NachrichtenMakroUS-Dollar-Index: Eine richtungsweisende Woche vor der Fed-Entscheidung

US-Dollar-Index: Eine richtungsweisende Woche vor der Fed-Entscheidung

Autor: FXOpen Blog·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Märkte preisen für die Sitzung der Federal Reserve am 29. Juli eine Wahrscheinlichkeit von rund 65% ein, dass die Zinsen unverändert bleiben.
  • Die Eskalation im Nahen Osten hat die Ölpreise gestützt und die Inflationssorgen erneut angefacht.
  • Die jüngsten Arbeitsmarktdaten waren gemischt: ADP meldete eine vierte Woche in Folge mit verlangsamter Einstellung im privaten Sektor, während die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf ein Zwei-Monats-Tief fielen.
  • Der DXY bewegt sich in einer engen Spanne zwischen 100,00 und 102,00; ein Ausbruch über 102,00 könnte Spielraum in Richtung 103-104 und später 106-107 eröffnen.
  • Eine Ablehnung nahe 102,00 könnte den Index zurück in Richtung 100,00 führen, wobei 96-97 als tiefere Unterstützung genannt werden.
US-Dollar-Index: Eine richtungsweisende Woche vor der Fed-Entscheidung

Der Dollar startet in eine richtungsweisende Woche und notiert nahe 101,80, nur knapp unter einem 15-Monats-Hoch, wobei das Fed-Treffen am 29. Juli im Mittelpunkt steht. Die Märkte preisen derzeit mit rund 65% die Wahrscheinlichkeit ein, dass die Federal Reserve die Zinsen unverändert lässt, obwohl die erneute Eskalation im Nahen Osten die Möglichkeit einer Zinserhöhung später in diesem Jahr weiterhin offenhält. Die Energiepreise bleiben ein entscheidender Faktor: Der Zusammenbruch der Waffenruhe im Iran und Blockaden, die die Schifffahrtsrouten im Persischen Golf beeinträchtigen, haben den Ölpreis nach oben getrieben und Inflationssorgen neu entfacht, die die Botschaft der Fed erschweren könnten.

Auch die jüngsten Arbeitsmarktdaten haben die Unsicherheit verstärkt. Laut ADP hat sich die Einstellungstätigkeit im privaten Sektor vier Wochen in Folge verlangsamt, während die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf ein Zwei-Monats-Tief gefallen sind, was ein gemischtes Bild am Arbeitsmarkt ergibt. Die Anhörung von Fed-Chef Kevin Warsh vor dem Kongress lieferte keine klare Richtung, da er das Bekenntnis der Zentralbank zur Preisstabilität bekräftigte, ohne die nächsten Schritte des Ausschusses preiszugeben.

Nachdem die Entscheidung der EZB nun hinter den Märkten liegt und die vorläufigen PMI-Daten bereits verarbeitet wurden, rückt die Fed-Entscheidung am Mittwoch als prägender Impuls der Woche in den Fokus. Für Währungshändler ist das wichtig, weil die Empfindlichkeit des Dollars gegenüber der Fed weiterhin die breitere globale Preisbildung prägt, von importierter Inflation bis hin zur Positionierung über verschiedene Anlageklassen hinweg. Das Ergebnis könnte die jüngste Unentschlossenheit des Dollars entweder beenden oder verlängern.

Technische Analyse des DXY

Auch technisch hat die kommende Woche Gewicht, denn der DXY bewegt sich in einer eng umkämpften Spanne zwischen 100,00 und 102,00. Die Zinsentscheidung der Federal Reserve und die mögliche Volatilität könnten die Richtung des Dollars kurz- bis mittelfristig prägen.

Bullishes Szenario

Nach einem schwachen Start in das Jahr 2026 erholte sich der DXY deutlich von der Unterstützung bei 96-97 im Januar und legte seitdem um etwa 6% zu. Der Index hat die psychologisch wichtige Marke von 100,00 kürzlich überwunden und dort gehalten, gestützt durch eine aufwärts gerichtete Trendlinie und den 50-Perioden-EMA. Ein bestätigter Ausbruch über 102,00 würde den Weg in Richtung 103-104 und später 106-107 öffnen.

Bearishes Szenario

Der Index stößt derzeit nahe 102,00 auf Widerstand. Sollte dieses Niveau den Kurs abweisen und die aufwärts gerichtete Trendlinie brechen, während die längerfristige abwärts gerichtete Trendlinie von den Hochs aus dem Jahr 2025 intakt bleibt, könnte der DXY die kritische Zone um 100,00 erneut testen. Ein tieferer Rückgang könnte die Unterstützung bei 96-97 wieder ins Blickfeld rücken.

Da die Fed-Entscheidung nur noch wenige Tage entfernt ist, steht der Dollar an einem klaren Wendepunkt. Ob der DXY zu neuen Hochs ausbricht oder zu früherer Schwäche zurückfällt, das Ergebnis dieser Woche dürfte nicht nur den Greenback beeinflussen, sondern auch andere Vermögenswerte, die gegen ihn gepreist werden, mit Blick auf den Herbst.