ESMA warnt: Krypto-Verbindungen könnten Schocks auf das traditionelle Finanzwesen übertragen
Wichtige Erkenntnisse
- •Der jüngste am Donnerstag veröffentlichte Risikobericht der ESMA fordert eine genauere Überwachung der zunehmenden Verbindungen zwischen zunehmend anfälligen Krypto-Asset-Märkten und dem breiteren Finanzsystem.
- •Die Aufsichtsbehörde nannte die zunehmende Verbreitung tokenisierter Aktien und jüngste Exploits im Bereich der dezentralen Finanzen als Entwicklungen, die die Verbindungen zwischen Krypto- und traditionellem Finanzwesen stärken und das Potenzial für finanzielle Spillover-Effekte erhöhen könnten.
- •Tokenisierte Aktien sind im Verhältnis zu den globalen Aktienmärkten weiterhin unbedeutend, gewinnen jedoch an Bedeutung. Ihre Ausweitung könnte neue Teilnehmer und Infrastrukturen hervorbringen und die Marktstruktur verändern.
- •Die ESMA stufte Prognosemärkte als neu entstehendes Risiko ein und erklärte, dass die Nutzung von Krypto-Assets die Erkennung von Insiderhandel, Wash-Trading und koordinierter Marktmanipulation erschwert.
- •In den USA hat die CFTC die ausschließliche Zuständigkeit für Ereigniskontrakte beansprucht und sechs Bundesstaaten verklagt, während New Jersey den Supreme Court ersucht hat zu entscheiden, ob Glücksspielgesetze auf bei der CFTC registrierte Prognosemärkte angewendet werden können.

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat gewarnt, dass zunehmende Verbindungen zwischen Krypto-Assets und dem traditionellen Finanzwesen das Risiko erhöhen könnten, dass sich Schocks auf das gesamte Finanzsystem ausbreiten.
In ihrem am Donnerstag veröffentlichten jüngsten Risikobericht forderte die europäische Wertpapieraufsicht eine genauere Überwachung der „zunehmenden Verflechtung zwischen zunehmend anfälligen Krypto-Asset-Märkten und dem breiteren Finanzsystem“. Der ESMA-Bericht untersucht Risikoindikatoren für die Finanzmärkte der EU.
Die ESMA nannte die zunehmende Verbreitung tokenisierter Aktien und jüngste Exploits im Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) als Entwicklungen, die die Verbindungen zwischen Krypto- und traditionellen Märkten vertiefen könnten. Die Aufsichtsbehörde erklärte, dass diese Verbindungen das Potenzial für finanzielle Spillover-Effekte erhöhen könnten.
Tokenisierte Aktien sind laut ESMA im Vergleich zu den globalen Aktienmärkten weiterhin unbedeutend, gewinnen jedoch an Bedeutung. Ihre Ausweitung könnte neue Teilnehmer und Infrastrukturen hervorbringen und möglicherweise die Marktstruktur verändern. Damit ist der Fokus der Aufsichtsbehörde nicht nur für die Kryptomärkte relevant, sondern auch für die Systeme und Unternehmen, die tokenisierte Vermögenswerte mit etablierten Finanzmärkten verbinden könnten.
Die Aufsichtsbehörde stufte außerdem Prognosemärkte als neu entstehendes Risiko ein und verwies auf zunehmende Bedenken hinsichtlich Insiderhandels und Marktmanipulation. Die ESMA erklärte, dass die Nutzung von Krypto-Assets auf Prognosemärkten die Erkennung von Insiderhandel, Wash-Trading und koordinierter Marktmanipulation erschweren kann. Dabei geht es sowohl um die Gestaltung von Handelsplätzen als auch um die Frage, welche Behörden die dort stattfindenden Aktivitäten überwachen können.
Prognosemärkte stehen in den USA vor einem regulatorischen Streit
Die Warnung der ESMA erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Prognosemärkte in den Vereinigten Staaten mit einem zunehmenden regulatorischen Streit darüber konfrontiert sind, ob Ereigniskontrakte dem Bundesrecht für Derivate oder den Glücksspielregelungen der Bundesstaaten unterliegen.
Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat im gesamten Jahr 2026 Leitlinien für Prognosemärkte herausgegeben und zugleich ihre nach eigener Aussage ausschließliche Zuständigkeit für bundesrechtlich regulierte Ereigniskontrakte verteidigt. Die Position der CFTC wird in ihrer offiziellen Mitteilung dargelegt.
Die Behörde hat außerdem mehrere Bundesstaaten verklagt, darunter Kentucky, Minnesota, New Mexico, New York, Illinois und Connecticut, nachdem Behörden versucht hatten, Glücksspielgesetze der Bundesstaaten auf Betreiber von Prognosemärkten anzuwenden. Mike Selig wurde im Ausgangsmaterial zitiert; sein Beitrag auf X ist online verfügbar.
Der Streit könnte letztlich den US Supreme Court erreichen. Am 2. September ersuchten Behörden aus New Jersey das Gericht um eine Entscheidung darüber, ob Bundesstaaten Glücksspielgesetze für Sportwetten gegen bei der CFTC registrierte Prognosemärkte durchsetzen können. Dabei verwiesen sie auf Rechtsstreitigkeiten zu diesem Thema in mindestens 20 Bundesstaaten.
Ob der Supreme Court den Fall aufgreift, bleibt unklar. Eine künftige Entscheidung könnte bestimmen, ob staatliche oder Bundesbehörden für Prognosemärkte zuständig sind.