Krypto-Handelsplattform FOMO bestreitet Hack ihrer iOS-App
Wichtige Erkenntnisse
- •Ein X-Konto behauptete, ein Update der FOMO-iOS-App habe 6 Millionen USD an Kryptoverlusten verursacht, und verwies auf einen Fall, bei dem 662 SOL im Wert von rund 62.000 USD abgeflossen seien.
- •FOMO-Mitgründer Prashan Dharmasena wies die Vorwürfe zurück und erklärte, das betreffende Wallet habe nie eine Transaktion über FOMOs Fee Payer signiert.
- •Die genannte Solana-Transaktion ist als echt verifiziert, doch die Blockchain-Daten belegen nicht, ob die FOMO-App oder ihr Update die Geldbewegung verursacht hat.
- •Der forensische Forscher ZachXBT verknüpfte das beschuldigende Konto Derivatives_Ape mit einem Zkasino-Mitgründer, dem die Veruntreuung von 30 Millionen USD an Anlegergeldern vorgeworfen wird.
- •FOMO hat rund 94 Millionen USD eingesammelt und wurde in einer von Index Ventures geführten Series-B-Runde mit 550 Millionen USD bewertet; die iOS-App bleibt in Apples App Store verfügbar.

Krypto-Handelsplattform FOMO bestreitet Hack ihrer iOS-App
Ein Krypto-Trader behauptete gestern, ein Update der FOMO-App habe Verluste in Höhe von 6 Millionen USD an Kryptowährungen verursacht.
In einem Social-Media-Beitrag führte der Trader ein Beispiel an, wonach jemand nach dem Öffnen der iOS-App namens FOMO angeblich 662 $SOL im Wert von rund 62.000 USD verloren habe.
FOMO-Mitgründer Prashan Dharmasena wies die Behauptung zurück und erklärte: „It’s crazy that people can just come on this app and blatantly lie“, und fügte hinzu, dass für das betreffende Konto keine Transaktion existiert, die vom Fee Payer von FOMO signiert wurde.
Dharmasena wiederholte diese Verteidigung gegenüber mindestens zwei weiteren Anklägern.
Die ursprüngliche Anschuldigung stammt von Derivatives_Ape, einem X-Konto, das auf Solana-Trading-Kommentare ausgerichtet ist; dieses Konto ist jedoch nicht das angebliche Opfer. Laut dem Beitrag habe vielmehr ein „Freund“ den Verlust erlitten.
Laut dem forensischen Forscher ZachXBT ist Derivatives_Ape ein Mitgründer von Zkasino, der „stole $30 million of investor funds“. ZachXBT identifizierte das Konto als Zkasino-Mitgründer Elham Nourzai, obwohl das Handle offenbar von einem anderen Zkasino-Mitgründer, Ildar Elham, kontrolliert wurde.
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Die Transaktion existiert – doch wer hat sie verursacht?
Die in der ursprünglichen Anschuldigung genannte Transaktion ist real.
Der Screenshot wirkt zwar abgeschnitten, doch das Bild in der Anschuldigung stammt authentisch von solscan.io, einem seriösen Block-Explorer für die Solana-Blockchain. Die Transaktion bewegte 662 $SOL aus dem genannten Wallet, 14 Minuten bevor die Anschuldigung in den sozialen Medien veröffentlicht wurde.
Dieses Detail ist wichtig, denn es bestätigt eine On-Chain-Bewegung – nicht jedoch, ob die FOMO-App oder ein App-Update dafür verantwortlich war.
Dharmasena bestreitet jedoch, dass ein Bug in der FOMO-App diese Bewegung verursacht hat, und ebenfalls, dass es sich um eine unbefugte Übertragung handelte.
FOMO schloss im September 2025 eine Series-A-Runde über 17 Millionen USD unter Führung von Benchmark ab. Chetan Puttagunta von Benchmark erhielt einen Sitz im Board.
Das Unternehmen hob zudem eine Series-B-Runde über 75 Millionen USD unter Führung von Index Ventures ab, die das Unternehmen mit 550 Millionen USD bewertete; auch Union Square Ventures beteiligte sich. Balaji Srinivasan und Solana-Mitgründer Raj Gokal sind Investoren.
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FOMO-App weist Verantwortung von sich
Derivatives_Ape schrieb, FOMO „must have accidentally added something malicious in its new code“ und dass ein Freund „could literally watch the funds moving on-chain, but on the FOMO app it still showed as if his balance was there“.
Der gleiche Beitrag beziffert den Gesamtschaden bislang auf 6 Millionen USD, begrenzt auf iOS. Zu dieser Schätzung liegen keine Aufschlüsselung, keine Opferliste und keine Methodik vor.
FOMOs eigene Sicherheitsdokumentation stellt unmissverständlich klar: „FOMO cannot access, move, or freeze your funds.“ Trifft dieses Self-Custody-Design zu, wäre ein serverseitiger Abzug von Geldern schwierig.
Dharmasena argumentiert, dass das in der Beschwerde genannte Wallet nie eine Transaktion über FOMOs eigenen Fee Payer signiert hat. Das würde FOMO aus seiner Sicht entlasten, ist jedoch enger gefasst als die Aussage, das Wallet habe die FOMO-App nie genutzt.
FOMO hat einen offensichtlichen Anreiz, einen Exploit zu bestreiten. Ein aktiver Abfluss von Geldern würde ein Unternehmen bedrohen, das nach offengelegten Angaben rund 94 Millionen USD an Finanzierung eingesammelt hat.
Auch bei Derivatives_Ape könnte es ein Anreizproblem geben. Dharmasenas wiederholte Einordnung als „paid fud“ deutet auf koordinierte, finanziell motivierte Desinformation hin.
Ein Drittkonto verteidigte FOMO ebenfalls und erklärte: „There’s a few other users posting the same text, probably paid by competitors“ und dass das konkret genannte Wallet „not created through @fomo“ sei.
Zum Zeitpunkt der Erstellung ist die iOS-App von FOMO weiterhin in Apples App Store verfügbar.