NachrichtenRohstoffe & ForexGold löscht jüngste Gewinne infolge des USA-Iran-Konflikts und sich verschärfender finanzieller Bedingungen

Gold löscht jüngste Gewinne infolge des USA-Iran-Konflikts und sich verschärfender finanzieller Bedingungen

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die jüngste Gold-Erholung war technisch getrieben und entbehrte einer fundamentalen Unterstützung, wodurch das Metall den Großteil seiner Gewinne wieder abgab.
  • Der anhaltende USA-Iran-Konflikt treibt die Ölpreise nach oben, was die Aussichten für Gold erschwert, da die Inflation hoch bleibt und die Notenbanken zu einer restriktiveren Politik neigen.
  • Eine überraschende Zinserhöhung der Federal Reserve im Juli bleibt möglich, aber unwahrscheinlich, und würde den Goldpreis bei Eintritt voraussichtlich auf neue Tiefs drücken.
  • Im 4-Stunden-Chart bewegt sich Gold seit Ende Juni seitwärts, mit einem Schlüsselwiderstand bei 4.200 und einer Unterstützung bei 3.885 — ein Bruch könnte 3.700 zum Ziel haben.
  • Die Flash-US-PMIs sind die nächste geplante Datenveröffentlichung, wenngleich die Schlagzeilen zum USA-Iran-Konflikt der primäre Marktkatalysator bleiben.
Gold löscht jüngste Gewinne infolge des USA-Iran-Konflikts und sich verschärfender finanzieller Bedingungen

Fundamentaler Überblick

Der Goldpreis hat den Großteil der Gewinne ausgelöscht, die während einer offenbar technisch getriebenen Erholung in den vergangenen Tagen erzielt wurden. Die Rallye mangels Unterstützung durch kurzfristige Fundamentaldaten, da der anhaltende USA-Iran-Konflikt die Ölpreise weiter nach oben treibt und die Trader ihre Wetten auf weitere Zinserhöhungen erhöht haben.

Auf der fundamentalen Seite gibt es wenig zu beobachten, abgesehen von der Entwicklung der USA-Iran-Situation. Eine Deeskalation der Spannungen würde voraussichtlich zu einer geldpolitischfreundlicheren Neubewertung führen und eine Erleichterungsrallye beim Gold auslösen können. Solange der Konflikt jedoch anhält, wird die daraus resultierende Verschärfung der finanziellen Bedingungen den Markt voraussichtlich unter Druck halten. Steigende Ölpreise erschweren die Lage für Gold insbesondere deshalb, weil energiegeladener Inflationsdruck die Notenbanken zu einer restriktiveren Politik neigen lassen kann, was die realen Renditen erhöht und die Opportunitätskosten der Haltung unrentierlichen Goldes steigert.

Es bestehen auch Bedenken, dass die Federal Reserve die Märkte mit einer Zinserhöhung auf ihrer anstehenden Julisitzung überraschen könnte, falls sich die Lage im Nahen Osten nicht verbessert. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schritts bleibt zwar gering, eine unerwartete Erhöhung würde den Goldpreis jedoch wahrscheinlich auf neue Tiefs drücken. Die Sensibilität des Goldes gegenüber Zinserwartungen war in diesem Zyklus ein prägender Treiber, da Anleger die traditionelle Krisenabsicherungs-Nachfrage aus dem geopolitischen Risiko gegen den Gegenwind höherer Kreditkosten abwägen.

Technische Goldanalyse — Tageschart

Im Tageschart hat der Goldpreis den Großteil seiner jüngsten Erholung ausgelöscht, wobei das fundamentale Bild unverändert bleibt. Eine Trendlinie wirkt weiterhin als Widerstand, und es wird erwartet, dass Verkäufer sie weiterhin nutzen, um den Preis in Richtung neuer Tiefs zu drücken. Käufer werden derweil auf einen Ausbruch über die Trendlinie hoffen, um den Weg für eine Rallye in Richtung der nächsten wichtigen Trendlinie bei rund 4.500 zu ebnen.

Technische Goldanalyse — 4-Stunden-Chart

Im 4-Stunden-Chart bewegt sich der Kurs seit Ende Juni weitgehend seitwärts, was den Tradern kaum Optionen lässt, außer auf einen Ausbruch oder einen fundamentalen Katalysator zu warten. Käufer müssen einen Bruch über das Widerstandsniveau bei 4.200 sehen, um größere Überzeugung bei einer Trendwende zu gewinnen, während Verkäufer auf einen Bruch unter 3.885 achten werden, um den Ausverkauf in Richtung des nächsten Niveaus bei 3.700 auszuweiten.

Technische Goldanalyse — 1-Stunden-Chart

Im 1-Stunden-Chart definiert eine kleinere abwärtsgerichtete Trendlinie das aktuelle bärische Momentum. Verkäufer werden die Trendlinie wahrscheinlich weiterhin als Referenzpunkt nutzen, mit einem definierten Risiko darüber, um den Preis auf neue Tiefs zu drücken. Käufer werden auf einen Bruch über die Trendlinie hoffen, um sich für eine Rallye in Richtung des 4.200er-Widerstands zu positionieren. Die roten Linien im Chart definieren die durchschnittliche Tagesspanne für die Sitzung.

Anstehende Katalysatoren

Die heutige Sitzung beschließt die Woche mit der Veröffentlichung der Flash-US-PMIs. Diese frühen Indikatoren für die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor geben einen zeitnahen Aufschluss über das wirtschaftliche Momentum und können die Dynamik der Zinserwartungen im Vorfeld der nächsten Fed-Sitzung beeinflussen. Der Hauptfokus bleibt jedoch auf den Schlagzeilen zum USA-Iran-Konflikt gerichtet.