Feds Bowman: Unabhängige Prüfung zeigt – Aufsicht kannte SVB-Kernrisiken neun Monate vor Kollaps 2023
Wichtige Erkenntnisse
- •Eine von der Fed-Vizevorsitzenden Michelle Bowman in Auftrag gegebene unabhängige Prüfung ergab, dass die Aufseher die Zins- und Liquiditätsrisiken der Silicon Valley Bank bereits Mitte 2022 – mindestens neun Monate vor dem Zusammenbruch – kannten, diese Informationen aber nicht angemessen nutzten.
- •Die Prüfung führt die aufsichtliche Untätigkeit auf langjährige Unsicherheit über Entscheidungskompetenzen und mangelnde Rechenschaftspflicht zurück und weist soziale Medien sowie das Regulierungsgesetz von 2018 als Ursachen für den Run zurück.
- •Die SVB erhielt zwischen 2019 und ihrem Scheitern 54 formelle aufsichtliche Feststellungen, doch keine davon verlangte die Behebung ihrer Kernfinanzrisiken.
- •Die Federal Reserve veröffentlichte im Herbst 2025 eine Erklärung zu aufsichtlichen Führungsgrundsätzen und verfeinert diese, um klarere Entscheidungsrechte, direkte Eskalationswege und stärkere Rechenschaftspflicht zwischen Board und Reserve Banks zu schaffen.
- •Bowman sagte, BCBS und FSB hätten nahezu wörtlich auf unvollständige Frühberichte zum SVB-Scheitern vertraut; die darauf basierende internationale Regulierungsarbeit sei somit nicht gerechtfertigt gewesen.

Michelle W. Bowman, Vizevorsitzende der Bankenaufsicht der Federal Reserve, erklärte, eine kürzlich veröffentlichte unabhängige Prüfung des Scheiterns der Silicon Valley Bank (SVB) im Jahr 2023 habe ergeben, dass die Aufseher die wesentlichen Schwachstellen der Bank viele Monate vor dem Zusammenbruch identifiziert, diese Informationen aber nicht angemessen genutzt hätten. Bowman, die die Prüfung früher in diesem Jahr in Auftrag gegeben hatte, stellte die vorläufigen Ergebnisse in einer Rede vom 14. Oktober 2026 zur Modernisierung der Bankenaufsicht beim Bangkok Economic Festival des Reinventing Bretton Woods Committee in Bangkok, Thailand, vor.
Der vollständige Redetext ist auf der Website der Federal Reserve verfügbar; die Notenbank hat zudem eine PDF-Version veröffentlicht.
Bowman gliederte ihre Ausführungen in drei zusammenhängende Aspekte der Aufsichtsmodernisierung. Erstens die Lehren aus der neu veröffentlichten unabhängigen Bewertung des SVB-Scheiterns hinsichtlich der Bedeutung rechtzeitigen aufsichtlichen Handelns. Zweitens, wie die Federal Reserve die Aufsichtseffektivität verbessert, damit Entscheidungskompetenzen klar sind und Prüfer stärker für rechtzeitiges Handeln verantwortlich sind. Drittens, wie Modernisierung die Aufsichtsarbeit weltweit verbessern kann, auch unter Leitung von Standardsetzungsgremien wie dem Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) und dem Financial Stability Board (FSB).
„Es ist schön, mit Ihnen zu erörtern, wie sichergestellt werden kann, dass das globale Finanzsystem darauf ausgerichtet ist, sich an das sich verändernde wirtschaftliche Umfeld anzupassen", sagte Bowman und stellte fest, dass „das Tempo der Veränderungen hoch" gewesen sei. Sie fügte hinzu: „Unser Finanzsystem entwickelt sich rasch weiter. Daher ist es wichtig, dass wir unsere regulierenden und aufsichtlichen Rahmenwerke regelmäßig überprüfen, um zu prüfen, wie wir mit dieser Entwicklung am besten Schritt halten können."
