NachrichtenMakroEurozonen-Sentix-Vertrauen der Anleger steigt im September auf Vierjahreshoch

Eurozonen-Sentix-Vertrauen der Anleger steigt im September auf Vierjahreshoch

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Sentix-Index für das Anlegervertrauen in der Eurozone stieg im September auf 5,1 und übertraf damit die erwarteten 2,0 nach 0,9 im August.
  • Der Index ist seit fünf Monaten in Folge gestiegen und erreichte seinen höchsten Stand seit Februar 2022.
  • Deutschlands Sentix-Index sprang von -11,9 auf -2,8 – die vierte monatliche Verbesserung in Folge nach rund zwei Jahren der Kontraktion.
  • Die Komponente für die aktuelle Lage verbesserte sich von -8,0 auf -3,3, die Erwartungskomponente stieg von 5,3 auf 13,8.
  • Der Sentix-Index ist ein stimmungsbasierter Frühindikator, den die Märkte neben Inflationsdaten, PMIs, BIP-Zahlen und der EZB-Kommunikation gewichten; stärkere Werte stützen in der Regel den Euro.
Eurozonen-Sentix-Vertrauen der Anleger steigt im September auf Vierjahreshoch

Der Sentix-Index für das Anlegervertrauen in der Eurozone lag im September bei 5,1 und damit deutlich über den von Ökonomen erwarteten 2,0 sowie über dem Vorwert von 0,9.

Der Gesamtindex steigt nun seit fünf Monaten in Folge und erreichte seinen höchsten Stand seit Februar 2022. Die Verbesserung wurde sowohl durch bessere Bewertungen der aktuellen Lage als auch durch stärkere Erwartungen für September getragen. Die Komponente für die aktuelle Lage verbesserte sich von -8,0 auf -3,3, während die Erwartungskomponente von 5,3 auf 13,8 kletterte.

Deutschland trug erheblich zu den Zuwächsen bei: Der Gesamtindex sprang von -11,9 auf -2,8 – der vierte monatliche Anstieg in Folge. Das bedeutet eine bemerkenswerte Wende für Europas größte Volkswirtschaft, die in den vergangenen zwei Jahren größtenteils in der Kontraktion verbrachte und das Sentiment in der Eurozone angesichts schwacher Industrieproduktion und Energiekostenbelastungen seit der Energiekrise 2022 belastete.

Insgesamt verbessert sich das Anlegervertrauen in der Eurozone spürbar, und bemerkenswerterweise stützt Deutschland nun die Erholung der Stimmung, statt sie zu bremsen.

Was misst die Kennzahl?

Der Sentix-Index befragt Anleger und Analysten zur aktuellen Wirtschaftslage und zum Sechs-Monats-Ausblick für die Eurozone. Werte über null signalisieren Optimismus, Werte unter null Pessimismus. Grundlage ist eine monatliche Befragung von rund 1.100 bis 1.500 Anlegern und Analysten in mehr als einem Dutzend Ländern, was ihn zu einem zeitnahen, aber stimmungsbasierten Indikator macht – nicht zu einem direkten Maß für die Produktion.

Warum ist das für die Märkte relevant?

Er dient als früher Stimmungsindikator für das Wachstum der Eurozone und kann Hinweise darauf geben, ob sich das Vertrauen verbessert, bevor hartes Wirtschaftsdatenmaterial dies bestätigt. Stimmungsumfragen wie Sentix laufen den offiziellen Statistiken wie dem BIP häufig voraus, die verzögert erscheinen und revidiert werden können; Händler werten Verschiebungen des Index daher als eines von mehreren frühen Signalen.

Wie passt das in die aktuelle Wirtschaftslage der Eurozone?

Sentix verbesserte sich im Sommer deutlich – von -13,4 im Juni auf -3,1 im Juli und +0,9 im August –, was darauf hindeutet, dass sich das Vertrauen bereits zuvor erholte. Der Trend in Deutschland passt zu dieser breiteren Verbesserung in der Eurozone.

Welche potenziellen Marktwirkungen gibt es?

Ein stärkerer Wert gilt generell als europositiv; ein schwacher Wert kann das Gegenteil bewirken. Der Einfluss auf die Erwartungen zur Politik der Europäischen Zentralbank ist in der Regel begrenzt, sofern er nicht einen breiteren Wachstumstrend verstärkt. Die EZB senkt den Einlagensatz seit dem Rekordhoch, da die Inflation in Richtung ihres 2-%-Ziels gesunken ist; ein anhaltender Anstieg der Wachstumsstimmung ist daher eine Eingangsgröße, die die Märkte beim Abwägen des Tempos weiterer Lockerungen beobachten.

Aktuelle Relevanz?

Minimal und/oder vernachlässigbar. Der Index ist nützlich als Signal für die Wachstumsstimmung, bleibt aber deutlich nachrangig gegenüber Inflationsdaten, PMIs, BIP-Zahlen und der EZB-Kommunikation. Für die Märkte sind die nächsten Schritte die anstehenden Flash-PMIs und Inflationsdaten der Eurozone, die zeigen werden, ob sich die Stimmungserholung in harten Daten bestätigt.