Fass angehoben.
  • Die Bank warnte, dass Brent 2027 über 120 US-Dollar pro Fass steigen könnte, falls die Golfproduktion 4 Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorkriegsniveau bleibt.
  • Die Anpassung ist auf anhaltende Schifffahrtsstörungen und Risiken rund um die Straße von Hormuz zurückzuführen, durch die etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls fließt.
  • Störungen im Hormuz betreffen nicht nur Rohöl, sondern auch Flüssiggas und raffinierte Produkte, wodurch sich Risikoprämien über die Energiemärkte verbreiten.
  • Preisanpassungen der Banken können das Absicherungsverhalten von Airlines, Reedereien und anderen brennstoffintensiven Branchen beeinflussen.
Goldman Sachs erhöht seine Brent- und WTI-Prognosen angesichts wachsender Schifffahrtsrisiken im Hormuz

Goldman Sachs hat seine Preisprognosen für Brent- und West-Texas-Intermediate-(WTI-)Rohöl für Dezember 2026 und Dezember 2027 um jeweils 5 US-Dollar pro Fass angehoben und begründet dies mit anhaltenden Schifffahrtsstörungen im Nahen Osten.

Die Investmentbank warnte zudem, dass der Preis für Brent-Rohöl im Jahr 2027 über 120 US-Dollar pro Fass steigen könnte, falls die Ölförderung im Golf 4 Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorkriegsniveau bleibt.

Die Anpassung spiegelt die wachsenden Risiken rund um die Straße von Hormuz wider, die schmale Wasserstraße zwischen dem Iran und Oman, durch die etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls fließt. Störungen der Schifffahrt durch die Meerenge haben historisch immer wieder Sorgen über die Lieferungen großer Golf-Produzenten geschürt, darunter Saudi-Arabien, der größte Rohölexporteur der Welt. Da durch den Hormuz nicht nur Rohöl, sondern auch Flüssiggas und raffinierte Produkte aus der Golfregion transportiert werden, wirken sich erhöhte Risikoprämien in der Region typischerweise auf ein breites Spektrum von Energiemärkten aus und nicht nur auf Rohöl.

Brent ist der Benchmark für die Preisgestaltung von rund zwei Dritteln des international gehandelten Rohöls, während WTI als wichtigster US-Benchmark dient. Analystenprognosen großer Banken wie Goldman Sachs werden von Energiemärkten und Rohstoffhändlern genau beobachtet, da sie Hinweise auf die erwarteten Angebots- und Nachfragebedingungen liefern. Preisanpassungen der Banken können das Absicherungsverhalten von Airlines, Reedereien und anderen brennstoffintensiven Branchen beeinflussen.

Goldmans aktualisierter Ausblick hängt von der Dauer der Störungen im Nahen Osten ab: Die Erhöhung um 5 US-Dollar pro Fass für Dezember 2026 und Dezember 2027 spiegelt die Einschätzung der Bank wider, dass die Schifffahrtsrisiken in der Region anhalten werden, während die Möglichkeit, dass Brent 2027 über 120 US-Dollar steigt, davon abhängt, dass die Golfproduktion im Vergleich zum Vorkriegsniveau deutlich eingeschränkt bleibt. Marktteilnehmer werden voraussichtlich künftige OPEC+-Entscheidungen, offizielle Statements zur Golfproduktion und zum Schiffsverkehr durch den Hormuz sowie weitere Anpassungen von Bankprognosen als Signale dafür beobachten, ob die Risikoprämie bestehen bleibt.

Die Prognose wurde am 8. September 2026 von Economic Times gemeldet.

Quelle: Economic Times Markets