Unabhängige Prüfung der Silicon Valley Bank
Bowman bezeichnete das Scheitern der SVB im Jahr 2023 – der auf Technologie und Risikokapital ausgerichteten Kreditgeberin, die die Federal Deposit Insurance Corporation im März jenes Jahres unter Zwangsverwaltung stellte – als „Fallstudie mit entscheidenden Lehren für Bankenaufseher im In- und Ausland." Frühere Berichte zur SVB hätten zwar wichtige Informationen geliefert, seien aber beschleunigt und mit begrenztem Umfang erstellt worden und hätten wichtige Daten zum Scheitern nicht umfassend behandelt. Folglich seien diese Berichte unvollständig gewesen und hätten „eine Reihe unzuverlässiger Schlussfolgerungen verfestigt."
„Deshalb habe ich früher in diesem Jahr eine unabhängige Prüfung des Bankpleite und der damit verbundenen Aufsicht Federal Reserve in Auftrag gegeben", sagte Bowman. „Die Prüfung schließt frühere Lücken und korrigiert wichtige Fehleinschätzungen zum Scheitern der SVB." Ihre vorläufigen Ergebnisse untermauerten „schwierige, aber wichtige Kritikpunkte" daran, dass die Aufsicht des Federal Reserve Systems versäumt habe, rechtzeitig zu handeln und der SVB umsetzbare Vorgaben zu kommunizieren.
Ein zentraler Befund sei, dass die Aufseher viele Monate vor dem Scheitern Informationen über die wesentlichen Schwachstellen der SVB hatten, diese aber nicht angemessen nutzten. Prüfer an der Front, Risiko- und Überwachungsspezialisten sowie Mitarbeiter der Reserve Banks und des Board kannten die Zins- und Liquiditätsrisiken der SVB mindestens neun volle Monate, bevor die Federal Deposit Insurance Corporation die Bank unter Zwangsverwaltung stellte – also Mitte 2022. Die Prüfung kommt zu dem Schluss, dass langjährige Unsicherheit über Entscheidungskompetenzen und fehlende klare Rechenschaftspflicht zeitnahes Entsorgen behinderten.
Die vorläufige Prüfung korrigiere zudem frühere Fehldarstellungen, so Bowman: Soziale Medien seien nicht für den Run auf die SVB verantwortlich, und das Untätigbleiben der Fed sei nicht durch gesetzliche Deregulierung oder regulatorische Änderungen wie die des Economic Growth, Regulatory Relief, and Consumer Protection Act von 2018 verursacht worden – des Gesetzes, das die Vermögensschwelle anhob, ab der Banken den verschärften aufsichtlichen Standards der Fed unterliegen. Stattdessen benennt der Bericht langjährige Probleme bei aufsichtlicher Rechenschaftspflicht und Entscheidungsfindung als die wichtigsten Ursachen dafür, dass zeitnahe kritische Durchsetzungsmaßnahmen gegen Kernrisiken unterblieben.
Die Notwendigkeit rechtzeitigen Handelns
Bowman betonte, dass zwar aufsichtliche Entscheidungen auf Beweisen, rechtlicher Befugnis und Urteilsvermögen beruhen müssten, die Wirkung aufsichtlicher Entscheidungen aber „nur effektiv ist, wenn sie rechtzeitig erfolgen." Wenn Aufseher Schwachstellen bei ihrem Entstehen erkennen, haben Banken mehr Optionen und Flexibilität zur Korrektur. Wenn eine Schwäche auftritt, kann eine Bank unter normalen Marktbedingungen oft schrittweise Exposuren abbauen, ihre Liquiditätsposition stärken, Notfallplanung verbessern oder Kapital aufnehmen.
„Wo Aufseher Kommunikation oder Handeln jedoch endlos verzögern – laufend auf weitere Nachweise, mehr Zustimmung oder eine weitere Ausschusssitzung warten –, kommt die Aufsicht zum Erliegen und verliert an Wirksamkeit", sagte sie. „Rechtzeitiges und effizientes Handeln ist der Schlüssel zu erfolgreichen Aufsichtsergebnissen."
Die Prüfung stellt fest, dass sich die aufsichtliche Aufmerksamkeit bei der SVB oft auf Prozesse, Verfahren, Governance und Kontrollen statt auf die Minderung der zugrunde liegenden Zins- und Liquiditätsrisiken konzentrierte. Die SVB erhielt zwischen 2019 und ihrem Scheitern 54 Maßnahmen, die Aufmerksamkeit oder sofortige Aufmerksamkeit erforderten – formelle aufsichtliche Feststellungen, die eine Bank zur Behebung festgestellter Mängel verpflichten –, doch keine dieser Feststellungen verlangte von der Bank, ihre Kernfinanzrisiken anzugehen.
