NachrichtenKryptoEthereum-Börsenangebot fällt in 11 Wochen um 15 %, während Bitcoin-Bestände steigen: Santiment

Ethereum-Börsenangebot fällt in 11 Wochen um 15 %, während Bitcoin-Bestände steigen: Santiment

Autor: CoinoMedia·

Wichtige Erkenntnisse

  • Laut dem On-Chain-Analyseunternehmen Santiment ist das Angebot von Ethereum auf Kryptobörsen in den vergangenen elf Wochen um rund 15 % gesunken.
  • Die Börsenbestände von Bitcoin sind im selben elfwöchigen Zeitraum gestiegen und stehen damit im Gegensatz zum rückläufigen Ethereum-Angebot auf Börsen.
  • Ethereum kann in Smart Contracts gestaked oder in DeFi-Protokollen außerhalb von Börsen eingesetzt werden, während in Selbstverwahrung gehaltenes Bitcoin keine native On-Chain-Rendite erzielt.
  • Sinkende Börsenbestände werden häufig als Zeichen für geringeren unmittelbaren Verkaufsdruck gesehen, auch wenn dies keinen zukünftigen Kursanstieg garantiert.
  • US-Spot-Bitcoin- und Ether-ETFs, die im Januar 2024 bzw. Juli 2024 aufgelegt wurden, halten ihre Vermögenswerte bei Verwahrstellen, sodass institutionelle Ströme über diese Produkte nicht in den Börsenbestandsdaten erscheinen.
Ethereum-Börsenangebot fällt in 11 Wochen um 15 %, während Bitcoin-Bestände steigen: Santiment

Das Angebot von Ethereum auf Kryptobörsen ist laut dem On-Chain-Analyseunternehmen Santiment in den vergangenen elf Wochen um rund 15 % gesunken und setzt damit den Trend fort, dass Anleger ETH von zentralisierten Handelsplattformen abziehen. Im selben Zeitraum sind die Börsenbestände von Bitcoin still gestiegen und verdeutlichen ein unterschiedliches Anlegerverhalten bei den beiden größten Kryptowährungen.

Ein sinkendes Börsenangebot wird häufig damit in Verbindung gebracht, dass Inhaber Vermögenswerte in Selbstverwahrung oder Langzeitlagerung übertragen und damit die für den Handel unmittelbar verfügbare Menge an ETH verringern. Auch wenn dies keinen zukünftigen Kursanstieg garantiert, werden niedrigere Börsenbestände oft als Zeichen für einen geringeren unmittelbaren Verkaufsdruck gewertet. Die aktuellen Daten deuten auf anhaltendes Akkumulationsverhalten unter Ethereum-Inhabern hin. Der Trend zur Selbstverwahrung ist seit dem Zusammenbruch der FTX-Börse im November 2022, der das Vertrauen in zentralisierte Plattformen erschütterte, ein wiederkehrendes Branchenthema, und Ethereum bietet außerhalb von Börsen Möglichkeiten, die Bitcoin nicht hat: ETH kann in Smart Contracts gestaked werden, um das Netzwerk abzusichern und Belohnungen zu verdienen, oder in DeFi-Protokollen eingesetzt werden.

Bitcoin-Börsenbestände steigen

Im Gegensatz zu Ethereum sind die Börsenbestände von Bitcoin im selben Zeitraum still gestiegen. Ein Anstieg der auf Börsen gehaltenen BTC kann darauf hindeuten, dass mehr Coins für den Handel oder für Liquidität verfügbar sind, obwohl Zuflüsse an Börsen aus unterschiedlichen Gründen auftreten können und nicht zwangsläufig auf bevorstehenden Verkaufsdruck hindeuten. Bitcoin verfügt über keinen nativen Staking-Mechanismus, daher erzielen in Selbstverwahrung gehaltene Coins keine On-Chain-Rendite — ein struktureller Unterschied zwischen den beiden Vermögenswerten.

Die divergierenden Trends legen nahe, dass sich das Anlegerverhalten gegenüber Ethereum und Bitcoin in den vergangenen Wochen unterschieden hat, wobei Ethereum-Inhaber offenbar eher zur Selbstverwahrung neigen.

Cointelegraph berichtete die Entwicklung am 20. August 2026 auf X:

UPDATE: Ethereum's exchange supply has fallen roughly 15% over eleven weeks while Bitcoin's balances quietly climbed back, per Santiment. pic.twitter.com/5aSfp3LjQX — Cointelegraph (@Cointelegraph) August 20, 2026

Source: x.com/Cointelegraph/status/2090318180128288999

Unterschiedliche On-Chain-Trends werden sichtbar

Die neuesten Daten zum Ethereum-Börsenangebot zeigen gegensätzliche On-Chain-Dynamiken zwischen den beiden größten Kryptowährungen. Während die rückläufigen Börsenbestände bei Ethereum längerfristiges Halteverhalten widerspiegeln könnten, deutet das steigende Börsenangebot bei Bitcoin auf ein anderes Muster der Kapitalbewegung hin. Börsenangebotsdaten decken zudem nur einen Ausschnitt des Marktes ab: US-Spot-Bitcoin- und Ether-ETFs, die im Januar 2024 bzw. Juli 2024 aufgelegt wurden, halten ihre zugrunde liegenden Vermögenswerte bei Verwahrstellen und nicht auf Handelsplattformen, weshalb institutionelle Mittelzuflüsse über diese Produkte nicht in den Börsenbestandsdaten erscheinen.

Anleger werden Börsenbestände weiterhin zusammen mit ETF-Strömen und der breiteren Marktaktivität beobachten, um zu beurteilen, ob sich diese Trends fortsetzen.