Dubai-Krypto-Börse Shelbit mit 4-Milliarden-Dollar-Netzwerk zur Umgehung iranischer Sanktionen verknüpft
Wichtige Erkenntnisse
- •Shelbit soll in Dubai ohne die erforderliche regulatorische Lizenz operiert haben und dabei Krypto-Transaktionen abgewickelt haben, die mit mehr als 2.000 iranischen Online-Glücksspielplattformen verbunden waren.
- •Ermittler schätzen, dass das Netzwerk mindestens 4 Milliarden US-Dollar an Transaktionen abwickelte, was es zu einem der größten bekannten Krypto-basierten Sanktionsumgehungsschemata mit Bezug zum Iran macht.
- •Eine Blockchain-Analyse verknüpfte die Aktivitäten des Netzwerks mit sanktionierten iranischen Institutionen, darunter die Zentralbank und Organisationen mit Verbindungen zum Islamischen Revolutionsgarten.
- •Gelder aus dem Netzwerk wurden über große globale Kryptowährungsbörsen transferiert, darunter Binance, das sich 2023 mit den US-Behörden auf eine Milliardenzahlung wegen Sanktions- und AML-Verstößen einigte.
- •Dubai gründete 2022 die Virtual Assets Regulatory Authority zur Beaufsichtigung von Krypto-Unternehmen und ist mit Durchsetzungsmaßnahmen gegen Shelbit wegen unbefugten Betriebs vorgegangen.

Eine umfassende Untersuchung hat die in Dubai ansässige Kryptowährungsbörse Shelbit mit einem weitreichenden 4-Milliarden-Dollar-Netzwerk zur Sanktionsumgehung verknüpft, das angeblich iranischen Akteuren die Verlagerung von Geldern durch das globale Finanzsystem ermöglichte und die Besorgnis über die Nutzung digitaler Assets zur Umgehung internationaler Beschränkungen verschärft. Der Fall ist der jüngste in einer Reihe von Durchsetzungsmaßnahmen und Enthüllungen, die zeigen, wie sanktionierte Rechtsgebiete, die vom Großteil des traditionellen Bankensystems einschließlich SWIFT abgeschnitten sind, zunehmend auf Krypto-Infrastruktur zurückgreifen, um Werte grenzüberschreitend zu transferieren.
Behörden und Blockchain-Ermittler stellten fest, dass Shelbit, die ohne die erforderliche regulatorische Genehmigung in Dubai operierte, Krypto-Transaktionen abwickelte, die mit mehr als 2.000 iranischen Online-Glücksspielplattformen verbunden waren. Ermittler verfolgten auch Aktivitäten nach, an denen sanktionierte Akteure beteiligt waren, darunter die iranische Zentralbank und Organisationen mit Verbindungen zum Islamischen Revolutionsgarden (IRGC). Das Netzwerk nutzte angeblich Kryptowährungen, die aus staatlich genehmigten Mining-Aktivitäten stammten, bevor die Gelder über internationale Börsen transferiert wurden. Der Iran legalisierte und regulierte das inländische Kryptowährungs-Mining im Jahr 2019 und verpflichtete Miner, ihre Coins an die Zentralbank zu verkaufen – ein Rahmen, der zunehmend unter Beobachtung gerät, da geminte Assets nach dem Eintritt in den globalen Umlauf nur schwer nachverfolgbar sein können.
Funktionsweise des Netzwerks
Der Untersuchung zufolge kombinierte die Operation Erlöse aus illegalem Online-Glücksspiel mit Krypto-Transaktionen, um den Ursprung der Gelder zu verschleiern. Ermittler schätzen, dass das Netzwerk mindestens 4 Milliarden US-Dollar an Transaktionen abwickelte, was es zu einem der größten bekannten Krypto-basierten Sanktionsumgehungsschemata mit Bezug zum Iran macht.
Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehören:
- Shelbit soll in Dubai ohne die erforderliche regulatorische Lizenz operiert haben.
- Die Plattform soll Transaktionen für Tausende iranischer Glücksspiel-Websites abgewickelt haben.
- Gelder wurden über große globale Kryptowährungsbörsen transferiert, darunter Binance.
- Eine Blockchain-Analyse verknüpfte Aktivitäten mit sanktionierten iranischen Institutionen und mit dem IRGC verbundenen Organisationen.
Regulatorischer Druck nimmt zu
Die Ergebnisse dürften die Prüfung von Kryptowährungsbörsen und deren Geldwäsche-Präventionsmaßnahmen (AML) verschärfen. Dubaiser Aufsichtsbehörden waren bereits zuvor mit Durchsetzungsmaßnahmen gegen Shelbit wegen unbefugten Betriebs vorgegangen. Dubai gründete 2022 die Virtual Assets Regulatory Authority (VARA), um Krypto-Unternehmen zu lizenzieren und zu beaufsichtigen – Teil eines umfassenderen Bemühens, das Emirat als regulierten Hub für digitale Assets zu positionieren und gleichzeitig gegen unbefugte Betreiber vorzugehen. Die US-Behörden weiten ihre Sanktionen gegen iranische Finanznetzwerke und digitale Asset-Vermittler weiterhin aus. Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums hat zuvor bereits mehrere Krypto-Unternehmen sanktioniert, die Transaktionen mit Bezug zu sanktionierten Rechtsgebieten ermöglicht hatten.
Binance erklärte, das Unternehmen habe in den letzten Jahren sein Compliance-Framework erheblich gestärkt, stark in Geldwäsche-Präventionssysteme investiert und die Sanktionsrisiken reduziert. Im Jahr 2023 einigte sich Binance mit den US-Behörden auf eine Milliardenzahlung wegen Sanktions- und AML-Verstößen, einschließlich Vorwürfen im Zusammenhang mit Transaktionen unter Beteiligung des Iran. Dennoch wird die jüngste Untersuchung voraussichtlich die Frage erneut aufwerfen, wie illegale Gelder trotz verbesserter Compliance-Maßnahmen weiterhin über große Krypto-Plattformen fließen können.
Der Fall unterstreicht die anhaltende Herausforderung für Aufsichtsbehörden, da sanktionierte Akteure zunehmend Blockchain-Technologie und Krypto-Infrastruktur nutzen, um Gelder grenzüberschreitend zu transferieren. Er verdeutlicht zudem die wachsenden internationalen Bemühungen, digitale Asset-Netzwerke zu identifizieren und zu zerschlagen, die Sanktionsumgehung und illegale Finanzströme erleichtern.