Deutschland baut Führung bei der EU-MiCA-Lizenzierung mit 79 Kryptounternehmen aus
Wichtige Erkenntnisse
- •Die jüngste Aktualisierung des MiCA-Registers durch die ESMA erhöhte die Gesamtzahl der zugelassenen Anbieter von Kryptowertdienstleistungen in der EU auf 331.
- •Deutschland nahm sechs Genossenschaftsbanken in das Register auf, die alle zum Netzwerk der Volksbanken und Raiffeisenbanken gehören.
- •Deutschland verfügt nun über 79 zugelassene CASPs, mehr als Frankreich mit 35 und die Niederlande mit 29.
- •Die BaFin erklärte, dass der große Finanzsektor Deutschlands und das bestehende nationale Lizenzregime die hohe Anzahl der MiCA-Zulassungen des Landes teilweise erklären.
- •Das ART-Register der ESMA blieb leer, das EMT-Register enthielt 43 Einträge, und die Liste der nicht konformen Unternehmen blieb bei 167.

Deutschland hat seinen Vorsprung bei der Anzahl der nach der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) der Europäischen Union lizenzierten Anbieter ausgebaut, da in der jüngsten Registeraktualisierung sechs deutsche Genossenschaftsbanken hinzugekommen sind.
Die MiCA, die seit Ende Dezember 2024 in der gesamten EU gilt, hat ein harmonisiertes Zulassungsregime geschaffen, nach dem ein in einem Mitgliedstaat zugelassener Anbieter seine Dienstleistungen über das Passporting-Prinzip im gesamten Bündnis anbieten kann. Deshalb wird die Verteilung der CASP-Lizenzen auf die Mitgliedstaaten als Indikator dafür beobachtet, wo innerhalb der EU regulierte Kryptodienstleistungen angeboten werden.
Die European Securities and Markets Authority (ESMA) hat ihr MiCA-Register am Freitag aktualisiert, wodurch die Anzahl der zugelassenen Anbieter von Kryptowertdienstleistungen (Crypto Asset Service Providers, CASPs) auf 331 gestiegen ist.
Im Vergleich zu einer Aktualisierung vom 12. August handelte es sich bei den sechs Neuzugängen ausschließlich um deutsche Genossenschaftsbanken: Raiffeisenbank Aidlingen, Ihre Volksbank, VR-Bank Mittelfranken Mitte, Volksbank Euskirchen, VR Bank Ried-Überwald und Volksbank Backnang. Die Institute gehören zum Genossenschaftsnetz der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland, einer der drei Säulen des Bankensektors des Landes neben den Privatbanken und den öffentlichen Sparkassen. Ihre Aufnahme bringt weitere etablierte Retailbanken in den Kreis der MiCA-lizenzierten Anbieter.
Deutschland verfügt nun über 79 CASPs und liegt damit vor Frankreich mit 35 und den Niederlanden mit 29. Die Gesamtzahl Deutschlands ist von 57 Ende Juni gestiegen, als das Land bei den MiCA-Zulassungen bereits führte, wie aus ESMA-Daten hervorgeht, die Cointelegraph zuvor eingesehen hatte.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) teilte Cointelegraph im Juni mit, dass die hohe Anzahl der MiCA-Zulassungen in Deutschland teilweise den großen Finanzsektor des Landes und die Anzahl der Kreditinstitute widerspiegelt, die Kryptodienstleistungen anbieten dürfen. Die BaFin verwies zudem auf das bereits zuvor bestehende nationale Lizenzregime Deutschlands, das einigen CASPs während des Übergangs zur MiCA Zugang zu vereinfachten Zulassungsverfahren ermöglichte. Nach den Übergangsvorschriften der MiCA können Mitgliedstaaten solche Übergangszeiträume bis zu 18 Monate nach dem vollständigen Inkrafttreten der Verordnung aufrechterhalten – ein Zeitraum, der bis Mitte 2026 reichen kann.
Die Datensätze der ESMA zu auf Vermögenswerten referenzierten Token (Asset-Referenced Tokens, ART), zu elektronischen Geldtoken (Electronic Money Tokens, EMT) und zu nicht konformen Unternehmen blieben unverändert. Das ART-Register blieb leer, das EMT-Register umfasste 43 Einträge, und die Liste der nicht konformen Unternehmen blieb bei 167.
Siehe auch: Geldstrafe für Bitpanda in Österreichs erster veröffentlichter MiCA-Strafe