„Mit anderen Worten: Eine Aufsichtsorganisation kann äußerst beschäftigt sein und dennoch versäumen, sich ausreichend auf die wichtigsten Risiken zu konzentrieren", sagte Bowman. Eine solche Organisation könne viele Feststellungen ausgeben, Unternehmen erhebliche Zeit und Ressourcen für die Behebung weniger wichtiger prozessbezogener Themen abverlangen und enorme Ressourcen für Governance und Prozesse aufwenden, während sie kein Handeln gegen „Schwachstellen erzwingt, die am ehesten die Existenz der Institution bedrohen können."
Aufsichtliche Priorisierung und Rechenschaftspflicht
Eine Aufsichtskultur rechtzeitigen Handelns müsse auch mit klaren Rollen und Verantwortlichkeiten einhergehen, damit Aufseher zum Handeln befähigt werden, argumentierte Bowman. Die unabhängige Prüfung beschreibt Unsicherheit innerhalb des Federal Reserve Systems über Entscheidungsrechte und fehlende Rechenschaftspflicht im gesamten Aufsichtssystem. In der Struktur der Fed identifizierten verschiedene Gruppen Risiken, viele weitere sollten zustimmen, und doch hatte keine Einzelperson klar die Pflicht, eine Entscheidung herbeizuführen und Handeln voranzutreiben.
Eine moderne Aufsichtsorganisation brauche klare Antworten auf grundlegende Fragen: Wer trifft die Entscheidung, weiterzugehen? Wer hat die Befugnis zu handeln? Wer ist dafür verantwortlich, dass ein wesentliches Risiko behoben wird? Und wenn verschiedene Teile der Organisation uneinig sind, wer ist dafür zuständig, die Meinungsverschiedenheit zu lösen und weiter voranzukommen?
Bowman stellte fest, dass moderne Aufsichtsorganisationen zunehmend auf Überwachung, Spezialistenteams und Datenanalyse setzen, um Muster über Institute hinweg zu erkennen – Fähigkeiten, die sie als enorm wertvoll beschrieb. „Aber ein Risiko zu identifizieren, zählt nur, wenn es einen klaren Weg von der Information zum Urteil und vom Urteil zum Handeln gibt", sagte sie.
Aus diesem Grund prüft das Federal Reserve System Möglichkeiten, seinen aufsichtlichen Entscheidungsrahmen zu verbessern, um Folgendes sicherzustellen:
- eine direktere Zuweisung von Verantwortung, Befugnis und Rechenschaftspflicht zwischen Board und Mitarbeitern der Reserve Banks;
- klare Entscheidungsrechte für Prüfer und aufsichtliche Führungskräfte; und
- direkte Eskalationswege von Prüfteams zur senioren Aufsichtsführung.
Im Herbst 2025 veröffentlichte das Board eine Erklärung zu aufsichtlichen Führungsgrundsätzen, die klar darlegte, welche Erwartungen an die Ausübung der Aufsicht bestehen. Bowman sagte, diese Grundsätze seien seither verfeinert worden, zuletzt um die Lehren aus der unabhängigen Prüfung der Bankenbelastung 2023 einzuarbeiten – der Turbulenzen, die auch die Signature Bank und First Republic stürzten. Die Veröffentlichung der Grundsätze verbessere zudem Aufsichtstransparenz und Rechenschaftspflicht. Sie richteten die aufsichtlichen Anstrengungen neu auf das, was am wichtigsten ist: frühzeitige Erkennung wesentlicher Risiken, gesunde aufsichtliche Urteilsbildung und ein breites Spektrum aufsichtlicher Instrumente, um rechtzeitiges und verhältnismäßiges Handeln zu ermöglichen, bevor wesentliche Risiken die Sicherheit und Solidität eines Instituts oder die Stabilität des Finanzsystems bedrohen.
