Bitrace: Fulilai entfernte Händler im Zuge des Vorgehens gegen Xinbi
Wichtige Erkenntnisse
- •Bitrace ist die einzige genannte Quelle für die gemeldeten Entfernungen von Fulilai-Händlern und deren angebliche Verbindungen zur Geldwäsche.
- •Zahl, Identität, Zeitpunkt und Auswirkungen der möglicherweise entfernten Händler sind unbekannt; eine Stellungnahme von Fulilai oder Xinbi wurde nicht vorgelegt.
- •Das US-Finanzministerium stufte Xinbi Guarantee am 9. September 2026 ein und erklärte, das Netzwerk habe seit etwa 2022 mehr als 24 Milliarden US-Dollar verarbeitet.
- •Die US-Maßnahme umfasste außerdem die Beschlagnahmung von Xinbi-Infrastruktur und Wallets sowie die Einstufung von SafeW Technology und Anwen Technology.
- •In den offiziellen Sanktionsmitteilungen der USA und des Vereinigten Königreichs werden Fulilai oder Bitrace nicht genannt. Ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Vorgehen und den gemeldeten Entfernungen ist daher nicht belegt.

Das Blockchain-Analyseunternehmen Bitrace soll mitgeteilt haben, dass Fulilai, ein Online-Marktplatz, Händler entfernte, die das Unternehmen mit Geldwäsche in Verbindung brachte, nachdem die USA gegen das konkurrierende Xinbi-Netzwerk vorgegangen waren. Die Behauptung wird derzeit nur einer einzigen Quelle zugeschrieben. Die verfügbaren Informationen zeigen nicht, wie viele Händler entfernt wurden oder ob die US-Maßnahme die Entfernungen verursacht hat.
Die Behauptung von Bitrace zu Fulilai
Laut dem unbestätigten Bericht erklärte Bitrace, Fulilai habe mit Geldwäsche verbundene Händler entfernt. Geldwäsche bezeichnet das Verschleiern der Herkunft illegal erlangter Gelder, damit diese legitim erscheinen.
Sowohl die Behauptung über die Entfernung als auch die Einstufung der Händler stammen von Bitrace. Ein zugrunde liegender Bitrace-Bericht wurde nicht vorgelegt. Dadurch bleiben wichtige Details offen, darunter die Namen der Händler, die Zeitpunkte der Entfernungen, die Zahl der betroffenen Händler sowie die Belege oder Methodik hinter der Feststellung.
Der Bericht enthält außerdem keine Stellungnahme von Fulilai oder Xinbi. Daher bleiben Umfang und Zeitpunkt der gemeldeten Entfernungen unbestimmt.
US-Sanktionen gegen Xinbi bilden den Hintergrund
Die gemeldeten Entfernungen bei Fulilai wurden vor dem Hintergrund eines Vorgehens der USA gegen Xinbi Guarantee dargestellt. Am 9. September 2026 stufte das Sanktionsbüro des US-Finanzministeriums Xinbi Guarantee laut der Mitteilung des US-Finanzministeriums als bedeutende transnationale kriminelle Organisation ein.
Das US-Finanzministerium erklärte, Xinbi habe seit der Aufnahme seiner Tätigkeit um das Jahr 2022 digitale Vermögenswerte und konventionelle Währungen im Gegenwert von mehr als 24 Milliarden US-Dollar verarbeitet. Bei dieser Zahl handelt es sich um eine kumulierte Schätzung der verarbeiteten Gelder. Sie stellt weder beschlagnahmte Gelder dar noch bezieht sie sich ausschließlich auf Kryptowährungen.
Kumulierte Verarbeitung von Xinbi laut US-Finanzministerium:
Mehr als 24 Milliarden US-Dollar
Das US-Finanzministerium erklärte, die Maßnahme sei mit der Scam Center Strike Force des US-Justizministeriums koordiniert worden. Die Taskforce beschlagnahmte noch am selben Tag Infrastruktur und Wallets für digitale Vermögenswerte, die von Xinbi Guarantee genutzt wurden. Die Mitteilung nannte keinen Wert der Beschlagnahmung.
Die USA stuften außerdem zwei als Unterstützer von Xinbi beschriebene Unternehmen ein: das in Singapur ansässige Unternehmen SafeW Technology Co., Ltd. und das in Kambodscha ansässige Unternehmen Anwen Technology Co., Ltd. Nach Angaben des US-Finanzministeriums begann Xinbi um Juni 2025 damit, seine Händler- und Geldwäschenetzwerke auf die Messaging-Anwendung SafeW zu verlagern. Außerdem startete das Unternehmen eine Zahlungsanwendung namens XinbiPay, die auch als NewPay-Wallet bekannt ist.
Die Sanktionen haben eine weitreichende Wirkung. Das US-Finanzministerium erklärte, dass Unternehmen, die direkt oder indirekt zu mindestens 50 % im Besitz gesperrter Personen stehen, ebenfalls gesperrt sind. Grundsätzlich dürfen US-Personen und -Unternehmen keine Geschäfte mit den benannten Zielpersonen und -einheiten tätigen. Diese Beschränkungen sind die dokumentierte Wirkung der US-Maßnahme; die vorliegenden Informationen belegen keine gesonderte Auswirkung auf Fulilai oder dessen Händler.
Die Vereinigten Staaten waren nicht die erste Regierung, die Xinbi sanktionierte. Am 26. März 2026 verhängte das Vereinigte Königreich Sanktionen gegen das Netzwerk und beschrieb Xinbi laut der britischen Regierung als chinesischsprachigen Marktplatz, der kryptobasierte Dienstleistungen für Betrugszentren in Südostasien anbot.
Keine dieser offiziellen Mitteilungen nennt Fulilai oder Bitrace. Die Sanktionen gegen Xinbi bilden zwar einen realen Hintergrund für den Bericht, sind jedoch von den unbestätigten Entfernungen bei Fulilai zu trennen. Der zeitliche Zusammenhang und die Überschrift allein belegen nicht, dass die US-Maßnahme Fulilai zur Entfernung der Händler veranlasst hat.
Was weiterhin unbekannt ist
Die vorliegenden Informationen enthalten keine Angaben zur Zahl der Händler, zum Transaktionswert oder zu zusätzlichen Belegen für die Feststellung von Bitrace. Sie zeigen auch nicht, ob die Entfernungen die Geldwäscheaktivitäten unterbrachen oder lediglich auf eine andere Plattform verlagerten.
Eine Bewertung der Behauptung würde den Zugriff auf den ursprünglichen Bitrace-Bericht und die dazugehörigen Belege erfordern. Solange dieses Material nicht vorliegt, bleiben Umfang, Zeitpunkt und Ergebnis der gemeldeten Entfernungen unklar. Die Fulilai-Geschichte sollte daher als unbestätigter Bericht und nicht als erwiesene Tatsache behandelt werden.
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungs- und Digital-Asset-Märkte sind mit erheblichen Risiken verbunden. Führen Sie stets eigene Recherchen durch, bevor Sie Entscheidungen treffen.