Europäische Aktien steigen, da robuste Gewinne die Sorgen über eine Zinserhöhung der Fed ausgleichen
Wichtige Erkenntnisse
- •Der STOXX 600 legte im frühen Handel um 0,1% zu, während sich die großen europäischen Indizes nur moderat bewegten.
- •Standard Chartered hob nach einem Gewinnübertreffen die Jahresertragsziele an; auch UBS und CaixaBank meldeten Ergebnisse über den Erwartungen.
- •Kering, EssilorLuxottica und Rio Tinto berichteten jeweils über stärker als erwartete Zahlen, während GSK den Margenausblick anhob und ein Umstrukturierungsprogramm über $2.5 billion ankündigte.
- •Brent-Öl stieg nach erneuten Sicherheitsbedenken in der Region um mehr als 3% und verstärkte damit Inflationssorgen sowie die vorsichtige Risikostimmung.
- •Europäische Technologiewerte fielen, da Anleger auf Schwäche bei asiatischen Halbleitern und hohe KI-Bewertungen reagierten, bevor wichtige Quartalszahlen aus den USA anstanden.

Europäische Aktien zeigten sich am Mittwoch insgesamt kaum verändert, da eine Welle starker Quartalszahlen aus den Bereichen Banken, Luxusgüter und Bergbau die zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, einen Anstieg der Ölpreise um 3% und einen sich verstärkenden Ausverkauf globaler Technologiewerte ausglich.
Der paneuropäische STOXX 600 stieg im frühen Handel um 0,1%.
Der DAX in Deutschland legte um 0,2% zu, der CAC 40 in Frankreich gewann 0,3%, der FTSE 100 in London stieg um 0,4% und der IBEX 35 in Spanien blieb unverändert.
Im Bankensektor hob Standard Chartered nach einem durch das Vermögensverwaltungsgeschäft getragenen Gewinnübertreffen seine Jahresertragsziele an, was die Aktie um 3% steigen ließ. Auch UBS übertraf die Erwartungen beim Nettogewinn im zweiten Quartal, während Spaniens CaixaBank die Quartalsschätzungen übertraf.
Im Bereich Luxus und Konsumgüter legte Kering um 9% zu, nachdem die Kernmarke Gucci einen geringeren als erwarteten Rückgang der Quartalsumsätze gemeldet hatte. EssilorLuxottica, der Brillenkonzern, übertraf die Gewinnschätzungen für das erste Halbjahr und gewann 2,2%.
Die Bergbaugruppe Rio Tinto meldete den höchsten Halbjahresgewinn seit vier Jahren, was der Aktie ein Plus von 2,5% bescherte. Das Gesundheitsunternehmen GSK hob den Margenausblick für das Gesamtjahr an und kündigte Pläne für ein Umstrukturierungsprogramm im Umfang von $2.5 billion an.
Dennoch reichten starke Unternehmensbilanzen nicht aus, um die europäischen Indizes vollständig vor den breiteren Marktrisiken zu schützen, was zeigt, wie eng die Bewegungen in der Region weiterhin mit Zins- und Energie-Nachrichten verknüpft blieben, während Anleger eine dichte Berichtssaison verarbeiteten. Die Anleihemärkte standen weiter sichtbar unter Druck, wobei erhöhte Renditen von Staatsanleihen die Vorsicht der Anleger vor der geldpolitischen Entscheidung der Federal Reserve im weiteren Tagesverlauf widerspiegelten.
Von der Fed wird weithin erwartet, die Leitzinsen unverändert zu lassen, doch die Geldmärkte preisen eine Wahrscheinlichkeit von rund eins zu drei für eine unerwartete Zinserhöhung oder eine restriktive Forward Guidance ein, getrieben von anhaltenden Inflationssorgen, neuen Zöllen und höheren Energiepreisen.
Die Stimmung trübte sich über Nacht ein, nachdem gemeinsame Luftangriffe der USA und Saudi-Arabiens von Iran unterstützte Gruppen im Irak ins Visier genommen hatten, die für jüngste Drohnenangriffe auf saudische Ölanlagen verantwortlich gemacht wurden.
Teheran erklärte, die Zuordnung der Angriffe zu Iran sei eine „major miscalculation“, was die Risikovermeidung weiter verstärkte. Brent-Öl stieg um mehr als 3%, nachdem iranische ballistische Raketenstarts im regionalen Luftraum abgefangen worden waren, und schürte neue Sorgen über länger anhaltende Versorgungsunterbrechungen und hartnäckige Energieinflation.
Auch europäische Technologiewerte gaben nach und folgten damit einem stärkeren Ausverkauf in Asien, nachdem SK Hynix beim operativen Quartalsgewinn die Erwartungen verfehlt hatte. Die Enttäuschung des wichtigen Anbieters von Speicherchips für künstliche Intelligenz belebte die Sorgen über hohe KI-Bewertungen, steigende Investitionsbudgets und die Frage, ob Technologieunternehmen die bereits hohen Markterwartungen weiterhin deutlich übertreffen können.
Die Schwäche im Halbleitersektor traf die globalen Aktienmärkte zu einem sensiblen Zeitpunkt, da Microsoft und Meta Platforms im weiteren Tagesverlauf ihre Quartalszahlen vorlegen sollten.
Geopolitische Risiken und Unsicherheit im Technologiesektor belasteten eine ungewöhnlich dichte Reihe großer Unternehmensberichte in ganz Europa.
Source: Investing.com