US-Rohöllagerbestände: Anstieg um 95K statt erwarteter 597K – wöchentliche EIA-Daten
Wichtige Erkenntnisse
- •Die kommerziellen US-Rohölbestände stiegen im aktuellen EIA-Bericht um 95.000 Barrel und verfehlten damit den von Analysten erwarteten Anstieg um 597.000 Barrel.
- •Der Rohölbestandszuwachs der Vorwoche fiel mit 4,405 Millionen Barrel deutlich höher aus.
- •Die Benzinvorräte sanken um 2,536 Millionen Barrel und übertrafen damit den erwarteten Rückgang um 670.000 Barrel.
- •Die Destillatbestände verringerten sich um 2,228 Millionen Barrel, mehr als der prognostizierte Abbau von 1,57 Millionen Barrel.
- •Die frühere Erhebung der API zeigte einen Rohölaufbau von 4,2 Millionen Barrel, während WTI vor der Veröffentlichung bei 81,63 USD notierte, nachdem es im Handel zuvor auf 79,62 USD gesunken war.

Die kommerziellen US-Rohöllagerbestände stiegen in der vergangenen Woche laut dem wöchentlichen Erdölstatusbericht der US-Energieinformationsbehörde (EIA) um 95.000 Barrel (+95K) und blieben damit deutlich unter den Analystenerwartungen von einem Aufbau um 597.000 Barrel (+597K).
Das Ergebnis markiert eine deutliche Verlangsamung gegenüber der Vorwoche, als die Rohölbestände um 4,405 Millionen Barrel (+4405K) zunahmen.
Raffinierte Produkte
- Die Benzinvorräte sanken um 2,536 Millionen Barrel (-2536K), ein deutlich größerer Abbau als der erwartete Rückgang um 670.000 Barrel (-670K). In der Vorwoche war ein Aufbau von 688K verzeichnet worden.
- Die Destillatbestände fielen um 2,228 Millionen Barrel (-2228K) und übertrafen damit den erwarteten Abbau von 1,570 Millionen Barrel (-1570K). Die Veränderung der Vorwoche betrug -1530K.
Abbauten dieser Größenordnung bei beiden wichtigen Produkten lenken die Aufmerksamkeit üblicherweise auf die im selben Bericht veröffentlichten Zahlen zur Auslastung der Raffinerien und zur impliziten Nachfrage, die dabei helfen, einen stärkeren Verbrauch von einer geringeren Raffinerieproduktion zu unterscheiden. Zu den Destillaten gehören Diesel und Heizöl.
API-Daten von gestern Abend
Die branchenweite Erhebung des American Petroleum Institute (API), die gestern Abend veröffentlicht wurde, ergab:
- Rohöl: +4200K
- Benzin: -3200K
- Destillate: -500K
Marktkontext
Vor der Veröffentlichung notierte West-Texas-Intermediate-Rohöl (WTI) bei 81,63 USD, nachdem es zuvor im Handelstagesverlauf infolge eines russischen Berichts über eine Waffenruhe im Iran zwischenzeitlich auf ein Tief von 79,62 USD gefallen war.
Die Schwankungen im Tagesverlauf zeigen, wie geopolitische Schlagzeilen die Preise neben den planmäßig veröffentlichten Lagerdaten bewegten, wobei die wöchentlichen Bestandszahlen nur eine von mehreren Einflussgrößen für Händler darstellen.
Hintergrund
Die EIA, die Statistikbehörde innerhalb des US-Energieministeriums, veröffentlicht ihren Weekly Petroleum Status Report jeweils mittwochs, in der Regel um 10:30 Uhr Ostküstenzeit (ET); die nächste Ausgabe erscheint am darauffolgenden Mittwoch. Der Bericht erfasst die kommerziellen Bestände an Rohöl und wichtigen raffinierten Produkten; die zentrale Rohohlkennzahl umfasst die Strategic Petroleum Reserve nicht. Er wird als Indikator für die US-Angebots- und Nachfragesituation aufmerksam beobachtet.
Die API, ein Branchenverband, veröffentlicht eigene, auf Umfragen basierende Schätzungen der Lagerbestände einen Tag vor den amtlichen Zahlen. Die beiden Datensätze weichen häufig voneinander ab, wie auch in dieser Woche, als die API einen Rohölaufbau von 4,2 Millionen Barrel meldete, während der Anstieg bei der EIA deutlich geringer ausfiel.
WTI ist der US-Referenzpreis für Rohöl; die Futures-Kontrakte sind am Lager- und Umschlagknotenpunkt Cushing im Bundesstaat Oklahoma lieferbar.
Quelle: Investinglive