Regierungen wetteifern um Steuerbefreiungen für Krypto-Mining
Wichtige Erkenntnisse
- •Usbekistan hat das Besqala Mining Valley in Karakalpakstan geschaffen, mit Steuerbefreiungen für Miner bis zum 1. Januar 2035.
- •El Salvador, die VAE und Georgien gelten oft als günstig für Krypto-Mining, wenden aber weiterhin bestimmte Steuern auf miningbezogene Aktivitäten an.
- •Japan, Deutschland, das Vereinigte Königreich, Indien, die Vereinigten Staaten und Australien besteuern Mining-Belohnungen bei Zufluss nach ihren regulären Einkommensteuerregeln.
- •Die Vereinigten Staaten entfallen auf etwa 40% der globalen Hashrate, doch die Bedingungen für Mining variieren wegen der fragmentierten Regulierung auf Bundesstaatenebene.
- •Chinas Verbot des Krypto-Minings im Jahr 2021 verlagerte die globale Hashrate in Jurisdiktionen, die die Branche aufnehmen wollten.

Regierungen wetteifern um Steuerbefreiungen für Krypto-Mining
Eine wachsende Zahl von Regierungen betrachtet Krypto-Mining inzwischen als eine Branche, die man anziehen sollte, statt sie durch Steuern zu verdrängen. Die dahinterstehende Wettbewerbslogik ist, dass strukturierte Gebührenmodelle auf Mining-Einnahmen stetige Erträge liefern können, Stromtarife über Marktniveau helfen, Infrastrukturkosten zu decken, und die breitere wirtschaftliche Aktivität rund um das Mining Bauvorhaben, Beschäftigung und ausländische Investitionen in Regionen bringen kann, die sonst oft nur eine begrenzte industrielle Entwicklung aufweisen.
Die jüngste Regierung, die sich diesem Wettbewerb angeschlossen hat, ist Usbekistan. Präsident Shavkat Mirziyoyev unterzeichnete eine Resolution zur Einrichtung des Besqala Mining Valley in ganz Karakalpakstan. Miner innerhalb der Zone zahlen bis zum 1. Januar 2035 null Körperschaftsteuer, null Grundsteuer, null Bodensteuer und null Mehrwertsteuer.
Ein Blick auf andere Jurisdiktionen
Mehrere Jurisdiktionen werden häufig als vollständig steuerfrei für Krypto-Mining beschrieben, doch die Realität ist differenzierter.
El Salvador: Auf Bitcoin fällt eine Kapitalertragsteuer von 0% an, aber gewerbliche Mining-Unternehmen unterliegen je nach Unternehmensstruktur weiterhin den regulären Einkommensteuerregeln.
VAE: Privatpersonen zahlen auf Krypto-Aktivitäten 0% Einkommensteuer, gewerbliche Mining-Unternehmen unterliegen jedoch einer föderalen Körperschaftsteuer von 9% auf Gewinne über AED 375,000. Mining-Dienstleistungen sind ausdrücklich von der Mehrwertsteuerbefreiung ausgeschlossen.
Georgien: Privatpersonen zahlen auf Krypto-Verkäufe 0% Einkommensteuer, gestützt durch wettbewerbsfähige Wasserkraft. Unternehmen unterliegen jedoch einer Körperschaftsteuer von 15% auf ausgeschüttete Gewinne, und winterliche Stromengpässe können saisonale Kostenspitzen verursachen.
Jurisdiktionen ohne Steuerbefreiungen
Andere Länder gewähren keine Ausnahmen für Einkommen aus Krypto-Mining und besteuern Belohnungen in dem Moment, in dem sie eingehen.
Japan: Mining-Belohnungen gelten als sonstige Einkünfte und werden mit progressiven Sätzen von bis zu 55% besteuert. Es gelten keine Unternehmens- oder Privatpersonenbefreiungen.
Deutschland: Einkommen aus Mining wird als gewöhnliches Geschäftseinkommen mit Sätzen von bis zu 45% besteuert. Die bekannte einjährige Steuerbefreiung für Kapitalerträge gilt nur für private Kapitalgewinne, nicht für den erstmaligen Zufluss von Mining-Einkommen.
Vereinigtes Königreich: Mining-Einkommen kann bei Zufluss mit bis zu 45% besteuert werden, wenn es als Geschäftstätigkeit eingestuft wird; später fällt bei Veräußerung eine Kapitalertragsteuer von bis zu 24% an.
Indien: Geminte Coins werden bei Erhalt mit den individuellen Einkommensteuer-Tarifen besteuert. Spätere Verkäufe unterliegen einem pauschalen Steuersatz von 30%, und Abzüge für Strom und Infrastruktur sind gesetzlich verboten.
Vereinigte Staaten: Mining-Belohnungen werden als gewöhnliches Einkommen auf Grundlage des Fair Market Value am Tag des Minings besteuert, vorbehaltlich bundesstaatlicher Sätze von bis zu 37% plus staatlicher Steuern.
Australien: Mining-Belohnungen gelten zum Zeitpunkt des Zuflusses als steuerpflichtiges Einkommen und werden für Privatpersonen mit progressiven Sätzen von bis zu 45% oder für Unternehmensstrukturen mit 25% bis 30% besteuert.
Wie die großen Zentren im Vergleich stehen
Die Vereinigten Staaten entfallen auf rund 40% der globalen Hashrate, gestützt durch die Energiemärkte in Texas, das Regulierungsumfeld in Wyoming und die industrielle Infrastruktur in Georgia, auch wenn die Bedingungen wegen der fragmentierten Regulierung auf Bundesstaatenebene stark variieren.
Kanadas wasserreiche Provinzen bieten stabile Rahmenbedingungen und natürliche Kühlung, verwalten die Stromversorgung jedoch sorgfältig. Russland bietet Strom in großem Maßstab zu niedrigen Kosten, birgt aber Sanktionsrisiken und wechselnde regionale Beschränkungen.
Kasachstan wuchs nach Chinas Verbot im Jahr 2021 schnell, doch die Belastung des Stromnetzes führte später zu Lizenzanforderungen und Energiedeckeln, was insbesondere für kleinere Betreiber problematisch wurde.
Warum das wichtig ist
Für Miner rechtfertigt mehrjährige Planungssicherheit bei Steuern das hohe Kapital, das für groß angelegte Betriebe erforderlich ist. Für Regierungen liefern strukturierte Gebührenmodelle auf Mining-Einnahmen und Stromtarife über Marktniveau stetige Erträge und fördern zugleich Bau, Beschäftigung und ausländische Investitionen in unterentwickelten Regionen.
Chinas Verbot aus dem Jahr 2021 bleibt die deutlichste Illustration dessen, was passiert, wenn eine Regierung die entgegengesetzte Entscheidung trifft: Die globale Hashrate wurde sofort auf alle Jurisdiktionen verteilt, die bereit waren, sie aufzunehmen.
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