US-Richter weist Strafverfahren gegen den indischen Milliardär Gautam Adani ab
Wichtige Erkenntnisse
- •Das DOJ beantragte am May 18, 2026 die Abweisung aller Strafvorwürfe gegen Gautam Adani und sieben Führungskräfte mit Präjudiz, wodurch eine erneute Anklage durch den Staat dauerhaft ausgeschlossen wäre.
- •Die ursprüngliche Anklageschrift vom Dezember 2024 behauptete, Adani und seine Verbündeten hätten mehr als $250 million an Bestechungsgeldern an indische Regierungsbeamte gezahlt, um Solarenergie-Lieferverträge zu sichern.
- •Richter Garaufis verlangte von Adani bis Mitte July 2026 eine eidesstattliche Erklärung, in der jede Gegenleistungsvereinbarung mit der US-Regierung verneint wird, bevor die Abweisung weitergehen durfte.
- •Die Adani Group legte parallele zivilrechtliche Angelegenheiten bei, darunter eine SEC-Strafe von $18 million, an der Adani persönlich mit $6 million beteiligt war, sowie einen separaten Vergleich über $275 million im Zusammenhang mit Sanktionen gegen Adani Enterprises.
- •Juristen beobachten, ob die Abweisung auf eine dauerhafte Verschiebung der DOJ-Prioritäten bei FCPA-Fällen gegen ausländische Staatsangehörige hinweist oder spezifisch für dieses Verfahren bleibt.

Gautam Adani, der indische Infrastrukturmagnat, der eines der weltweit größten Konglomerate leitet, steht kurz davor, dass die gegen ihn und sieben seiner Führungskräfte erhobenen Strafvorwürfe vor einem US-Bundesgericht formell fallen gelassen werden. Ein Richter im Eastern District of New York bewegt sich auf eine Abweisung des Falls zu, nachdem das Department of Justice beantragt hat, sämtliche Anklagepunkte vollständig fallen zu lassen.
Das Verfahren lastete seit Dezember 2024 auf der Adani Group, als eine Grand Jury auf Bundesebene Adani wegen Wertpapierbetrugs, Überweisungsbetrugs und Bestechung anklagte. Die Staatsanwaltschaft warf Adani und seinen Verbündeten vor, mehr als $250 million an Bestechungsgeldern an indische Regierungsbeamte gezahlt zu haben, um Verträge für die Versorgung mit Solarenergie zu sichern.
Wie sich ein bedeutender Bundesfall stillschweigend wendete
Am May 18, 2026 reichte das DOJ einen Antrag ein, alle Anklagepunkte mit Präjudiz abzuweisen und berief sich dabei auf das Ermessen der Staatsanwaltschaft. Eine Abweisung „mit Präjudiz“ ist das rechtliche Gegenstück zu einer Einbahnstraße: Der Staat kann dieselben Anklagepunkte nicht erneut erheben. Die Kehrtwende erfolgte etwa fünf Monate nach Beginn der Trump-Regierung und löste umgehend Aufmerksamkeit unter Juristen aus, die den scharfen Kontrast zur aggressiven Durchsetzungspraxis der Vorgängerregierung bei ausländischer Bestechung hervorhoben.
Richter Nicholas G. Garaufis, der das Verfahren leitete, war nicht bereit, die Abweisung einfach abzunicken. Er widersprach und verlangte vom DOJ eine weitergehende Begründung dafür, warum es Anklagepunkte von diesem Gewicht aufgab. Außerdem verpflichtete er Adani, bis Mitte July 2026 eine eidesstattliche Erklärung einzureichen, in der ausdrücklich zu klären war, ob es irgendeine Vereinbarung oder ein Verständnis zwischen Adani und der US-Regierung gab, das die Abweisung möglicherweise motiviert haben könnte.
Adani reichte die eidesstattliche Erklärung ein und bestritt jede Kenntnis einer Gegenleistungsvereinbarung. Mit dieser Hürde bewegt sich der Fall auf die formelle Abweisung zu, die das DOJ beantragt hatte. Anfang August 2026 erscheint dieser Abschluss unmittelbar bevorstehend.
Regulatorische Strafen, ein Vergleich und worauf Investoren achten
Das Strafverfahren war nicht die einzige rechtliche Front, an der Adani zu kämpfen hatte. Die Securities and Exchange Commission verfolgte parallele zivilrechtliche Verfahren, und die Adani Group erklärte sich schließlich bereit, eine Strafe in Höhe von $18 million zu zahlen, wobei Adani persönlich $6 million dieses Betrags übernahm. Ein separater Vergleich über $275 million im Zusammenhang mit Sanktionsangelegenheiten rund um Adani Enterprises wurde Berichten zufolge ebenfalls im Rahmen der umfassenderen rechtlichen Bereinigung abgeschlossen.
Als die Anklageschrift im Dezember 2024 veröffentlicht wurde, gerieten die Aktien mehrerer börsennotierter, mit Adani verbundener Unternehmen stark unter Druck. Institutionelle Kreditgeber und Anleiheinvestoren mussten ihr Exposure neu bewerten. Der Hindenburg-Research-Shortseller-Bericht Anfang 2023 hatte bereits Zweifel an der Governance des Konzerns gesät; die Bundesanklage verstärkte diese Bedenken erheblich.
Die breitere Bedeutung dieses Falls für die Durchsetzung von Regeln gegen ausländische Bestechung ist es wert, über das Ergebnis für Adani hinaus beobachtet zu werden. Der Foreign Corrupt Practices Act, das Gesetz, das im Zentrum der ursprünglichen Vorwürfe stand, gehört historisch zu den schärfsten Instrumenten des DOJ zur Verfolgung von Korruption im Ausland. Die Entscheidung, die Adani-Verfolgung mit Präjudiz fallen zu lassen, unter einer neuen Regierung und ohne ausgehandelte Lösung, ist ein bedeutsamer Datenpunkt dafür, wo die Durchsetzungsprioritäten derzeit liegen.
Adani hat seinerseits während des gesamten Verfahrens durchgehend jegliches Fehlverhalten bestritten. Seine Gruppe hat die Einigung als Rehabilitierung dargestellt.