Kupfer-Futures erreichen Rekordhochs angesichts zunehmender globaler Angebotsrisiken
Wichtige Erkenntnisse
- •Kupfer-Futures stiegen am 7. August 2026 über 6,7 $ je Pfund und erreichten angesichts mehrerer Angebotsrisiken neue Rekordhochs.
- •Die Demokratische Republik Kongo verhängte ein Exportverbot für Kupferkonzentrate und verknappte damit den Rohstoffnachschub für globale Schmelzer, insbesondere in China.
- •Erwartete US-Importzölle veranlassten die Umleitung von Kupferbeständen in amerikanische Lagerhäuser und reduzierten so das Angebot in anderen Regionen.
- •Der Betrieb in einem Teil von Codelcos Vorzeigemine El Teniente in Chile könnte bis zu zwei Jahre ausgesetzt bleiben und damit einen erheblichen Teil der weltweiten Kupferproduktion belasten.
- •Die starke Nachfrage durch Elektrifizierung, Modernisierung der Stromnetze und den Ausbau von Rechenzentren stützt die Kupferpreise zusätzlich zu den Angebotsengpässen.

Kupfer-Futures erreichen Rekordhochs angesichts zunehmender globaler Angebotsrisiken
Commodity News — August 7, 2026
Kupfer-Futures stiegen am Freitag über 6,7 $ je Pfund und erreichten neue Rekordhochs, da zunehmende globale Angebotsrisiken den Markt weiterhin stützten. Der Anstieg spiegelt wachsende Sorgen an mehreren Fronten wider — von Exportbeschränkungen in großen Förderländern über mögliche Änderungen der US-Handelspolitik bis hin zu operativen Störungen in einigen der weltweit größten Minen. Kupfer, oft als "Dr. Copper" bezeichnet, weil es als Indikator für die globale Wirtschaftslage gilt, reagiert besonders empfindlich auf Angebotsunterbrechungen, da die Produktion auf eine relativ kleine Zahl von Ländern und Bergbaukomplexen konzentriert ist.
Exportverbot der DR Kongo verstärkt Angebotsdruck
Die Demokratische Republik Kongo hat Exporte von Kupferkonzentraten verboten. Dieser Schritt unterstreicht einen wachsenden Trend unter rohstoffreichen Staaten, durch den Ausbau der inländischen Raffinerie- und Verarbeitungskapazitäten mehr Wertschöpfung im Land zu behalten. Die DR Kongo gehört zu den weltweit führenden Kupferproduzenten, und die Exportbeschränkung verschärft eine ohnehin angespannte globale Lieferkette, insbesondere bei dem nicht raffinierten Material, das Schmelzanlagen weltweit versorgt. China, das die weltweit größte Kupferschmelzkapazität betreibt, ist von Störungen bei Konzentratlieferungen besonders betroffen, und Einschränkungen dieser Art wirken sich auf die gesamte Raffineriekette aus.
Sorgen über US-Zölle lenken Material um
Bedenken hinsichtlich möglicher US-Importzölle auf Kupfer haben zudem weiterhin dazu geführt, dass Lieferungen aus den internationalen Märkten in US-Lagerhäuser umgeleitet werden. Marktteilnehmer haben Kupferbestände im Vorgriff auf mögliche Handelsmaßnahmen in amerikanische Lagerstätten verlagert, wodurch das verfügbare Angebot in anderen Regionen faktisch sinkt und der Aufwärtsdruck auf die Preise zunimmt. Die Zollüberlegungen stehen im Zusammenhang mit einem breiteren US-Vorstoß, die inländischen Lieferketten für kritische Mineralien zu stärken — Materialien, die als wesentlich für die nationale Sicherheit und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit gelten.
El Teniente von Codelco könnte länger stillstehen
Zusätzlich zu den Angebotsrisiken könnte der Betrieb in einem Teil von Codelcos Vorzeigemine El Teniente für bis zu zwei Jahre ausgesetzt bleiben. Codelco, Chiles staatliche Kupfergesellschaft und der weltweit größte Kupferproduzent, betreibt El Teniente als eine der größten unterirdischen Kupferminen der Welt. Chile allein steht für rund ein Viertel der globalen Kupferminenförderung, sodass längerfristige Störungen in den Vorzeigeanlagen des Landes erhebliche Auswirkungen auf die weltweite Verfügbarkeit haben. Eine anhaltende Unterbrechung in einer Anlage dieser Größenordnung würde die globale Minenproduktion deutlich verringern.
Nachfrageseite bleibt robust
Auf der Nachfrageseite wurde Kupfer weiterhin durch einen starken Ausblick für den Ausbau von Stromnetzen und Rechenzentren gestützt. Der weltweite Trend hin zu Elektrifizierung und künstlicher Intelligenz treibt den Verbrauch des roten Metalls weiter an, das ein wichtiger Input für elektrische Verkabelung, Infrastruktur für erneuerbare Energien, Elektrofahrzeuge und High-Performance-Computing-Anlagen ist. Die Internationale Energieagentur hat prognostiziert, dass die Nachfrage nach kritischen Mineralien einschließlich Kupfer im kommenden Jahrzehnt deutlich steigen wird, da sich die Energiewende beschleunigt und damit zusätzlich zu den zyklischen Faktoren eine strukturelle Nachfragestütze schafft.
Source: Trading Economics