CryptoQuant-Bericht: Ethereum-Bewertungen auf historisch niedrigen Niveaus, Boden aber noch nicht bestätigt
Wichtige Erkenntnisse
- •Ethereum wird etwa 17% unter seinem realisierten Preis von $2,304 gehandelt, einer Zone, die historisch mit Markttiefs und asymmetrischen Rallys verbunden war.
- •Das ETH/BTC-MVRV-Verhältnis ist auf rund 0.65 gefallen, liegt aber weiterhin über der Schwelle von etwa 0.45, die frühere ETH-Zyklustiefs markiert hat.
- •Die ETH/BTC-Börsenzuflussrate ist von über 1.5 auf etwa 0.8 gesunken, was das Abwärtsrisiko verringert, bleibt jedoch über dem Niveau von rund 0.4, das mit früheren Zonen geringen Verkaufsdrucks verbunden ist.
- •Das institutionelle Interesse an ETH hat sich seit Ende Juni 2026 teilweise erholt; das ETH/BTC-ETF-Vermögensverhältnis stieg auf 0.13, doch dieses Niveau reicht weiterhin nicht aus, um eigenständig eine nachhaltige Kurserholung zu stützen.
- •CryptoQuant warnt, dass ein klassisches Kapitulationsereignis noch nicht eingetreten ist und dass makroökonomische Faktoren wie die Zinspolitik der Federal Reserve und die Dollar-Liquidität maßgeblich beeinflussen werden, ob Ethereum sein Zyklustief erreicht hat.

Bitcoin und Altcoins haben seit vergangenem Oktober starke Rückgänge verzeichnet, wobei BTC auf $57,000 und Ethereum auf $1,400 fiel. Während Anleger nach Anzeichen für eine mögliche Erholung suchen, hat die On-Chain-Analyseplattform CryptoQuant ihre jüngste Einschätzung zur Marktposition von Ethereum veröffentlicht.
Laut dem Bericht von CryptoQuant hat ETH im Verhältnis zu Bitcoin attraktivere Bewertungsniveaus erreicht. Die Bewertungskennzahlen gegenüber BTC sind auf historisch niedrige Schwellen gefallen, die für langfristige Anleger eine bedeutende Gelegenheit darstellen könnten. Die Daten bestätigen jedoch noch keinen Marktboden.
Analysten von CryptoQuant weisen darauf hin, dass trotz des deutlichen Kursrückgangs kein klassisches Kapitulationsereignis — gekennzeichnet durch erzwungene Verkäufe und panikgetriebene Volumenspitzen — am Markt eingetreten ist. Daher sei es verfrüht, zu schließen, dass die Bodenbildung abgeschlossen ist. In früheren ETH-Bärenzyklen gingen solche Kapitulationsereignisse häufig Erholungsphasen voraus.
Der Bericht hebt vier zentrale On-Chain-Indikatoren hervor:
Kostenbasis: ETH wird derzeit bei rund $1,900 gehandelt, etwa 17% unter seinem realisierten Preis von $2,304 — dem durchschnittlichen Anschaffungspreis aller bestehenden Coins, basierend darauf, wann sie zuletzt on-chain bewegt wurden — und befindet sich damit in der unteren Hälfte seiner aktuellen Preisspanne. Analysten stellen fest, dass diese Zone historisch mit Markttiefs und asymmetrischen Rallys verbunden war.
ETH/BTC-MVRV-Verhältnis: Ethereum hat sich von einer im Verhältnis zu Bitcoin überbewerteten Position in eine insgesamt neutrale Lage bewegt. Das ETH/BTC-MVRV-Verhältnis, das den Marktwert jedes Vermögenswerts mit seinem realisierten Wert vergleicht, um relative Über- oder Unterbewertungen einzuschätzen, erreichte im August 2025 einen Höchststand nahe 0.95 und ist seitdem auf etwa 0.65 gefallen. Es liegt jedoch weiterhin über der Schwelle von ~0.45, die frühere ETH-Zyklustiefs markiert hat.
Verkaufsdruck: Die ETH/BTC-Zuflussrate — die das relative Tempo erfasst, mit dem ETH im Vergleich zu BTC auf Börsen bewegt wird, was typischerweise als Hinweis auf Verkaufsabsichten gilt — ist von über 1.5 im August 2025 auf rund 0.8 gesunken, wodurch das Abwärtsrisiko verringert wird. Dennoch liegt sie weiterhin über dem Niveau von ~0.4, das mit Zonen geringen Verkaufsdrucks an früheren Marktböden verbunden war.
Institutionelle Nachfrage: Das ETH/BTC-ETF-Vermögensverhältnis sank von ~0.20 im August 2025 auf ~0.115 im Juni 2026 und spiegelt damit eine Phase wider, in der institutionelle Anleger Bitcoin gegenüber Ethereum bevorzugten. Seit Ende Juni ist das Verhältnis jedoch auf 0.13 gestiegen, was auf erneutes institutionelles Interesse an ETH hindeutet — wenn auch auf Niveaus, die weiterhin nicht ausreichen, um eigenständig eine nachhaltige Kurserholung zu stützen.
Analysten von CryptoQuant stellten außerdem fest, dass On-Chain-Daten zeigen, dass panikartige Verkäufe von Anlegern weniger intensiv ausfielen als in früheren Bärenmärkten. Händler werden beobachten, ob die zentralen Schwellenwerte dieser Indikatoren — etwa 0.45 beim MVRV-Verhältnis und 0.4 bei der Zuflussrate — in den kommenden Wochen erreicht werden, da ein Zusammentreffen auf diesen Niveaus historisch mit bestätigten ETH-Zyklustiefs einherging.
Über On-Chain-Kennzahlen hinaus betont der Bericht, dass makroökonomische Faktoren — darunter die Zinspolitik der Federal Reserve, die Dollar-Liquiditätsbedingungen und ETF-Zuflüsse — ebenfalls eine wichtige Rolle dabei spielen, ob Ethereum sein Zyklustief erreicht hat.
*Dies ist keine Anlageberatung.