NachrichtenRohstoffe & ForexUS-amerikanische und kanadische Fondsmanager hedgen Devisenrisiken auf höchstem Stand seit drei Jahren, zeigt eine MillTech-Umfrage

US-amerikanische und kanadische Fondsmanager hedgen Devisenrisiken auf höchstem Stand seit drei Jahren, zeigt eine MillTech-Umfrage

Autor: CryptoBriefing·

Wichtige Erkenntnisse

  • MillTech ermittelte, dass 94 % der befragten US-amerikanischen und kanadischen Fondsmanager ihre planbaren Devisenexpositionen absichern, gegenüber 85 % ein Jahr zuvor.
  • Die Umfrage von Juni 2026 umfasste 250 Unternehmen mit verwaltetem Vermögen zwischen 500 Millionen und 20 Milliarden US-Dollar.
  • 97 % der Befragten gaben an, durch nicht abgesicherte Devisenexpositionen Geld verloren zu haben, mit einem durchschnittlichen Verlust von 731.000 US-Dollar.
  • Mehr als die Hälfte der Befragten plant, die Laufzeit ihrer Währungsabsicherungen zu verlängern; rund 63 % halten längere Hedge-Laufzeiten in der aktuellen Volatilitätslage für notwendig.
  • Kleinere Fonds mit einem verwalteten Vermögen von 500 Millionen bis 1 Milliarde US-Dollar hedgen mit 98 % häufiger als größere Fonds mit 88 %.
US-amerikanische und kanadische Fondsmanager hedgen Devisenrisiken auf höchstem Stand seit drei Jahren, zeigt eine MillTech-Umfrage

Nahezu jeder mittelgroße Fondsmanager in Nordamerika hedgt inzwischen aktiv Währungsrisiken – ein deutlicher Anstieg, der zeigt, wie unmittelbar Wechselkursschwankungen die Portfolioergebnisse beeinflussen können, wenn die globalen Märkte von Geopolitik, Handelsstreitigkeiten und einem Wandel der Zentralbankpolitik verunsichert werden.

Eine Umfrage von MillTech, einem Unternehmen für Finanztechnologie und Cash Management, ergab, dass 94 % der US-amerikanischen und kanadischen Fondsmanager ihre planbaren Devisenexpositionen absichern – nach 85 % ein Jahr zuvor. Die im Juni 2026 durchgeführte Umfrage erfasste die Antworten von 250 Unternehmen, die zwischen 500 Millionen und 20 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten verwalten. Währungsabsicherungen dieser Art basieren in der Regel auf Instrumenten wie Devisentermingeschäften, die Wechselkurse für künftige Termine festschreiben, um Portfolios vor nachteiligen Währungsbewegungen zu schützen.

Die Kosten des Nichtstuns

97 % der befragten Manager gaben an, durch nicht abgesicherte Devisenexpositionen Verluste erlitten zu haben; der durchschnittliche Schaden belief sich auf 731.000 US-Dollar.

Mehr als die Hälfte der Befragten erklärte, künftig die Laufzeit ihrer Währungsabsicherungen verlängern zu wollen, und rund 63 % stuften längere Hedge-Laufzeiten angesichts der aktuellen Volatilitätslage als notwendige Anpassung ein. Damit ist die Umfrage nicht nur wegen des breiten Umfangs der Absicherung bemerkenswert, sondern auch wegen des Zeithorizonts, für den sich die Manager entscheiden: Längerfristige Absicherungen können den Zwang verringern, auf jede Bewegung am Devisenmarkt zu reagieren, bringen zugleich aber eine zusätzliche Ebene des Kostenmanagements in ein ohnehin belastetes Renditeumfeld.

Die treibenden Kräfte hinter dieser Entwicklung sind ein vertrautes Gemisch: geopolitische Unsicherheit, eskalierende Handelsstreitigkeiten, ein Wandel der Zentralbankpolitik und Instabilität im Nahen Osten. Auch die Fondsgröße spielt eine merkliche Rolle. Kleinere Fonds – solche mit einem verwalteten Vermögen zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde US-Dollar – hedgen zu 98 %, gegenüber 88 % bei größeren Fonds.

Was das für die Märkte bedeutet

Auch die Verlängerung der Hedge-Laufzeiten ist aussagekräftig. Wenn Manager längerfristige Absicherungen festschreiben, signalisieren sie, dass sie nicht erwarten, dass sich die Volatilität schnell auflöst.

Eine Folge, die es zu beobachten gilt, ist der Renditedruck, wenn die Hedging-Kosten mit steigender Nachfrage zunehmen. Devisenabsicherung ist nicht kostenlos: Die Kosten für das Prolongieren von Termingeschäften, insbesondere wenn die Zinsunterschiede zwischen Ländern groß sind, schmälern unmittelbar die Performance. Für Asset Allocator und Fondsverwaltungsräte bleibt das Währungsrisikomanagement damit fest an die Portfolio-Governance gekoppelt, statt als Back-Office-Funktion behandelt zu werden. Die Manager entscheiden sich damit im Grunde für eine bekannte Kostenposition anstelle eines unbekannten Risikos.