Euro und Pfund handeln vorsichtig gegen den Dollar, während die Märkte auf die FOMC-Protokolle warten
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Federal Reserve hat auf ihrer Sitzung im Juli die Zinsen unverändert gelassen und betont, dass künftige geldpolitische Entscheidungen weiterhin von eingehenden Wirtschaftsdaten abhängen werden.
- •Die Märkte werden die heute um 21:00 Uhr (GMT+3) anstehenden FOMC-Protokolle genau daraufhin untersuchen, wie das Komitee Inflationsrisiken und die Lage am Arbeitsmarkt einschätzt, nachdem schwächere Inflationsdaten und Anzeichen einer Abkühlung am Arbeitsmarkt vorgelegen hatten.
- •Die heute veröffentlichten britischen Inflationsdaten wirken als zusätzlicher Katalysator für GBP/USD, da anhaltender Preisdruck weitere Lockerungen der Bank of England begrenzen könnte, während eine stärkere Verlangsamung die Erwartungen niedrigerer Zinsen verstärken könnte.
- •EUR/USD hat die Junihochs nahe 1.1600 getestet und könnte in Richtung 1.1660–1.1680 ansteigen, wenn das Hoch der vorangegangenen Sitzung als Unterstützung hält; ein Scheitern könnte jedoch eine Korrektur in Richtung 1.1500 auslösen.
- •GBP/USD hat die psychologisch bedeutsame Marke von 1.3500 überschritten, mit Aufwärtszielen um 1.3600–1.3640, sofern es oberhalb der Schwelle bleibt, während ein entschiedener Rückgang unter diese Marke zu einem Decline Richtung 1.3430–1.3470 führen könnte.

Der Euro und das britische Pfund handeln vorsichtig gegenüber dem US-Dollar, während die Märkte gespannt auf die Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten geldpolitischen Sitzung der Federal Reserve warten. Auf ihrer Julisitzung ließ die Fed die Zinsen unverändert und bekräftigte, dass künftige Entscheidungen weiterhin von den eingehenden Wirtschaftsdaten abhängen würden. Die Protokolle, die drei Wochen nach jeder geldpolitischen Sitzung veröffentlicht werden, bieten eines der wenigen planmäßigen Fenster in die Debatte der FOMC-Mitglieder zwischen den Entscheidungszeitpunkten.
Die Anleger werden genau darauf achten, wie die FOMC-Mitglieder Inflationsrisiken, die Bedingungen am Arbeitsmarkt und den Zinsausblick bewertet haben. Nach schwächeren Inflationsdaten und Anzeichen einer Abkühlung am Arbeitsmarkt könnte ein geldpolitisch gemäßigterer Ton in den Protokollen die Erwartungen einer Geldlockerung stärken und den Dollar belasten. Ein anhaltender Fokus auf Inflationsrisiken und eine restriktive geldpolitische Haltung könnten der US-Währung hingegen zusätzliche Stütze verleihen. Da Zinserwartungen ein zentraler Treiber von Währungsbewertungen sind, schlagen sich selbst feine Verschiebungen in der Gewichtung des Komitees in der Regel schnell im Wechselkurs des Dollars gegenüber anderen wichtigen Währungen nieder.
Das Pfund erhält heute einen zusätzlichen Katalysator in Form britischer Inflationszahlen, die genau auf Hinweise für die nächsten Schritte der Bank of England hin überprüft werden. Anhaltender Preisdruck könnte den Spielraum für weitere geldpolitische Lockerungen verringern und das Pfund stützen, während eine ausgeprägtere Verlangsamung der Inflation die Erwartungen niedrigerer Zinsen verstärken könnte.
Der Euro selbst verfügt derweil über nur wenige große inländische Katalysatoren, wodurch EUR/USD besonders empfindlich auf Bewegungen des US-Dollars reagiert. Infolgedessen könnten die FOMC-Protokolle zu einem zentralen Treiber der nächsten Bewegung des Paares werden. Diese Empfindlichkeit wird durch die Tiefe des EUR/USD-Marktes verstärkt – des weltweit am stärksten gehandelten Währungspaares –, in dem von Fed-Erwartungen getriebene Positionierungen an Tagen ohne Nachrichten aus dem Euroraum dominieren können.
EUR/USD
EUR/USD hat gestern die Junihochs nahe 1.1600 getestet. Aus technischer Sicht könnte das Paar seinen Anstieg in Richtung 1.1660–1.1680 ausbauen, wenn das Hoch der vorangegangenen Sitzung erfolgreich in eine Unterstützungsebene verwandelt wird.
Ein Scheitern bei der Etablierung eines festen Standbeins oberhalb der aktuellen Niveaus könnte jedoch eine Korrektur auslösen, die das Paar zurück in Richtung des Unterstützungsbereichs bei 1.1500 führt.
Schlüsselereignisse für EUR/USD:
- heute um 12:30 Uhr (GMT+3): Auktion 10-jähriger deutscher Bundesanleihen;
- heute um 17:30 Uhr (GMT+3): US-Rohöllagerbestände;
- heute um 21:00 Uhr (GMT+3): Veröffentlichung der FOMC-Protokolle.
GBP/USD
Die Käufer von GBP/USD haben es in den vergangenen Sitzungen geschafft, das Paar über die wichtige Widerstandsmarke von 1.3500 zu heben. Als runde, psychologisch bedeutsame Schwelle zieht dieser Bereich traditionell besondere Aufmerksamkeit von Tradern auf sich. Wenn das Paar seine Position oberhalb dieser Schwelle halten kann, könnten die nächsten Aufwärtsziele im Bereich von 1.3600–1.3640 liegen.
Eine entschiedene Rückkehr unter 1.3500 könnte hingegen den Beginn einer bärischen Korrektur in Richtung des Bereichs 1.3430–1.3470 signalisieren.
Schlüsselereignisse für GBP/USD:
- heute um 09:00 Uhr (GMT+3): britischer Verbraucherpreisindex (CPI);
- heute um 11:30 Uhr (GMT+3): britischer Hauspreisindex;
- morgen um 15:30 Uhr (GMT+3): US-Industrieindex der Philadelphia Fed.
EUR/USD und GBP/USD halten sich beide in der Nähe wichtiger technischer Niveaus auf, sodass die nächste richtungsweisende Bewegung von neuen fundamentalen Signalen abhängt. Die britische Inflation wird der erste große Katalysator für das Pfund sein, während die FOMC-Protokolle das Hauptereignis für beide Währungspaare darstellen. Da die Fed betont, dass ihre Entscheidungen datenabhängig bleiben, wird die Aufmerksamkeit über den heutigen Tag hinaus voraussichtlich den anstehenden US-Wirtschaftsveröffentlichungen gelten, während die Märkte den geldpolitischen Ausblick weiter einpreisen.
Eine geldpolitisch gemäßigtere Botschaft der Federal Reserve könnte den Dollar erneut unter Druck setzen und weitere Gewinne von Euro und Pfund unterstützen. Umgekehrt könnte eine anhaltend restriktive Haltung die US-Währung stärken und korrektive Rückgänge sowohl bei EUR/USD als auch bei GBP/USD auslösen.