Gold steigt auf neue Höchststände nach schwachem NFP, doch der bevorstehende US-CPI birgt Risiken für die Gewinne
Wichtige Erkenntnisse
- •Gold rallyte auf neue Höchststände, nachdem der schwächer als erwartet ausgefallene Nonfarm-Payrolls-Bericht die Anleger dazu veranlasste, die Zinserhöhungs-Erwartungen der Federal Reserve zurückzufahren.
- •Die Arbeitslosenquote sank auf 4,1 %, was darauf hindeutet, dass der Arbeitsmarkt gesünder bleibt, als die Kopfzahl der Beschäftigten vermuten ließ.
- •Der bevorstehende US-CPI-Bericht wird als richtungsweisend für die September-Entscheidung der FOMC und den Ausblick auf das Jackson-Hole-Symposium erwartet.
- •Ein heißer als erwartet ausgefallener CPI-Wert könnte Verkaufsdruck auf Gold auslösen, während eine schwache Lesung das Gold in Richtung weiterer Gewinne beflügeln könnte.
- •Im Tageschart nähert sich Gold einer großen Trendlinie nahe dem Niveau von 4.500, wo Verkäufer voraussichtlich mit einem Rückgangsziel nahe 3.885 auftreten werden.

Fundamentaler Überblick
Gestern stieg Gold auf neue Höchststände, nachdem der schwächer als erwartet ausgefallene Nonfarm-Payrolls-Bericht (NFP) vom Freitag eine dovish Neubewertung der Zinserwartungen der Federal Reserve ausgelöst hatte. Gold, das keine Zinsen abwirft, profitiert typischerweise, wenn sich die Erwartungen in Richtung niedrigerer oder stabiler Zinsen verschieben, da dies die Opportunitätskosten der Haltung des Metalls im Verhältnis zu zinstragenden Anlagen senkt.
Die zugrundeliegenden Daten waren jedoch nicht so schwach, wie die Kopfzahl vermuten ließ. Ein erheblicher Verlust von Stellen im öffentlichen Sektor ließ den Bericht weicher erscheinen, als das Gesamtbild es tatsächlich nahelegte. Die Arbeitslosenquote erzählte in der Tat eine andere Geschichte und sank weiter auf 4,1 %. Der Arbeitsmarkt befindet sich nach wie vor auf einem gesünderen Kurs im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren.
Heute könnte das Preisgeschehen weitgehend seitwärtsgerichtet bleiben, obwohl einige Absicherungen vor der morgigen US-CPI-Veröffentlichung eine gewisse Schwäche einführen könnten. Die CPI-Daten werden richtungsweisend für die September-Entscheidung der FOMC und das bevorstehende Jackson-Hole-Symposium sein, bei dem Fed-Präsident Jerome Powell in der Vergangenheit die Grundsatzrede genutzt hat, um den politischen Kurs für die kommenden Monate zu signalisieren.
Ein heißer als erwartet ausgefallener CPI-Bericht würde voraussichtlich einen Gold-Verkauf auslösen, da die Händler ihre Wetten auf weitere Zinserhöhungen erhöhen. Umgekehrt sollte ein schwacher Bericht das Risiko einer Straffung durch die Fed weiter verringern und dem Gold einen weiteren Schub geben, um seine Rallye auf neue Höchststände auszuweiten.
Technische Goldanalyse – Tageschart
Im Tageschart hat Gold die große Trendlinie nahe dem Niveau von 4.500 fast erreicht. Es wird erwartet, dass Verkäufer in dieser Zone mit einem definierten Risiko oberhalb der Trendlinie einsteigen und sich für einen Rückgang auf das Niveau von 3.885 positionieren. Käufer werden derweil auf einen Ausbruch nach oben hoffen, um ihre Long-Positionen in Richtung des nächsten Niveaus von 4.800 auszubauen.
Technische Goldanalyse – 4-Stunden-Chart
Im 4-Stunden-Chart definiert eine kleinere aufwärts gerichtete Trendlinie die bullische Struktur. Käufer werden diese Trendlinie wahrscheinlich mit einem definierten Risiko unterhalb davon verteidigen, um den Druck auf neue Höchststände aufrechtzuerhalten. Verkäufer hingegen werden auf einen Ausbruch nach unten warten, um das nächste Support-Niveau von 4.200 ins Visier zu nehmen.
Technische Goldanalyse – 1-Stunden-Chart
Im 1-Stunden-Chart haben Käufer ein günstigeres Chance-Risiko-Verhältnis in der Nähe der kleineren Trendlinie, während Verkäufer entweder auf einen Bruch darunter oder auf eine Rallye in Richtung der großen Trendlinie warten müssen. Die roten Linien im Chart definieren die durchschnittliche Tagesspanne für die Sitzung.
Bevorstehende Katalysatoren
- Dienstag: US-CPI-Bericht
- Donnerstag: US-PPI-Daten und neueste US-Erstanträge auf Arbeitslosengeld
- Freitag: US-Einzelhandelsumsätze und Verbrauchervertrauensbericht der University of Michigan