Vodafone-Aktie (VOD) steigt nach seltenem Doppel-Upgrade durch Goldman Sachs
Wichtige Erkenntnisse
- •Goldman Sachs stufte Vodafone direkt von Verkaufen auf Kaufen hoch und erhöhte das Kursziel von 85 auf 155 Pence – ein unübliches Doppel-Upgrade an der Wall Street.
- •Goldman prognostiziert für den europäischen Telekomsektor eine jährliche Wachstumsrate des freien Cashflows von 14 % von 2026 bis 2030 – laut der Bank der höchste Wert unter den defensiven Sektoren.
- •Goldman erwartet Aktionärsrenditen im Sektor von 6 % in 2027 und 7 % in 2028, die bei unverändertem Verschuldungsgrad bis zu 8 bis 9 % erreichen könnten.
- •Goldman verwies auf eine verbesserte Kapitalrendite bei Vodafone, getrieben durch die Gesundung des britischen Mobilfunkmarkts nach der Vodafone-Three-Fusion 2025 und verschärfte Kostensenkungen.
- •Trotz des Upgrades bleiben die Analystenratings gemischt bei drei Kaufen-, vier Halten- und drei Verkaufen-Einstufungen, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 10,57 US-Dollar deutlich unter dem aktuellen Kurs.

Goldman Sachs vergab ein seltenes Doppel-Upgrade für Vodafone und stufte die Telekomgruppe direkt von Verkaufen auf Kaufen hoch, wobei das Kursziel von 85 auf 155 Pence angehoben wurde. Die Vodafone-Aktie (VOD) eröffnete am Freitag bei 16,90 US-Dollar, nahe ihrem 52-Wochen-Hoch von 17,15 US-Dollar, und legte im Tagesverlauf rund 2 % zu. Doppel-Upgrades – bei denen die neutrale Halten-Einstufung vollständig übersprungen wird – sind an der Wall Street unüblich, was diese Einschätzung für eine Aktie, die die Bank zuvor auf Verkaufen gesetzt hatte, zu einem bemerkenswerten Ausreißer macht.
Die Entscheidung fiel im Rahmen einer umfassenden Neubewertung des europäischen Telekomsektors durch die von Andrew Lee geleiteten Analysten von Goldman Sachs. Der neue Ausblick der Bank basiert auf einem sich beschleunigenden freien Cashflow und steigenden Aktionärsausschüttungen in der gesamten Branche. Europäische Telekombetreiber haben in den vergangenen Jahren restrukturiert – Märkte konsolidiert, Kosten gesenkt und im Fall von Vodafone nicht betriebsnotwendige Vermögenswerte veräußert. Goldmans These stützt sich darauf, dass sich diese Sanierungsarbeit nun in Cashgenerierung niederschlägt.
Goldman geht von einer jährlichen Wachstumsrate des freien Cashflows im Sektor von 14 % für den Zeitraum 2026 bis 2030 aus – laut der Bank der höchste Wert unter den defensiven Sektoren, ein Anspruch, der die Messlatte für die Branche hoch legt.
Die Aktionärsrenditen sollen 2027 bei 6 % und 2028 bei 7 % liegen, was laut Goldman günstig im Vergleich zu einer Rendite von rund 4 % beim zweitbesten defensiven Sektor abschneidet. Darüber hinaus erwartet die Bank, dass die Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA in den nächsten drei Jahren um das Zweifache sinkt. Bleibt der Verschuldungsgrad auf dem aktuellen Niveau, könnten die Aktionärsrenditen Goldman zufolge 2027 und 2028 sogar 8 bis 9 % erreichen. Für ertragsorientierte Anleger waren Telekom-Dividenden und Aktienrückkäufe schon immer ein Anziehungspunkt des Sektors, und eine sinkende Verschuldung würde zusätzliche Mittel für diese Ausschüttungen freisetzen.
Für Vodafone specifically verwies Goldman auf eine verbesserte Kapitalrendite (Return on Invested Capital) und nannte die Gesundung des britischen Mobilfunkmarkts sowie verschärfte Kostensenkungen als wesentliche Treiber. Der britische Mobilfunkmarkt hat sich nach der Fusion von Vodatasets britischer Einheit mit Three konsolidiert – ein Abschluss, der 2025 vollzogen wurde. Dadurch sank die Zahl der großen Anbieter von vier auf drei, was den Preiswettbewerb entschärfte. Mit der Anhebung des Kursziels von 85 auf 155 Pence erklärte die Bank, dass ihre Schätzungen erstmals seit Jahren über dem Konsens liegen – ein Zeichen für einen echten Meinungswechsel hinsichtlich der Aktie.
Institutionelle Aktivitäten nehmen zu
Goldman ist nicht der einzige, der Vodafone gegenüber aufgeschlossener wird. Three Seasons Wealth LLC steigerte seinen Anteil im zweiten Quartal um 972 % und erwarb 150.231 zusätzliche Anteile, wodurch sich der Bestand auf 165.685 Anteile im Wert von rund 2,19 Millionen US-Dollar erhöhte.
Auch andere institutionelle Investoren bauten ihre Positionen aus. AQR Capital Management erhöhte seinen Anteil im ersten Quartal um 21,4 %, während Empowered Funds seine Position im selben Zeitraum um 1,9 % ausbaute. M&T Bank Corp legte im zweiten Quartal um 13,4 % zu. Institutionelle Investoren und Hedgefonds halten zusammen 7,84 % der Vodafone-Aktien. Dieser Eigentumsanteil bleibt im Vergleich zu vielen Large-Cap-Werten überschaubar, was Spielraum für eine breitere institutionelle Nachfrage lässt, sofern sich die Stimmung weiter verbessert – was allerdings von künftigen Kapitalflüssen abhängt, die noch offen sind.
Gemischtes Analystenbild
Trotz des Schritts von Goldman bleibt das Gesamtbild der Analysten gemischt. Die aktuellen Einstufungen umfassen drei Kaufen-, vier Halten- und drei Verkaufen-Ratings bei einem durchschnittlichen Kursziel von 10,57 US-Dollar – deutlich unter dem aktuellen Börsenkurs. Diese Lücke zwischen Konsensziel und Marktpreis bedeutet, dass entweder die Analysten ihre Modelle noch nicht aktualisiert haben oder der Markt mehr Optimismus einpreist, als die durchschnittliche Sell-Side-Schätzung rechtfertigt – eine Abweichung, die im Blick zu behalten ist, wenn künftige Quartalszahlen und Ratingänderungen eintreffen.
Zacks hatte Vodafone im Mai von Strong Buy auf Hold herabgestuft. Wall Street Zen hob die Aktie am 29. August auf Kaufen an, und New Street Research wechselte im Juli auf Kaufen.
Vodatasets 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 15,38 US-Dollar und der 200-Tage-Durchschnitt bei 15,18 US-Dollar, beide deutlich unter dem aktuellen Kurs. Die Aktie weist eine Fremdkapitalquote von 0,84, eine Liquiditätsquote (Current Ratio) von 1,14 und eine schnelle Liquiditätsquote (Quick Ratio) von 1,11 auf.
Goldman räumte ein, dass Vodatasets strukturelle Qualität weiterhin unter dem Sektorschnitt liegt, argumentierte jedoch, dass die Verschuldungssituation das Re-Rating-Potenzial der Aktie verstärkt.
Quelle: CoinCentral