Dunamu und Visa gehen Partnerschaft für Stablecoin-Zahlungen, KI-Commerce und grenzüberschreitende Überweisungen ein
Wichtige Erkenntnisse
- •Dunamu und Visa haben vereinbart, bei Stablecoin-Zahlungen, grenzüberschreitenden Überweisungen und KI-gestützten Finanzdienstleistungen zusammenzuarbeiten.
- •Ein kommerzielles Produkt oder ein Startzeitplan wurden nicht angekündigt; die Arbeiten sollen stufenweise und im Einklang mit lokalen Vorschriften erfolgen.
- •Die Unternehmen wollen auch Geschäftsmodelle rund um Open USD prüfen, eine Dollar-gestützte Stablecoin-Initiative, die noch nicht gestartet ist.
- •Die Partnerschaft umfasst Untersuchungen zu KI-basierten Zahlungen, einschließlich „agentic commerce“, bei dem KI-Agenten Käufe für Nutzer abschließen könnten.
- •Südkorea hat noch kein umfassendes Stablecoin-Regelwerk verabschiedet, was die Ausgabe und Regulierung won-gestützter Stablecoins unklar lässt.

Dunamu, der Betreiber von Südkoreas größter Kryptowährungsbörse Upbit, und Visa haben eine strategische Partnerschaft unterzeichnet, um Stablecoin-Zahlungen, grenzüberschreitende Überweisungen und KI-gestützte Finanzdienstleistungen zu untersuchen.
Im Rahmen der Vereinbarung wollen die beiden Unternehmen Dunamus Infrastruktur für digitale Vermögenswerte mit dem globalen Zahlungsnetzwerk von Visa verbinden. Ein kommerzielles Produkt oder ein Starttermin wurden nicht bekannt gegeben.
Die Partnerschaft wird sich zunächst auf potenzielle Stablecoin-basierte Zahlungs-, Überweisungs- und Abwicklungsdienste konzentrieren. Etwaige Projekte sollen stufenweise entwickelt werden und den lokalen Vorschriften sowie Anforderungen an Stabilität, Transparenz und Interoperabilität unterliegen.
Dunamu und Visa prüfen den Einsatz des OUSD-Stablecoins
Laut einer offiziellen Mitteilung erklärten die Unternehmen außerdem, dass sie mögliche Geschäftsmodelle mit Open USD (OUSD), einer Dollar-gestützten Stablecoin-Initiative, prüfen würden.
OUSD ist ein Dollar-gestützter Stablecoin, der im Rahmen der Open Standard-Initiative entwickelt wird, zu deren mehr als 140 globalen Partnern Visa zählt. Der Stablecoin wurde bislang noch nicht gestartet. Er wird als gemeinsame Zahlungsinfrastruktur entwickelt, ohne Minting- oder Redemption-Gebühren in großem Maßstab; der Großteil der aus den Reserven erzielten Einnahmen fließt an die beteiligten Unternehmen zurück. Visa hat bereits praktische Erfahrungen mit Stablecoin-Zahlungen gesammelt und 2021 mit USDC-Abwicklungs-Pilotprojekten begonnen, die später auf Zahlungsdienstleister wie Worldpay und Nuvei ausgeweitet wurden.
Die Partnerschaft verpflichtet Dunamu nicht zur Nutzung von OUSD, und die Unternehmen kündigten keine Pläne für ein konkretes OUSD-Produkt an.
KI-Zahlungen und Agentic Commerce
Die Partnerschaft wird auch KI-basierte Zahlungen untersuchen, darunter „agentic commerce“, ein Konzept, bei dem KI-Agenten Produkte oder Dienstleistungen suchen und Einkäufe sowie Zahlungen im Namen von Nutzern ausführen könnten.
Dunamu-CEO Oh Kyung-seok sagte, die Partnerschaft ziele darauf ab, digitale Vermögenswerte mit der traditionellen Finanzinfrastruktur zu verbinden, da KI, Stablecoins und Tokenisierung Zahlungen und Handel verändern.
Südkoreas Stablecoin-Regulierung bleibt unklar
Südkorea hat bislang kein umfassendes Stablecoin-Regime geschaffen. Dadurch bleiben Fragen offen, wer won-gestützte Stablecoins ausgeben darf und wie sie reguliert werden sollen.
Die Lücke steht im Kontrast zu anderen großen Märkten: Die Vereinigten Staaten haben im Juli 2025 den GENIUS Act, einen bundesweiten Rahmen für Zahlungs-Stablecoins, verabschiedet, und die Markets in Crypto-Assets-Verordnung der Europäischen Union, die die Ausgabe von Stablecoins regelt, gilt seit Ende 2024 vollständig. In Seoul haben Abgeordnete Gesetzentwürfe zu digitalen Vermögenswerten vorgelegt, die Anforderungen an Emittenten definieren würden — einschließlich der Frage, ob auch Nicht-Banken wie Börsen zugelassen sein sollten —, doch keiner davon wurde verabschiedet.
Banken, Fintech-Unternehmen und Krypto-Firmen positionieren sich bereits vor den neuen Regeln, wobei Stablecoins zunehmend als potenzielles Instrument für Zahlungen, Überweisungen und finanzielle Abwicklung angesehen werden. Südkoreas große Geschäftsbanken haben separat über die Ausgabe eines gemeinsamen won-basierten Stablecoins diskutiert.
Warum das wichtig ist
Dunamu betreibt Upbit, Südkoreas größte Krypto-Börse nach Handelsvolumen. Diese Marktposition verschafft dem Unternehmen eine große Nutzerbasis und eine bedeutende Infrastruktur für digitale Vermögenswerte, was es zu einer möglichen Brücke zwischen Kryptomärkten und traditionellen Finanzdienstleistungen macht.
Das Unternehmen hat wachsendes Interesse großer koreanischer Finanz- und Technologiegruppen auf sich gezogen. Samsung, Hana Bank und NAVER haben jeweils Positionen eingenommen oder strategische Verbindungen zu Dunamu verfolgt, während sich Südkoreas Finanzsektor auf eine breitere Einführung digitaler Vermögenswerte und Stablecoins vorbereitet.
Die Partnerschaft mit Visa fügt diesem Ökosystem ein weiteres großes globales Zahlungsunternehmen hinzu, da beide Firmen untersuchen, wie Stablecoins und KI Teil der etablierten Finanzinfrastruktur werden könnten. Andere große Zahlungsunternehmen haben ähnliche Schritte unternommen: PayPal gibt mit PYUSD seinen eigenen Dollar-Stablecoin aus, und Mastercard hat Stablecoin-Abwicklungen sowie Kartenprogramme ausgeweitet.