NachrichtenKryptoEZB: Digital-Euro-App wird EU-Barrierefreiheitsstandards übertreffen

EZB: Digital-Euro-App wird EU-Barrierefreiheitsstandards übertreffen

Autor: Cointelegraph·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Digital-Euro-Anwendung der EZB wird die Zugänglichkeitsanforderungen des European Accessibility Act, der seit Juni 2025 in der gesamten EU verbindlich ist, übertreffen.
  • Die eigenständige App dient als Backup bei Ausfällen von Commercial-Banking-Apps und ermöglicht es den Nutzern, den Zahlungsdienstleister zu wechseln, ohne eine neue Benutzeroberfläche erlernen zu müssen.
  • Sowohl Bank- als auch Nicht-Bank-Zahlungsdienstleister haben sich gegen eine verpflichtende Unterstützung der eigenständigen Digital-Euro-Anwendung ausgesprochen.
  • Die EZB hat am 14. Juli 36 Zahlungsdienstleister für ein 12-monatiges Pilotprogramm ausgewählt, das in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 beginnen soll.
  • Die EU-Gesetzgeber im Europäischen Parlament und im Rat verhandeln noch über den Rechtsrahmen für den digitalen Euro, einschließlich Haltegrenzen, Vermittlungsrollen und dem Status als gesetzliches Zahlungsmittel.
EZB: Digital-Euro-App wird EU-Barrierefreiheitsstandards übertreffen

Die Europäische Zentralbank (EZB) kündigte am Donnerstag an, dass ihre geplante Digital-Euro-Anwendung die Zugänglichkeitsanforderungen des European Accessibility Act (Europäisches Behindertengleichstellungsgesetz) übertreffen wird. Dies ist Teil umfassenderer Bemühungen, sicherzustellen, dass die vorgeschlagene digitale Zentralbankwährung (CBDC) für alle Bürger im Euro-Raum nutzbar ist.

In einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung detaillierte die EZB die vorgeschlagenen Zugänglichkeitsfunktionen für die eigenständige Digital-Euro-App. Dazu gehören ein verbessertes visuelles Design, vollständige Tastaturnavigation, Unterstützung für Bildschirmlesegeräte, Zeitüberschreitungswarnungen, vereinfachte Sprache, Fehlervermeidungsmechanismen und Einstellungen für reduzierte Bewegung sowie weitere Funktionen. Die Zentralbank betonte, dass die App nur einen von mehreren Kanälen darstellen würde, über die Benutzer auf grundlegende Digital-Euro-Dienste zugreifen könnten.

Die EZB hatte die eigenständige Digital-Euro-Anwendung erstmals in einem Fortschrittsbericht vom Oktober 2025 umrissen und als Fallback-Option für den Fall beschrieben, dass Commercial-Banking-Apps ausfallen. Der Bericht wies auch darauf hin, dass die App es Benutzern ermöglichen würde, zwischen Zahlungsdienstleistern zu wechseln, ohne eine neue Benutzeroberfläche erlernen zu müssen. Allerdings räumte die EZB ein, dass sowohl Bank- als auch Nicht-Bank-Zahlungsdienstleister ihre Opposition gegen eine verpflichtende Unterstützung der eigenständigen App geäußert hatten.

Der digitale Euro ist die von der Europäischen Union vorgeschlagene CBDC, die darauf ausgelegt ist, Bargeld zu ergänzen, indem sie im gesamten Euro-Raum eine öffentlich verfügbare digitale Zahlungsoption bietet. Das European Accessibility Act, das im Juni 2025 in der gesamten EU in Kraft getreten ist, legt Grundanforderungen an die Zugänglichkeit für Produkte und Dienstleistungen einschließlich Bankwesen fest. Dies bedeutet, dass die Digital-Euro-App an einem Standard gemessen wird, der für private Zahlungsanbieter bereits verbindlich ist.

Am 14. Juli wählte die EZB 36 Zahlungsdienstleister aus, die an einem 12-monatigen Pilotprogramm teilnehmen sollen, das für die zweite Hälfte des Jahres 2027 geplant ist. Das Pilotprogramm soll die Funktionalität des Systems testen, bevor eine formelle Entscheidung über die Ausgabe getroffen wird. Separat verhandeln die EU-Gesetzgeber im Europäischen Parlament und im Rat weiterhin über den Rechtsrahmen, der den digitalen Euro regeln soll, und befassen sich mit Fragen wie Haltegrenzen, Vermittlungsrollen und dem Status als gesetzliches Zahlungsmittel.

Der digitale Euro hat Kritik von bestimmten Datenschützern und Gesetzgebern erhalten, die argumentiert haben, dass eine CBDC eine erweiterte staatliche Überwachung von Zahlungsaktivitäten erleichtern könnte. Die EZB hat jedoch bekräftigt, dass sie Datenschutzmaßnahmen in das Design des digitalen Euros integrieren wird.

In einer damit verbundenen Entwicklung hatte EZB-Vorstandsmitglied Piero Cipollone zuvor erklärt, dass das Wachstum von Stablecoins Bankguthaben untergraben würde.