Elon Musk deutet während des All-In-Podcasts eine mögliche Fusion von Tesla und SpaceX an
Wichtige Erkenntnisse
- •Musks Äußerungen deuteten auf mögliche Unternehmensmaßnahmen hin, bestätigten jedoch nicht, dass Tesla oder SpaceX eine Fusion anstrebt.
- •Tesla und SpaceX arbeiten an Terafab, gemeinsamen Forschungsprojekten in Austin sowie Technologien im Bereich künstliche Intelligenz und Dateninfrastruktur zusammen.
- •Kalshi beziffert die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenschlusses vor 2028 auf 66 %, während auch Finanzinstitute diese Möglichkeit thematisiert haben.
- •Eine Transaktion könnte Musks Vergütung beeinflussen, die an Veränderungen der Tesla-Bewertung durch Fusionen und Übernahmen gekoppelt ist, und zu einer Verwässerung der SpaceX-Anteile führen.
- •Tesla und SpaceX legten keine Transaktionsdetails vor; ihre Aktien bewegten sich nach den Äußerungen im vorbörslichen Handel nur begrenzt.

Elon Musk deutete in einer kürzlich ausgestrahlten Folge des All-In Podcast eine mögliche Verbindung von Tesla und SpaceX an, bestätigte jedoch nicht, dass eines der beiden Unternehmen eine Transaktion vorbereitet.
Während der Folge am Montag, an der auch SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell teilnahm, wurde Musk gefragt, warum Tesla und SpaceX trotz ihrer Zusammenarbeit weiterhin getrennte Unternehmen sind. Er antwortete: „Great question. With all this collaboration on so many levels, imagine what action one might take.“
Musks Äußerungen haben die seit mehreren Monaten in Finanzkreisen kursierenden Fusionsspekulationen verstärkt. Ein Beitrag von Sawyer Merritt auf X gab den Austausch wieder:
Elon Musk today when asked why Tesla and SpaceX are still two separate companies: "Great question there. With all this collaboration, on so many levels, who can imagine what action one might take when there's so much close collaboration in so many areas.” Merger (via… ) — Sawyer Merritt (@SawyerMerritt), September 15, 2026
https://x.com/SawyerMerritt/status/2099666896261910662?ref_src=twsrc%5Etfw
Die Äußerungen verweisen auf die bestehenden Beziehungen zwischen den Unternehmen, belegen jedoch nicht, dass deren Vorstände, Aktionäre oder Führungsteams einem Zusammenschluss zugestimmt haben. Da Vertreter von Tesla und SpaceX eine Stellungnahme ablehnten, bleiben die mögliche Struktur, der Zeitplan und die Bedingungen einer Transaktion offen.
Zusammenarbeit zwischen Tesla und SpaceX
Die Unternehmen weisen bereits mehrere Bereiche operativer Überschneidung auf. Während des Podcasts sprach Musk über Terafab, eine Halbleiterfertigungsanlage, die von Tesla und SpaceX gemeinsam entwickelt wird. Zudem führen die Unternehmen gemeinsame Forschungsprojekte an Teslas Produktionsstandort in Austin, Texas, durch.
SpaceX betreibt seine Grok-Systeme für künstliche Intelligenz über eine proprietäre Dateninfrastruktur, während Tesla künstliche Intelligenz bei der Entwicklung autonomer Fahrzeuge einsetzt. Branchenexperten haben diese technologischen Überschneidungen als mögliche Begründung dafür angeführt, die Unternehmen unter einer einheitlichen Konzernstruktur zusammenzuführen.
Finanzinstitute wie Baird und RBC haben öffentlich die Erwartung geäußert, dass es zu einer Fusion kommen könnte. Analysten von JPMorgan erklärten, das jüngste öffentliche Angebot von SpaceX habe Musk Finanzinstrumente verschafft, die zur Strukturierung einer solchen Transaktion eingesetzt werden könnten.
Quoten an Prognosemärkten und Auswirkungen auf die Vergütung
Kalshi, ein Prognosemarkt, weist derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 66 % dafür aus, dass Tesla und SpaceX vor 2028 zusammengeführt werden. Die Nutzer von Kalshi messen der Wahrscheinlichkeit, dass die Fusion vor Mai nächsten Jahres abgeschlossen wird, 47 % bei.
Ein zusammengeführtes Unternehmen würde Halbleiterproduktion, Recheninfrastruktur, autonome Systeme und fortschrittliche Fertigungskapazitäten in einem von Musk geführten integrierten Ökosystem vereinen. Finanzanalysten sehen in dieser möglichen vertikalen Integration das zentrale strategische Argument für eine Transaktion.
Musk könnte im Rahmen seiner Vergütungsstruktur zudem rund 824 Milliarden US-Dollar erhalten. Seine Vergütungsvereinbarung als Tesla-Vorstandsvorsitzender, die von den Aktionären im November 2025 ratifiziert wurde, verknüpft seine Einkünfte mit Veränderungen der Marktbewertung infolge von Fusionen oder Übernahmen.
Ross Gerber, geschäftsführender Partner bei Gerber Kawasaki, erklärte, ein einheitlicher Konzern könnte weltweit zu einem „must-have“-Engagement für institutionelle Portfolios werden. Zugleich warnte er, dass Tesla-Aktionäre möglicherweise nicht wesentlich von der Vereinbarung profitieren würden und dass für SpaceX-Anteilseigner eine Verwässerung drohen könnte.
Vertreter von Tesla und SpaceX lehnten eine Stellungnahme zu der Möglichkeit einer Fusion ab. Kein Unternehmen hat einen Zeitplan oder strukturelle Details für eine mögliche Transaktion bekannt gegeben. Weitere Hinweise müssten daher von den Unternehmen oder aus formellen, transaktionsbezogenen Mitteilungen stammen und nicht allein aus Musks Äußerungen.
Begrenzte Marktreaktion
Der Handel zeigte nur eine geringe unmittelbare Reaktion auf Musks Äußerungen. Die SpaceX-Beteiligung stieg während des vorbörslichen Handels am Dienstag um 0,4 % auf 148,74 US-Dollar, während die Tesla-Aktie um 0,1 % auf 358,67 US-Dollar fiel. Die Futures auf den S&P 500 gaben um 0,3 % nach, die Dow-Jones-Futures fielen im selben Zeitraum um 0,4 %.
Beobachter beschrieben Musks Ton während des Interviews als locker und unverbindlich. Ihm wurden bereits zuvor ähnliche Fragen gestellt, während die Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss in den vergangenen Monaten zugenommen haben. Seine jüngsten Äußerungen bestätigten nicht, ob Tesla oder SpaceX eine Fusion oder eine andere konkrete Form eines Unternehmenszusammenschlusses anstrebt.