Für die Bankenbranche ist die Bedeutung praktisch: Wie diese Entscheidungsrechte letztlich zugewiesen werden, würde bestimmen, wie schnell Prüfberichte zu wesentlichen Risiken die Führungsebene erreichen und wer Verantwortung trägt, wenn Handeln stockt. Da die Prüfungsergebnisse noch vorläufig sind, bleibt abzuwarten, wie die Fed die überarbeiteten Grundsätze und Entscheidungsrechte finalisiert und umsetzt.
Internationale Implikationen und Verhältnismäßigkeit
Der Nutzen der Aufsichtsmodernisierung der Federal Reserve beschränkt sich nicht auf die Vereinigten Staaten, sagte Bowman, und verwies darauf, dass die Reformen und Lehren aus der unabhängigen Prüfung gleichermaßen auf Aufseher weltweit anwendbar seien. Als Vorsitzende des Ständigen Ausschusses des FSB für aufsichtliche und regulatorische Zusammenarbeit hat sie viele Mitgliedsländer eingebunden, um die Modernisierungsagenda des FSB voranzutreiben. Das Arbeitsprogramm des FSB für 2026 zeigt, dass Länder weltweit ebenfalls prüfen, ob regulatorische und aufsichtliche Rahmenwerke für künftige Finanzsysteme weiterhin geeignet sind.
„In dieser Arbeit gibt es wichtige gemeinsame Themen", sagte Bowman. „Modernisierung bedeutet nicht, weniger zu tun. Sie bedeutet die Dinge, die am wichtigsten sind, wirksamer zu priorisieren." Dazu gehörten die Konzentration auf wesentliche Risiken, angemessen angepasste Aufsichtsintensität, die regelmäßige Überprüfung von über die Zeit angewachsenen Prozessen, um deren Eignung sicherzustellen, und Klarheit, damit Aufseher schnell genug Entscheidungen treffen können, um einen Unterschied zu machen.
Angepasste oder verhältnismäßige Aufsicht bedeute nicht schwächere Aufsicht, betonte sie. Sie bedeute, die aufsichtliche Aufmerksamkeit auf die Risiken zu richten, die angesichts von Größe, Komplexität, Aktivitäten, Geschäftsmodell, Vernetzung und potenzieller Auswirkung auf die Finanzstabilität eines Instituts am gravierendsten sind. Eine Gemeinschaftsbank mit klassischem Kredit- und Einlagengeschäft benötige nicht denselben aufsichtlichen Ansatz wie ein global tätiges Institut mit komplexem Handel und grenzüberschreitenden Aktivitäten.
Zweck der Priorisierung sei es, Themen, die Sicherheit und Solidität tatsächlich bedrohen können, von Angelegenheiten zu unterscheiden, die zwar Aufmerksamkeit verdienen, aber kein gleiches Ausmaß an Finanzrisiko darstellen, sagte Bowman. Diese Unterscheidung erfordere aufsichtliches Urteilsvermögen, und Urteilsvermögen erfordere zwangsläufig Entscheidungen. Eine Aufsichtsorganisation, die jedes Thema gleich wichtig nehme, widme tendenziell jenen Angelegenheiten große Aufmerksamkeit, die sich am einfachsten dokumentieren, messen und verfolgen lassen, während andere Risiken, die Synthese, Erfahrung und vertieftes Urteilsvermögen erfordern, zu wenig Aufmerksamkeit erhielten.
„Das Ziel sollte nicht sein, die Anzahl der veröffentlichten Feststellungen zu maximieren", sagte sie. „Es sollte sein, die wichtigsten Risiken zu identifizieren und anzugehen, solange noch Zeit ist, den Kurs zu ändern."
Internationale Gremien wie BCBS und FSB könnten diesen Modernisierungsprozess am besten unterstützen, indem sie sich auf ihre Kernaufträge konzentrieren und evidenz- und datenbasiert bleiben, sagte Bowman, undPrioritäten auf die wichtigsten Bereiche setzen – Fragen der Sicherheit und Solidität sowie der Finanzstabilität.
