NachrichtenMakroFX Daily: Fed-Pause könnte den Dollar heute unter Druck setzen

FX Daily: Fed-Pause könnte den Dollar heute unter Druck setzen

Autor: Hellenic Shipping News·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Märkte preisen nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Anhebung ein, ING erwartet heute jedoch unveränderte Zinsen der FOMC.
  • Eine Fed-Pause könnte den Dollar durch den Abbau vorsorglicher Positionierungen schwächen und den DXY anfällig machen, falls die Kommunikation nicht hawkisch ausfällt.
  • ING sieht EUR/USD bei einem moderat dovishen Fed-Überraschungseffekt in den kommenden Tagen wieder im Bereich von 1.1400-1.1450.
  • Der australische Gesamt-CPI verlangsamte sich im Juni auf 3.8%, der bereinigte Mittelwert blieb bei 3.6%, was die Erwartungen an weitere RBA-Straffungen deutlich senkte.
  • CEE-Währungen könnten von einer Fed ohne Zinserhöhung profitieren; später in der Woche stehen zudem BIP- und Inflationsdaten in Ungarn, der Tschechischen Republik und Polen an.
FX Daily: Fed-Pause könnte den Dollar heute unter Druck setzen

FX Daily: Fed-Pause könnte den Dollar heute unter Druck setzen

in Daily Currencies Ratings 29/07/2026

USD: Der Dollar könnte sich nach einer Fed-Pause wieder mit niedrigerem Öl koppeln

Unsere Fed-Vorschau, die letzte Woche veröffentlicht wurde, argumentierte, dass eine vorsorgliche Positionierung für eine mögliche überraschende Fed-Anhebung den Dollar bis zur heutigen FOMC-Bekanntgabe gestützt halten könnte. Genau das scheint eingetreten zu sein. Trotz schwächerer Verbrauchervertrauensdaten und Deeskalationsmeldungen, die gestern auf den Dollar lasteten, hat sich der DXY gegenüber dem jüngsten Rückgang der Ölpreise kaum sensitiv gezeigt.

Diese Widerstandskraft dürfte heute stark auf die Probe gestellt werden. Die Märkte preisen 7 Basispunkte ein, also etwa eine 25% bis 30%ige Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Anhebung heute. Theoretisch würde das, sofern die Zinsen wie von uns erwartet unverändert bleiben, eine mechanische Korrektur nach unten bei den kurzfristigen USD-Zinsen bedeuten. Dennoch wird die Stimmverteilung im Vorstand große Aufmerksamkeit erhalten, da sie mitbestimmt, wie fest die Anleger ihre Erwartungen für das Jahresende verankern.

Nach Konsensmeinung dürften zwei Gegenstimmen — Logan und Hammack — für eine Anhebung votieren. In diesem Fall könnten die Zinserwartungen für das Jahresende (41 Basispunkte) weiterhin breit gestützt bleiben. Dennoch sehen wir für den Dollar Abwärtsrisiken. Der Grund ist derselbe wie oben: Eine Fed-Pause sollte vorsorgliche USD-Positionierungen abbauen und dem Dollar erlauben, sich wieder am Signal der niedrigeren Ölpreise auszurichten. Die nächtliche Wiederaufnahme militärischer Angriffe im Golf scheint die Hoffnungen der Märkte auf eine Deeskalation bislang nicht stark beeinträchtigt zu haben; Brent liegt vorerst weiter unter US$90 je Barrel.

Mit anderen Worten: Sofern Fed Chair Kevin Warsh nicht mit einer hawkischen Tonlage überrascht oder mehr als zwei Gegenstimmen auftreten, erwarten wir heute Druck auf den Dollar. Sollten aus dem Golf erneut konstruktive Schlagzeilen kommen, rechnen wir bis Ende dieser Woche mit einem Test von 101.0 im DXY.

Francesco Pesole

EUR: Bald wieder in Richtung 1.15?

Die erneute Wiederaufnahme militärischer Angriffe über Nacht erinnert daran, dass beim EUR/USD weiterhin Vorsicht geboten bleibt. Dennoch: Wenn die Märkte mit ihrer grundsätzlich konstruktiven Einschätzung weiterer Deeskalation richtig liegen, ist es gut möglich, dass das Währungspaar bereits letzte Woche einen Boden gefunden hat.

Für einen nachhaltigen Anstieg zurück über 1.15 fehlen noch zwei Faktoren: eine dovishe Neubewertung der Fed, entweder durch US-Daten oder durch Kommunikation, sowie eine Stabilisierung der Risikostimmung. Während die relative Unabhängigkeit von Technologieaktien gegenüber Zinsen EUR/USD im Frühjahr stützte, könnte die aktuelle Turbulenz im Chipsektor die Gewinne nun begrenzen, selbst wenn sich die Schlagzeilen aus dem Nahen Osten verbessern.

