Fed-Vertreter Kashkari und Hammack erläutern ihre Gegenstimmen zu einer Zinserhöhung und verweisen auf erhöhte Inflationsrisiken
Wichtige Erkenntnisse
- •Drei FOMC-Mitglieder — Kashkari, Hammack und Logan — stimmten auf der jüngsten Sitzung gegen den Beschluss, die Zinsen unverändert zu lassen, und bevorzugten jeweils eine Erhöhung um 25 Basispunkte.
- •Kashkari verwies auf aufeinanderfolgende Angebotsschocks und die Nachfrage durch Investitionen in Rechenzentren als Faktoren der Inflation und argumentierte, die Geldpolitik könne eine fortlaufende Serie von Störungen nicht ignorieren.
- •Hammack ist der Ansicht, dass der aktuelle Leitzins nicht restriktiv genug ist, und warnte, dass ein Zuwarten die Rückkehr der Inflation zum 2-Prozent-Ziel der Fed erschweren könnte.
- •Drei Gegenstimmen auf einer einzelnen FOMC-Sitzung sind historisch selten und spiegeln eine tiefe interne Debatte innerhalb der Federal Reserve über die Richtung der Geldpolitik wider.
- •Lorie Logan ist die dritte Gegenstimme und wird voraussichtlich ihre Begründung ebenfalls öffentlich erläutern.

Vertreter der Federal Reserve Bank, Neel Kashkari und Beth Hammack, erläutern öffentlich ihre Gegenstimmen auf der jüngsten FOMC-Sitzung, auf der das Komitee beschloss, den Federal-Funds-Zins unverändert zu lassen. Kashkari, Hammack und Lorie Logan — alle drei Gegenstimmen — befürworteten stattdessen jeweils eine Erhöhung um 25 Basispunkte und argumentierten, dass die Inflationsrisiken weiterhin erhöht seien und eine Serie schrittweiser geldpolitischer Maßnahmen wirksamer wäre, als zu warten, bis größere Zinserhöhungen notwendig werden. Drei Gegenstimmen auf einer einzelnen FOMC-Sitzung sind historisch selten und verdeutlichen die Tiefe der internen Debatte über den geldpolitischen Kurs.
Kashkaris Begründung
Kashkari stimmte auf der FOMC-Sitzung gegen den Beschluss und zog es vor, den Federal-Funds-Zins um 25 Basispunkte anzuheben. Er merkte an, dass jüngere Investitionen in Rechenzentren ein neues Nachfrageelement zur Inflation hinzugefügt hätten, während zudem eine Reihe von Angebotsschocks für einen Teil des Inflationsproblems verantwortlich gewesen sei.
Er ist zunehmend der Ansicht, dass die Geldpolitik eine Rolle dabei spielt, aufeinanderfolgende Angebotsschocks zu adressieren, die zu einer Verfestigung der Inflation führen könnten. Zwar könne die Geldpolitik einzelne Angebotsschocks durchsehen, argumentierte Kashkari, nicht aber eine fortlaufende Serie solcher Schocks ignorieren.
Kashkari will das Risiko einer Verfestigung der Inflation steuern und würde es vorziehen, die Politik schrittweise zu straffen. Sollte die Inflation dauerhaft nachlassen, würde eine Strategie kleiner Schritte es dem FOMC ermöglichen, weitere Straffungen zu verlangsamen oder zu pausieren, ohne der Realwirtschaft unnötigen Schaden zuzufügen. Bleibt die Inflation dagegen erhöht, wären mehrere kleine geldpolitische Schritte besser, als abzuwarten und dann zu dem Schluss zu kommen, dass deutlich größere Maßnahmen erforderlich sind.
Hammacks Position
Hammack stimmte dagegen, weil sie der Ansicht ist, dass die Politik noch immer nicht restriktiv genug ist und die Fed jetzt handeln sollte, um die Inflation wieder unter Kontrolle zu bringen. Sie betonte, dass die Inflation seit zu langer Zeit zu hoch sei und sie nicht darauf vertraue, dass die Inflation ohne zusätzliche Maßnahmen der Fed nachlassen werde.
Hammack erklärte, jetzt sei der Zeitpunkt für die Fed gekommen, zu handeln und die hohe Inflation zu senken, und warnte davor, dass es umso schwieriger werde, die Inflation wieder auf das 2-Prozent-Ziel der Fed zurückzuführen, je länger sie erhöht bleibe. Da sich der Arbeitsmarkt weiterhin stabil zeige, solle sich die Fed ihrer Ansicht nach klar auf die Inflation konzentrieren; der aktuelle Leitzins sei nicht restriktiv genug.
Dritte Gegenstimme
Kashkari und Hammack gehören zu drei Gegenstimmen auf der Sitzung. Fed-Vertreter Lorie Logan ist die dritte Gegenstimme und wird voraussichtlich ebenfalls heute sprechen.