NachrichtenMakroDeutschlands finaler CPI für Juli bei 2,8 % gegenüber dem Vorjahr bestätigt, Kerninflation sinkt leicht

Deutschlands finaler CPI für Juli bei 2,8 % gegenüber dem Vorjahr bestätigt, Kerninflation sinkt leicht

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der finale CPI Deutschlands für Juli wurde bei 2,8 % gegenüber dem Vorjahr bestätigt, was eine Beschleunigung gegenüber 2,3 % im Juni darstellt und der vorläufigen Lesart entspricht.
  • Die Kerninflation sank im Juli auf 2,4 % gegenüber dem Vorjahr, von 2,5 % im Juni, was darauf hindeutet, dass die zugrunde liegenden Preissteigerungen nicht breit angelegt zunehmen.
  • Das Auslaufen des deutschen Kraftstoffrabatts am 30. Juni führte zu einem Anstieg der Kraftstoffpreise um 23,0 % gegenüber dem Vorjahr im Juli – ein deutlicher Sprung gegenüber 11,3 % im Juni.
  • Die Dienstleistungsteuerung moderierte sich im Juli auf 2,9 %, von 3,1 % im Juni, während die Lebensmittelteuerung bei 2,5 % gegenüber dem Vorjahr lag.
  • Als größte Volkswirtschaft des Euroraums werden die deutschen Inflationsdaten in die politikberatenden Erwägungen der EZB im September einfließen, während sie weiterhin auf ihr mittelfristiges Ziel von 2 % hinarbeitet.
Deutschlands finaler CPI für Juli bei 2,8 % gegenüber dem Vorjahr bestätigt, Kerninflation sinkt leicht

Der endgültige Verbraucherpreisindex (CPI) Deutschlands für den Juli wurde bei 2,8 % gegenüber dem Vorjahr bestätigt, was der vorläufigen Schätzung entspricht und eine Beschleunigung gegenüber 2,3 % im Juni darstellt. Dies geht aus Daten von Destatis, dem Statistischen Bundesamt, hervor.

Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der von der Europäischen Zentralbank für länderübergreifende Vergleiche innerhalb des Euroraums herangezogen wird, wurde ebenfalls bei 2,8 % gegenüber dem Vorjahr bestätigt – nach 2,4 % im Vormonat.

Während die Kopf-Inflation anstieg, ging die jährliche Kerninflation leicht auf 2,4 % zurück, verglichen mit 2,5 % im Juni. Diese Divergenz – eine steigende Kopfzahl gepaart mit einer abkühlenden Kerngröße – unterstreicht die Rolle volatiler Energiekomponenten als Treiber des Juli-Anstiegs, anstatt einer breit angelegten Wiederbeschleunigung der zugrunde liegenden Preisentwicklung.

Die Lebensmittelteuerung lag bei 2,5 % gegenüber dem Vorjahr. Die Dienstleistungsteuerung betrug 2,9 % und blieb damit zwar weiterhin erhöht, sank jedoch von 3,1 % im Juni.

Destatis wies darauf hin, dass ein wesentlicher Faktor für die höhere Kopf-Lesart im Juli das Auslaufen des Kraftstoffrabatts am 30. Juni war. Infolgedessen stiegen die Kraftstoffpreise im Juli um 23,0 % gegenüber dem Vorjahr – ein deutlicher Anstieg gegenüber 11,3 % im Juni und 18,0 % im Mai.

Die Energiepreise insgesamt hielten die allgemeinen Preissteigerungen weiterhin auf einem erhöhten Niveau.

Der Bericht wird die EZB voraussichtlich aufmerksam stimmen, wenn die Notenbanker aus der Sommerpause zurückkehren und auf ihre September-Sitzung blicken. Als größte Volkswirtschaft des Euroraums kommt der Inflationsentwicklung Deutschlands ein erhebliches Gewicht bei der Beurteilung der Preisstabilität im Währungsraum durch die EZB zu. Die EZB strebt mittelfristig eine Inflation von 2 % an und begann im Juni mit Senkungen ihrer Leitzinsen. Angesichts des anhaltenden Konflikts zwischen den USA und dem Iran bleiben die Dynamik an den Energiemärkten eine Variable, die den Ansatz der Zentralbank zur weiteren Inflationsdämpfung bis Jahresende beeinflussen könnte.