Französischer Presseverband APIG reicht Wettbewerbsbeschwerde gegen Google AI Overviews ein
Wichtige Erkenntnisse
- •APIG, die rund 300 französische Tageszeitungen vertritt, reichte am 11. August 2026 eine Beschwerde bei der französischen Autorité de la concurrence ein, wonach Googles Funktion AI Overviews dem Pressesektor schadet.
- •Französische Verlage haben seit dem Auftauchen von Googles AI Overviews in französischen Suchergebnissen Ende Juli 2026 einen Rückgang des Empfehlungsverkehrs um 33 % bis 38 % gemeldet.
- •APIG behauptet, dass Googles Einsatz von AI Overviews gegen die Zusagen aus dem Jahr 2022 im Rahmen der französischen Vorschriften zu verwandten Schutzrechten verstößt, die Transparenz- und Vergütungspflichten für KI-Dienste umfassen.
- •Die Beschwerde verweist auf eine Entscheidung vom 8. Juli 2026, in der die Autorité de la concurrence Meta zur Wiederaufnahme von Verhandlungen mit Verlegern über KI-bezogene Inhaltszahlungen anordnete, und APIG fordert eine vergleichbare Maßnahme gegen Google.
- •Eine separate Untersuchung der Europäischen Kommission, die im Dezember 2025 eingeleitet wurde, prüft, ob AI Overviews mit den bestehenden digitalen Vorschriften der EU vereinbar ist.

Die Alliance de la Presse d'Information Générale (APIG), die rund 300 französische Tageszeitungen vertritt, hat am 11. August 2026 eine formelle Beschwerde bei der französischen Autorité de la concurrence eingereicht. Darin wird behauptet, dass Googles Funktion AI Overviews dem Pressesektor erheblichen Schaden zufügt.
Googles AI Overviews erscheinen seit Ende Juli 2026 in französischen Suchergebnissen. Seitdem verzeichnen französische Verlage einen Rückgang des Empfehlungsverkehrs um 33 % bis 38 %. Die Funktion fasst Inhalte von Verlagswebsites zu in sich geschlossenen Zusammenfassungen zusammen, die oben auf den Seiten mit Suchergebnissen angezeigt werden, und bietet Nutzern Antworten, ohne sie zu den Originalquellen zu leiten. Die Verlage erhalten dadurch weder Seitenbesuche, noch Werbeeindrücke oder Abonnementmöglichkeiten.
Dieser Verkehrsrückgang steht im Mittelpunkt der Beschwerde, da er über die Sichtbarkeit einzelner Schlagzeilen hinausgeht und die Geschäftsmechanismen erreicht, die die Nachrichtenproduktion tragen. Für Verlage können Suchempfehlungen dazu beitragen, Leserschaft, Werbeinventar und Abonnements zu erhalten. Die Frage an die Regulierungsbehörden betrifft daher nicht nur, wie Google Informationen präsentiert, sondern auch, wie diese Präsentation mit dem Presse-Rahmenwerk interagiert, das Frankreich über Jahre hinweg aufgebaut hat.
Angebliche Verstöße gegen die Zusagen von 2022
APIG behauptet, dass Googles Einsatz von AI Overviews den Zusagen widerspricht, die das Unternehmen im Jahr 2022 im Rahmen der französischen Vorschriften zu verwandten Schutzrechten abgegeben hat. Diese gehen auf die EU-Urheberrechtsrichtlinie aus dem Jahr 2019 zurück. Diese Richtlinie sollte Plattformen dazu verpflichten, über eine angemessene Vergütung für Presseinhalte zu verhandeln. Googles Zusagen aus dem Jahr 2022 umfassten Transparenzpflichten und Vergütungsanforderungen, die speziell auf KI-Dienste zugeschnitten waren.
Präzedenzfall aus dem Meta-Verfahren
Die Beschwerde von APIG bezieht sich auf einen konkreten regulatorischen Präzedenzfall. Am 8. Juli 2026 ordnete die Autorité de la concurrence an, dass Meta die Verhandlungen mit Verlagen über Zahlungen für die KI-bezogene Nutzung von Inhalten wiederaufnehmen muss. APIG strebt eine vergleichbare regulatorische Maßnahme gegen Google an.
Google hat keine öffentliche Stellungnahme zu der Beschwerde abgegeben.
Parallele EU-Untersuchung
Die französische Beschwerde läuft parallel zu einer separaten Untersuchung, die die Europäische Kommission im Dezember 2025 eingeleitet hat und die prüft, ob AI Overviews mit den bestehenden digitalen Vorschriften der EU vereinbar ist.
Historischer Kontext
Der Streit baut auf einen jahrelangen Konflikt über verwandte Schutzrechte in Frankreich auf. Nach Verabschiedung der EU-Urheberrechtsrichtlinie im Jahr 2019, die Presseverlegern einen rechtlichen Anspruch auf Zahlung einräumte, wenn Plattformen ihre Inhalte anzeigen, leistete Google anfangs heftigen Widerstand gegen die französische Umsetzung dieser Vorschriften. Das Unternehmen weigerte sich kurzzeitig, Nachrichtenausschnitte in französischen Suchergebnissen anzuzeigen, bevor es unter öffentlichem und regulatorischem Druck seinen Kurs änderte.
Im Jahr 2021 wurde eine ausgehandelte Einigung erzielt. Im März 2024 verhängte die Autorité de la concurrence eine Geldstrafe von 250 Millionen Euro gegen Google wegen unzureichender Einhaltung der Vorschriften für Presseinhalte.
APIG fordert keine neuen Vorschriften. Die Organisation fordert die Regulierungsbehörden auf, die Zusagen durchzusetzen, denen Google bereits zugestimmt hat, während französische und EU-Behörden weiterhin prüfen, wie die bestehenden Presseregeln anzuwenden sind, wenn KI-generierte Zusammenfassungen direkte Links in der Suche ersetzen.