Da heute im Euroraum kaum Daten anstehen, dürfte EUR/USD seine Richtung von der FOMC erhalten. Als Basisreaktion auf eine moderate dovishe Fed-Überraschung erwarten wir in den kommenden Tagen einen Rücklauf in den Bereich von 1.1400-1.1450.

Francesco Pesole

AUD: Überraschend schwache CPI-Daten

Die australische Inflation fiel heute Morgen schwächer aus als erwartet. Der Gesamt-CPI verlangsamte sich im Juni von 4.0% auf 3.8%, entsprechend 0.6% QoQ, während der bereinigte Mittelwert — Australiens bevorzugte Kernmessgröße — bei 3.6% blieb, nach Erwartungen von 3.7%.

Die unmittelbare Marktreaktion war deutlich: Der Zweijahres-AUD-Swapsatz fiel um 10 Basispunkte, sodass AUD heute die einzige G10-Währung ist, die gegenüber dem USD schwächer notiert. Die Märkte haben ihre Erwartungen an weitere Straffungen durch die Reserve Bank of Australia deutlich zurückgenommen, von rund 20 Basispunkten vor der Veröffentlichung auf 13 Basispunkte zum Zeitpunkt des Schreibens.

Auch wir erwarten in diesem Jahr keine weiteren RBA-Anhebungen, doch die Marktreaktion könnte etwas überzogen sein. Höhere Energiepreise im Juli deuten darauf hin, dass Inflationsdaten im weiteren Verlauf des Sommers weniger beruhigend ausfallen könnten, und Gouverneurin Michele Bullock hat weiterhin signalisiert, dass zusätzliche Straffung möglicherweise noch erforderlich sei, um die Inflation wieder zum Ziel zu bringen.

Kurzfristig bleibt AUD durch die Volatilität an asiatischen Aktienmärkten belastet. Unser dovisher Fed-Ausblick, der begrenztere Spielraum für weitere Rückgänge bei den kurzfristigen AUD-Zinsen sowie der günstige Carry und die Terms of Trade für AUD halten den mittelfristigen Ausblick jedoch konstruktiv. Unser Ziel für AUD/USD bei 0.73 bis Dezember bleibt bestehen.

Francesco Pesole

CEE: Fed-Risiko im Fokus, aber die lokale Lage wird konstruktiver

Die Märkte haben sich gestern bei Zinsen und FX etwas stabilisiert. Anleger warten klar auf die heutige Fed-Entscheidung, die für EM-Währungen spürbare Auswirkungen haben könnte. Die Risiken wirken asymmetrisch, falls die Fed die Zinsen anhebt, verglichen mit unserem Basisszenario, da dies CEE-Währungen wahrscheinlich stärker treffen würde. Eine Entscheidung ohne Änderung dürfte dagegen nur einen moderaten Schub geben.

Allerdings zeigen die aktuellen Marktbedingungen weiterhin niedrigere Öl- und Gaspreise sowie eine Entkopplung von Zinsen und FX. Ein Fed-Ergebnis ohne Anhebung könnte daher das verbleibende Aufwärtspotenzial bei CEE-Währungen freisetzen, das in den vergangenen Tagen durch Vorsicht vor der Entscheidung gebremst wurde. Damit fällt das heutige Fed-Treffen für CEE etwas weniger asymmetrisch aus.

Auf lokaler Ebene dürfte es heute ruhig bleiben; die wichtigsten Daten kommen später in dieser Woche: BIP in Ungarn und der Tschechischen Republik am Donnerstag sowie CPI in Polen am Freitag. Möglicherweise hören wir vor Beginn der Blackout-Phase am Donnerstag noch von der CNB.

CEE tritt zudem in die entscheidende Phase der Vorbereitung der Haushaltspläne für das kommende Jahr ein. In der Tschechischen Republik erklärte der Ministerpräsident gestern, das Defizit solle 2.9% des BIP nicht überschreiten, nach 2.4% in diesem Jahr. Das sollte die Märkte beruhigen, dass die neue Regierung unter der 3%-Schwelle bleiben wird, auch wenn das Defizit dennoch steigen dürfte.

In Polen deuten Medienberichte auf mögliche Steuererhöhungen sowie eine mögliche Anhebung des Steuerfreibetrags hin, da die Regierung vor der Parlamentswahl im nächsten Jahr die passende Mischung sucht. Wir erwarten ein Defizit von 6.8% des BIP in diesem Jahr und 6.3% im nächsten Jahr. In beiden Ländern sollten die endgültigen Haushaltsentwürfe etwa Ende August oder Anfang September vorgelegt werden.

Frantisek Taborsky

Source: ING