Internationale Lehren
Die unabhängige Prüfung der SVB zeigt, dass internationale Standardsetzungsgremien wie BCBS und FSB blind auf unvollständige Berichte vertrauten, die kurz nach dem SVB-Scheitern schnell erstellt worden waren, sagte Bowman. Die Prüfung ergab, dass sowohl BCBS als auch FSB Formulierungen nahezu wörtlich aus anderen in den USA veröffentlichten Berichten übernahmen, die nicht auf vollständigen oder korrekten Informationen beruhten, und stellte fest, dass ihre Berichte im Allgemeinen bestehende Aussagen anderer Berichte wiederholten, statt die Informationen unabhängig zu überprüfen oder die Beweisgrundlage zu erweitern.
Folgerichtig wurden die vermeintlichen Lehren aus dem Bericht von April 2023 des damaligen Vizevorsitzenden Barr – der eigenen beschleunigten Bewertung der Fed nach dem Scheitern – zunächst verwendet, um zusätzliche regulatorische Arbeit zu rechtfertigen, auch bei BCBS und FSB. Diese Arbeit sei „von Grund auf fehlerhaft, weil sie auf unvollständigen und mangelhaften Anfangsbefunden beruhte, nicht auf einer breiteren Analyse wie der der unabhängigen Prüfung", sagte Bowman. „Jetzt, mit dem Nutzen umfassenderer Nachweise und Analysen, können wir sehen, dass die Arbeit der internationalen Gremien auf Basis früherer Ergebnisse nicht gerechtfertigt war."
Der Auftrag des BCBS ist es, Regulierungs- und Aufsichtspraktiken weltweit zu stärken, um die Finanzstabilität zu erhöhen, wie die auf der Website der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich veröffentlichte Satzung festhält. Ebenso wurde das FSB gegründet, um wirksame regulatorische, aufsichtliche und andere Finanzsektorpolitiken im Interesse der globalen Finanzstabilität zu koordinieren zu fördern, gemäß dessen Satzung.
Um ihre Glaubwürdigkeit zu wahren, argumentierte Bowman, müssten diese Institutionen ihren Fokus auf wesentliche Risiken – jene, die Sicherheit und Solidität oder Finanzstabilität betreffen – verdoppeln und weniger wertvolle Arbeiten vermeiden, die Ressourcen auf minder wichtige Prioritäten umlenken. Sie müssten auch die Daten und Analysen validieren, auf die sich internationale Standards und Regulierungen stützen.
„Daten und Analysen ohne strenge Validierung einfach zu akzeptieren, birgt das Risiko, internationale Standards auf fehlerhaften Grundlagen aufzubauen und dadurch sowohl die Wirksamkeit von Regulierungen als auch die Glaubwürdigkeit dieser entscheidenden Institutionen zu untergraben", sagte sie. Die Neuorientierung auf Themen mit erheblichem Schadenspotenzial, so fügte sie hinzu, werde es diesen Institutionen ermöglichen, ihren Kernaufträgen treu zu bleiben und einen wertvolleren Beitrag zur Förderung der Aufsichtsmodernisierung zu leisten.
Fazit
Bowman schloss, dass die Federal Reserve bei der fortlaufenden Modernisierung von Aufsicht und Regulierung und der Zusammenarbeit mit internationalen Kollegen über FSB und BCBS „die Demut haben müsse, die Wirksamkeit der eigenen Aufsichtsprozesse kontinuierlich neu zu bewerten." Es solle weiter geprüft werden, ob die aufsichtliche Arbeit mit einem sich rasch verändernden Ökosystem Schritt hält, einschließlich der Frage, wie Organisationen strukturiert sind, um Befugnisse zuzuweisen und Risiken zu priorisieren, und wie Aufsichtsintensität angepasst und Personal ausgestattet wird, um schnell von der Erkennung einer wesentlichen Schwachstelle zum angemessenen Handeln zu gelangen.
„Das Finanzsystem wird sich weiter rasch entwickeln", sagte Bowman. „Unsere aufsichtlichen Institutionen müssen sich mit ihm weiterentwickeln." Ein entscheidender Maßstab dafür, ob die Modernisierung erfolgreich sei, werde sein, ob Aufseher die relevanten Risiken erkennen und entschieden handeln, wenn ihr Handeln die größte Wirkung entfalten kann.
Bowman wies darauf hin, dass die in der Rede geäußerten Ansichten ihre eigenen seien und nicht unbedingt die ihrer Kollegen im Federal Reserve Board oder im Federal Open Market Committee widerspiegeln.