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Consensys teilt sich in zwei Unternehmen auf: Verbrauchergeschäft wird zu MetaMask

Autor: Cryptopolitan·

Wichtige Erkenntnisse

  • MetaMask wird zu einem eigenständigen, auf Verbraucher ausgerichteten Unternehmen, das von Joe Lubin als Chairman und CEO geführt wird.
  • Das neue Consensys behält das institutionelle Geschäft einschließlich Linea, Besu und Teku und wird von Mike Kriak und David Cunningham geleitet.
  • MetaMask hat mehr als 100 Millionen Downloads in rund 190 Ländern erreicht und ein kumuliertes Transaktionsvolumen von Billionen Dollar verarbeitet.
  • Die Trennung soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Für einen möglichen Börsengang von MetaMask im ersten Quartal 2027 gibt es weder ein konkretes Datum noch eine Entscheidung über einen Token.
Consensys teilt sich in zwei Unternehmen auf: Verbrauchergeschäft wird zu MetaMask

Consensys Software Inc. hat am Mittwoch, dem 9. September 2026, angekündigt, sich in zwei unabhängige Unternehmen aufzuspalten. Das Geschäft mit der Verbraucher-Wallet wird zu MetaMask, während die Ethereum-Protokolle und die institutionellen Softwareaktivitäten in ein neues Unternehmen überführt werden, das den Namen Consensys behält.

Der Schritt ist für zwei unterschiedliche Gruppen von Bedeutung: für die Millionen Nutzer, die ihre Kryptowährungen in MetaMask verwahren, und für die Banken, die auf der Infrastruktur von Consensys arbeiten. Beide Unternehmen werden auf dem Weg ins neue Jahr mit eigener Führung, eigenen Bilanzen und eigenen Strategien operieren, heißt es in der offiziellen Ankündigung.

Wer führt die beiden Unternehmen?

Die bestehende Unternehmensstruktur wird als MetaMask weitergeführt, wobei Mitgründer Joe Lubin als Chairman und CEO fungieren wird. Das Unternehmen wird die Verbraucher-Wallet und die Produktlinien für Privatkunden betreiben.

Der institutionelle Teil des Geschäfts — einschließlich des Linea-Netzwerks sowie der Besu- und Teku-Clients — wird zum neuen Consensys. Mike Kriak übernimmt die Position des CEO, David Cunningham wird Präsident, und Lubin wird den Posten des Executive Chairman übernehmen.

Die beiden Organisationen werden unabhängig voneinander operieren. Die Trennung soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Lubin bezeichnete den Schritt als Reaktion auf eine einfache Beobachtung: Der Wert des Verbrauchergeschäfts war schneller gewachsen als der übrige Teil des Unternehmens.

Eine Wallet, die zur Bank wurde

MetaMask hat mehr als 100 Millionen Downloads in rund 190 Ländern erreicht und ein kumuliertes Transaktionsvolumen von Billionen Dollar verarbeitet. Diese Reichweite bildet die Grundlage für die von Lubin so bezeichnete Plattform „Open Money“ — einen zentralen Ort, an dem Nutzer Geld sowohl in Form von Kryptowährungen als auch traditionellen Vermögenswerten halten, ausgeben, sparen und vermehren können.

Am deutlichsten zeigt sich dieser Wandel beim im Juni gestarteten Money Account. Nutzer können damit bis zu 4% APY auf den mUSD-Stablecoin erzielen und dasselbe Guthaben über MetaMask ausgeben. Die MetaMask Card ist ein von Mastercard unterstütztes Debitprodukt, das den Handel mit Perpetual Futures und Prognosemärkten ermöglicht.

„MetaMask ist aus dieser Arbeit zur weltweit am weitesten verbreiteten selbstverwahrten Wallet hervorgegangen und wird heute zu etwas Größerem: einer Plattform, auf der Menschen ihre Vermögenswerte nicht nur halten, sondern ihr Geld in seinen vielen unterschiedlichen Formen und Ausprägungen verwalten“, sagte Lubin.

Institutionelle Tokenisierung als Geschäftsfeld

Das zweite Unternehmen wird sich auf Banken und Vermögensverwalter konzentrieren. Consensys erklärte, Finanzunternehmen seien von Pilotprojekten zur produktiven Nutzung von Tokenisierung, Stablecoins und Blockchain-Abwicklung übergegangen. Institutionen wie Citi, DTC und BNY Mellon nutzen derzeit die Besu-Infrastruktur des Unternehmens.

Lubins Erklärung verwies auf einen im Juni veröffentlichten Citi-Bericht mit dem Titel „Tokenization 2030“. Darin wird prognostiziert, dass der Markt für tokenisierte Vermögenswerte bis 2030 ein Volumen zwischen $5.5 trillion und $8.2 trillion erreichen könnte.

Fragen zu Börsengang und Token bleiben offen

Die Umstrukturierung fällt in eine ungewöhnliche Phase der Unternehmensgeschichte. Consensys wurde vor mehr als einem Jahrzehnt als Ethereum-Inkubator in Brooklyn gegründet und verlegte seinen Sitz 2023 nach Texas.

Das Unternehmen hatte bereits in diesem Jahr einen Börsengang angestrebt, die Notierung jedoch auf den Herbst 2026 verschoben, nachdem die Kryptomärkte eingebrochen waren und Bitcoin unter die Marke von $80,000 gefallen war. Die jüngste Bewertung stammt aus Anfang 2022, als eine Series-D-Finanzierungsrunde über $450 million das Unternehmen mit $7 billion bewertete.

Die unmittelbaren Meilensteine sind der geplante Abschluss der Trennung bis zum Jahresende sowie eine mögliche weitere Entscheidung über den potenziellen Börsengang von MetaMask im Q1 2027. Die Ankündigung nennt weder ein konkretes IPO-Datum noch eine Entscheidung darüber, ob MetaMask einen Token herausgeben wird.

Lubin lehnte es ab, einen künftigen Termin für den Börsengang zu nennen, obwohl das neu gegründete MetaMask bis zum Q1 2027 zu einem börsennotierten Unternehmen werden könnte. Auch zu den Gerüchten über einen MetaMask-Token äußerte er sich nicht konkret. Er erklärte, das aktuelle geschäftliche und regulatorische Umfeld veranlasse Unternehmen dazu, die Einführung eigener Kryptowährungen zweimal zu überdenken.