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EU bereitet MiCA-Überarbeitung vor, um Nicht-EU-Stablecoins und aufkommende Technologien zu adressieren

Autor: Metaverse Post·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die EU öffnet MiCA weniger als ein Jahr nach dem vollständigen Inkrafttreten im Dezember 2024 erneut, um regulatorische Lücken und schnelle technologische Entwicklungen zu adressieren.
  • Der aktuelle MiCA-Rahmen reguliert nicht ausdrücklich Stablecoin-Emittenten außerhalb der EU, wodurch europäische Nutzer großen Vermögenswerten wie Tether's USDT und Circle's USDC ohne unionsweite Aufsicht ausgesetzt sind.
  • Das Transaktionsvolumen von Stablecoins stieg 2025 um 72% auf $33 trillion, was ihre wachsende Bedeutung unterstreicht.
  • Die Vereinigten Staaten verabschiedeten 2025 den GENIUS Act und schufen damit einen bundesweiten Stablecoin-Rahmen, der weithin als Versuch gilt, die globale Stellung des US-Dollars durch digitale Infrastruktur zu stärken.
  • Die überarbeitete MiCA soll voraussichtlich auf tokenisierte Zahlungsmittel und Einlagen ausgeweitet werden, während die EZB separat die Netzwerkinfrastrukturen Pontes und Appia zur Unterstützung der Distributed-Ledger-Technologie entwickelt.
EU bereitet MiCA-Überarbeitung vor, um Nicht-EU-Stablecoins und aufkommende Technologien zu adressieren

Die Europäische Union bereitet eine Überarbeitung ihrer Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) vor, als Reaktion auf die wachsende Präsenz von Krypto-Emittenten außerhalb der EU und auf bedeutende regulatorische Entwicklungen in den Vereinigten Staaten.

Mehrere mit den Gesprächen vertraute EU-Diplomaten sagten gegenüber Euronews, dass der Rechtsrahmen erneut geöffnet werde, um Emissionen aus dem Ausland zu adressieren und aufkommende Technologien einzubeziehen. Die Europäische Kommission führt derzeit bis zum 30. September Konsultationen mit Interessenträgern durch, obwohl Abgeordnete eine legislative Überprüfung bereits als unvermeidlich betrachten.

„Die Wiedereröffnung der Akte scheint in dieser Phase unvermeidbar, nicht nur angesichts der von mehreren europäischen Institutionen (nicht zuletzt der EZB) vertretenen Position, sondern auch, um den jüngsten regulatorischen und technologischen Entwicklungen weltweit Rechnung zu tragen“, sagte ein Diplomat.

Die geplante Überarbeitung folgt dem zunehmenden Druck, zu klären, wie Unternehmen außerhalb der EU, die Stablecoins ausgeben – Kryptowährungen, die an reale Vermögenswerte wie den US-Dollar gekoppelt sind –, auf dem europäischen Markt operieren sollen. Der bestehende MiCA-Rahmen reguliert solche Emittenten nicht ausdrücklich, wodurch eine regulatorische Lücke entsteht, während diese Vermögenswerte an Bedeutung gewinnen. Besonders relevant ist diese Lücke, weil die nach Marktkapitalisierung größten Stablecoins der Welt, darunter Tether's USDT und Circle's USDC, von nicht-europäischen Unternehmen ausgegeben werden, wodurch europäische Nutzer Instrumenten ausgesetzt sind, die nicht unter das Aufsichtssystem des Blocks fallen.

Stablecoins funktionieren außerhalb der traditionellen Bankregeln, und ein einzelner Stablecoin kann von mehreren Unternehmen ausgegeben werden, was die Aufsicht zusätzlich erschwert. Ihre Bedeutung ist deutlich gestiegen: Das gesamte Transaktionsvolumen erhöhte sich 2025 um 72% auf $33 trillion, wie Daten von Artemis Analytics zeigen. MiCA gilt in der EU erst seit Dezember 2024 vollständig, sodass der Rahmen weniger als ein Jahr nach seiner vollständigen Wirksamkeit erneut geöffnet wird.

US-Politik und die Tokenisierungsgrenze

Die Dringlichkeit der Überprüfung hat sich durch die Unterstützung von Stablecoin-Regulierung durch US-Präsident Donald Trump erhöht. 2025 unterzeichnete Trump den Guiding and Establishing National Innovation for US Stablecoins (GENIUS) Act und schuf damit einen bundesweiten Rahmen für diese Vermögenswerte.

Da etwa 95% der Stablecoins durch den US-Dollar gedeckt sind, wird das Gesetz weithin als Versuch gesehen, die globale Stellung des Dollars durch digitale Infrastruktur zu stärken und Stablecoins als Instrumente für internationale und strategisch bedeutende Transaktionen zu positionieren. Der Schritt der EU spiegelt ein breiteres Muster wider, in dem große Jurisdiktionen – darunter das Vereinigte Königreich, Singapur und Hongkong – ihre eigenen Stablecoin-Regime vorantreiben oder abschließen, was eine wettbewerbsorientierte globale Landschaft schafft, in der regulatorische Klarheit zunehmend mit Marktzugang verknüpft ist.

Über Stablecoins hinaus dürfte die EU-Überprüfung den Geltungsbereich von MiCA auf tokenisierte Zahlungsmittel und Einlagen ausweiten – Technologien, die die Transaktionssicherheit verbessern und Betrug reduzieren sollen. Parallel dazu hat die Europäische Zentralbank ihre eigene Strategie für digitale Zahlungen vorangetrieben, die Ende März vorgestellt wurde und die Entwicklung zweier Netzwerkinfrastrukturen namens Pontes und Appia umfasst.

Diese Systeme sollen die Zentralbank an Tokenisierung und Distributed-Ledger-Technologie anpassen und zeigen, dass sich sowohl gesetzliche als auch institutionelle Rahmenbedingungen parallel bewegen, um die nächste Phase des digitalen Finanzwesens zu adressieren.