NachrichtenKryptoEuropäische Finanzgruppen fordern EU zur Abschaffung oder Anhebung der Obergrenze für tokenisierte Vermögenswerte auf

Europäische Finanzgruppen fordern EU zur Abschaffung oder Anhebung der Obergrenze für tokenisierte Vermögenswerte auf

Autor: Cointelegraph·

Wichtige Erkenntnisse

  • Ein Entwurfsschreiben vom 7. Sept., unterzeichnet von Nasdaq, Boerse Stuttgart Group, Securitize, dem European Ethereum Institute und Axiology, fordert EU-Gesetzgeber auf, die geplante Obergrenze von 100 Milliarden Euro abzuschaffen oder 500 Milliarden Euro als Mindestschwelle festzulegen.
  • Die Unterzeichner argumentierten, dass einige bestehende europäische Projekte bereits eine Größenordnung von 350 Milliarden Euro erreicht hätten und weiter expandieren wollten, wodurch die vorgeschlagene Obergrenze unzureichend sei.
  • Die Europäische Kommission hat über ihr Paket zur Marktintegration und -aufsicht eine Anhebung der derzeitigen Grenze von 6 Milliarden Euro auf bis zu 100 Milliarden Euro vorgeschlagen, einschließlich Überarbeitungen der DLT-Pilotregelung.
  • Das Schreiben stellt die vorgeschlagenen EU-Grenzen den USA gegenüber, wo eine dominante Abwicklungsplattform Vermögenswerte im Wert von bis zu 150 Billionen Euro ohne Volumenobergrenzen tokenisieren könnte.
  • Der Druck der Branche auf Reformen hat seit Februar zugenommen. Damals warnten Unternehmen wie Securitize, 21X und Boerse Stuttgart, dass Liquidität ohne schnellere Änderungen an der DLT-Pilotregelung in US-Märkte abwandern könnte.
Europäische Finanzgruppen fordern EU zur Abschaffung oder Anhebung der Obergrenze für tokenisierte Vermögenswerte auf

Eine Koalition europäischer Finanz- und Tokenisierungsgruppen hat EU-Gesetzgeber aufgefordert, eine geplante Obergrenze von 100 Milliarden Euro ($116.3 Milliarden) für tokenisierte Finanzinstrumente abzuschaffen oder auf mindestens 500 Milliarden Euro anzuheben.

In einem Entwurfsschreiben vom 7. Sept. an Mitglieder des EU-Rats und den Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments erklärten die Gruppen, dass 500 Milliarden Euro die Mindestschwelle sein sollten, falls die Gesetzgeber an einer Obergrenze festhalten. Das Entwurfsschreiben der Branche wurde unter anderem von Nasdaq, Boerse Stuttgart Group, Securitize, dem European Ethereum Institute und Axiology unterzeichnet.

Die Unterzeichner erklärten, dass einige bestehende europäische Projekte bereits eine Größenordnung von 350 Milliarden Euro erreicht hätten und weiter expandieren wollten. Eine Obergrenze von 100 Milliarden Euro sei daher unzureichend.

Die Gruppen verglichen die vorgeschlagenen EU-Grenzen mit den Vereinigten Staaten, wo „eine dominante Abwicklungsplattform dazu befähigt ist, US-Aktien und andere Vermögenswerte ohne Volumenobergrenzen zu tokenisieren“. Dem Schreiben zufolge könnte eine solche Plattform Vermögenswerte im Wert von bis zu 150 Billionen Euro abdecken.

Die Europäische Kommission hat im Rahmen ihres Pakets zur Marktintegration und -aufsicht vorgeschlagen, die derzeitige Grenze von 6 Milliarden Euro auf bis zu 100 Milliarden Euro anzuheben. Das Paket umfasst Überarbeitungen der Pilotregelung für Distributed-Ledger-Technologie (DLT).

Die DLT-Pilotregelung trat 2023 in Kraft und ermöglicht es Finanzunternehmen, den blockchainbasierten Handel und die Abwicklung von Vermögenswerten wie Aktien und Anleihen im Rahmen von Ausnahmen von bestimmten EU-Finanzvorschriften zu testen. Das Schreiben wies darauf hin, dass die Schwellenwerte für den Marktwert der in die DLT-Infrastruktur aufgenommenen Finanzinstrumente gelten und nicht für deren Handelsvolumen. Diese Unterscheidung bedeutet, dass die vorgeschlagene Obergrenze den Wert der Instrumente begrenzt, die in die Infrastruktur der Pilotregelung aufgenommen werden können, und nicht direkt, wie häufig diese Instrumente gehandelt werden dürfen. Nach Ansicht der Gruppen ist die vorgeschlagene Obergrenze von 100 Milliarden Euro daher im Vergleich zu den globalen Aktienmärkten relativ niedrig.

Europäische Unternehmen erhöhen den Druck für Änderungen der DLT-Regeln

Das jüngste Schreiben folgt auf monatelangen Druck von Finanz- und Tokenisierungsunternehmen, die Änderungen an der DLT-Pilotregelung der EU anstreben.

Im April forderten 39 Finanzunternehmen und Branchenverbände, darunter Nasdaq und Boerse Stuttgart, die EU-Politik auf, Änderungen an der Regelung zu beschleunigen und ihre Gesamthöchstgrenze auf zwischen 100 Milliarden Euro und 150 Milliarden Euro anzuheben. In dem Schreiben wurde außerdem eine breitere Zulassung von Vermögenswerten sowie die Abschaffung von zeitlichen Begrenzungen für im Rahmen der Regelung erteilte Lizenzen gefordert.

Der Vorstoß im April folgte auf einen ähnlichen Appell im Februar von Unternehmen aus den Bereichen Tokenisierung und Marktinfrastruktur, darunter Securitize, 21X und Boerse Stuttgart. Diese Unternehmen warnten, dass bestehende Begrenzungen für Vermögenswerte, Volumenobergrenzen und zeitlich begrenzte Lizenzen das Wachstum regulierter Onchain-Märkte in Europa verhinderten.

Die Warnung vom Februar besagte, dass ohne schnellere Änderungen Liquidität in US-Märkte abwandern könnte, während die dortigen Regulierungsbehörden auf eine Tokenisierung und Onchain-Abwicklung in größerem Maßstab zusteuerten. Die Debatte über die Obergrenze bleibt daher mit den getrennten Fragen verbunden, welche Vermögenswerte für die Pilotregelung zugelassen werden können und wie lange Unternehmen unter ihren Lizenzen tätig sein dürfen.

Der Gesamtwert verteilter Real-World Assets (RWA) liegt laut RWA.xyz bei etwa $39.15 Milliarden, ohne Stablecoins. US-Staatsanleihen bilden mit rund $15.8 Milliarden die größte Kategorie.

Quelle: Cointelegraph