Technischer Scoop: Gold und Silber im Rallyemodus, doch der endgültige Tiefpunkt bleibt unbestätigt
Wichtige Erkenntnisse
- •Gold stieg in der Woche um 7,3 % und kehrte in ein positives Jahresplus zurück, doch der Autor hält daran fest, dass ein bestätigter Boden neue Hochs über $5,600 erfordert, die noch in weiter Ferne liegen.
- •Silber legte während der Woche um 9,9 % zu, bleibt aber für 2026 negativ und benötigt einen Anstieg über $70 für einen Ausbruch sowie $106 als Signal für neue Hochs.
- •Goldaktien zeigten starke wöchentliche Leistungen: Der Gold Bugs Index sprang um 21,9 % und der TSX Gold Index stieg um 20,4 %, wodurch beide Indises ins positive Jahresplus rückten.
- •Kupfer erreichte mit einem Plus von 1 % marginal neue Allzeithochs, und seine Stärke als Indikator für industrielle Nachfrage deutet darauf hin, dass es Gold weiterhin übertreffen könnte.
- •Der Autor interpretiert die aktuelle Rallye als wahrscheinliche korrektive Welle als Reaktion auf den Rückgang von Januar bis Juli, wobei ein Ausbruch zu neuen Hochs möglicherweise erst 2027 erfolgen wird.

Technischer Scoop: Edelmetall-Nachfrage, Hormuz-Hoffnung, rückläufiger Energiemarkt
Von David Chapman
Auszug aus dieser Woche: Technischer Scoop: Edelmetall-Nachfrage, Hormuz-Hoffnung, rückläufiger Energiemarkt
Ausblick auf Gold und Silber
Ist der Tiefpunkt von Gold erreicht? Viele Marktbeobachter behaupten dies oder möchten zumindest glauben, dass dies der Fall ist. Der Autor ist davon noch nicht überzeugt. Zwar sieht der Ausbruch in der vergangenen Woche ermutigend aus und Goldaktien scheinen eine steile Abwärtstrendlinie durchbrochen zu haben – wie im Chart des TSX Gold Index (TGD) zu erkennen –, doch ähnliche Ausbrüche wurden auch bei anderen Indizes beobachtet. Die Entwicklung ist insgesamt positiv, dennoch lässt sich der endgültige Tiefpunkt noch nicht bestätigen. Ein bestätigter Tiefpunkt wird in der Regel erst bei der Bildung neuer Hochs festgestellt, und $5,600 sind noch ein beträchtliches Stück entfernt.
Der fünfwellige Abwärtsverlauf, der als ABCDE gekennzeichnet wurde, könnte in Wirklichkeit lediglich eine A-Welle höherer Ordnung sein, was bedeutet, dass der Markt sich nun in einer B-Welle höherer Ordnung befinden könnte. In der Elliott-Wellen-Analyse gehen solchen korrektiven Strukturen oft erneute richtungsweisende Bewegungen voraus, doch die Interpretation hängt davon ab, ob die aktuelle Rallye wichtige Widerstandsniveaus hält. Die Märkte sind in eine positive saisonale Phase eingetreten, die bis in den September und sogar Oktober andauern könnte. Das Zeitfenster von Oktober bis Dezember war jedoch historisch gesehen eine schwache Periode. Ein Scheitern beim Erreichen neuer Hochs im aktuellen Lauf könnte zu einem erneuten Test der Tiefpunkte – oder sogar zu neuen Tiefständen – führen, bevor eine stärkere Aufwärtsbewegung einsetzt.
Seit dem wichtigen Tief von 2022 sind ungefähr vier Jahre vergangen, was den aktuellen 7,8-Jahres-Zyklus ungefähr auf halber Strecke platziert. Die zentrale Frage ist, ob die zweite Zyklushälfte neue Hochs hervorbringen wird oder ob der Markt in einen länger anhaltenden Abschwung eintritt. Die Gold-Bullen erwarten ersteres und peilen neue Hochs von $6,000 bis $7,000 an, wobei einige sogar $10,000 ins Auge fassen. Dies bleibt zwar möglich, doch bislang gibt es weder technische Beweise noch eine Bestätigung eines Bodens.
Wichtige Preisniveaus im Blick
Um den Tiefpunkt bei $3,941 zu bestätigen, muss Gold über $4,400 ausbrechen. Ein Ausbruch und Schlusskurs über $5,200 wäre erforderlich, um überhaupt über eine Bewegung in Richtung neuer Hochs nachzudenken. Erst wenn neue Hochs über $5,600 erreicht werden, kann sich die Aufmerksamkeit auf mögliche höhere Ziele richten.
Silber befindet sich in einer vergleichbaren Position. Der Rückgang vom Januar-Hoch von $121,64 hat sich entweder als ABC oder als vollständige ABCDE-Korrekturwelle entfaltet. Silber wird erst ausbrechen, wenn es über $70 steigt, und muss $106 zurückerobern, um neue Hochs zu signalisieren. Bis sich eine bessere Preisaktion einstellt, bleibt der Ausblick für Silber vorsichtig.
Das Gold/Silber-Verhältnis verbesserte sich in der Wochen und liegt nun bei 68,37, deutlich unter dem pandemiebedingten Hoch von 126 aus dem Jahr 2020. Dieses Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber einer Unze Gold entsprechen, wird üblicherweise als relatives Bewertungskriterium verwendet; ein niedrigerer Wert signalisiert typischerweise eine Outperformance von Silber, während erhöhte Werte historisch mit allgemeinen Risikoavessionsphasen einhergingen.
Wöchentliche Leistungszusammenfassung
Gold stieg in der Woche um 7,3 % und kehrte damit erneut in positives Jahresterritorium zurück. Silber legte um 9,9 % zu, bleibt aber für 2026 negativ.
Goldaktien zeigten eine beeindruckende Leistung: Der Gold Bugs Index (HUI) sprang um 21,9 %, während der TSX Gold Index (TGD) um 20,4 % stieg. Beide Indises weisen nun ein positives Jahresplus auf, wobei der HUI um 7,4 % und der TGD um 8,3 % zulegte. Platin stieg um 5,9 % und Palladium gewann 8 %.
Kupfer erreichte neue Allzeithochs, wenn auch nur knapp, mit einem Plus von 1 %. Kupfer gilt als der Leitwert in diesem Bereich, was darauf hindeutet, dass Gold aufholen könnte. Dennoch bleibt Gold im Vergleich zu Kupfer relativ teuer, wie das Gold/Kupfer-Verhältnis weiterhin zeigt, das erhöhte Goldbewertungen widerspiegelt. Selbst wenn Gold anfängt, die Lücke zu schließen, könnte Kupfer dennoch outperformen. Kupfers Rolle als Indikator für industrielle Nachfrage bedeutet, dass seine Stärke oft breitere Erwartungen an die wirtschaftliche Aktivität widerspiegelt, die von den typischerweise goldtreibenden Sicherheitsmotiven abweichen können.
Bewertung der Rallye
Die Rallye der vergangenen Woche ist eine positive Entwicklung, und der Markt scheint sich auf eine weitere Aufwärtsbewegung einzustellen. Die entscheidende Frage ist, ob diese Rallye die Preise zu neuen Hochs tragen wird oder ob es sich lediglich um eine korrektive Welle als Reaktion auf den Rückgang von Januar bis Juli handelt. Die Einschätzung tendiert zur letzteren Interpretation, obwohl ein Ausbruch zu neuen Hochs letztlich erwartet wird – möglicherweise jedoch erst 2027.
Herangezogene Charts: www.stockcharts.com
Lesen Sie den vollständigen Bericht: Technischer Scoop: Edelmetall-Nachfrage, Hormuz-Hoffnung, rückläufiger Energiemarkt
Copyright David Chapman 2026.
Haftungsausschluss
David Chapman ist kein eingetragener Beratungsdienst, kein Exempt Market Dealer (EMD) und kein zugelassener Finanzberater. Er gibt keine und kann keine individuelle Markberatung geben. Er hat über 40 Jahre in der Finanzbranche gearbeitet, einschließlich Positionen bei großen Finanzkonzernen, Banken und Investment-Dealern. Die präsentierten Informationen dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und sollten nicht als Angebot, Aufforderung zur Abgabe eines Angebots oder Verkauf eines Wertpapiers ausgelegt werden. Es wird alle Mühe darauf verwendet, genaue und vollständige Informationen bereitzustellen; es werden jedoch keine Garantien hinsichtlich Genauigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit übernommen. Der Leser trägt das gesamte Risiko beim Handel mit Wertpapieren. David Chapman empfiehlt, vor der Umsetzung eines Handels oder einer Idee einen zugelassenen professionellen Finanzberater oder Portfoliomanager, wie etwa Enriched Investing Incorporated, zu konsultieren. David Chapman kann Anteile an erwähnten Unternehmen besitzen. Obwohl von Zeit zu Zeit künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt werden kann, wird die KI-Ausgabe überwacht und bei Bedarf auf Genauigkeit korrigiert. Es wird keine Leistung garantiert, Werte ändern sich häufig und vergangene Leistungen können sich nicht wiederholen.