NachrichtenMakro39 Kongresskandidaten meldeten in diesem Wahlzyklus Zahlungen für OpenAI-Abonnements

39 Kongresskandidaten meldeten in diesem Wahlzyklus Zahlungen für OpenAI-Abonnements

Autor: CryptoBriefing·

Wichtige Erkenntnisse

  • Eine Analyse des Washington Post zu FEC-Unterlagen identifizierte 39 Kongresskandidaten, die in diesem Wahlzyklus Zahlungen für OpenAI-Abonnements meldeten.
  • Zwei Kandidaten gaben an, ihre OpenAI-Abonnements für Werbung genutzt zu haben, was gegen OpenAIs Richtlinien gegen KI-generierte politische Werbung verstößt.
  • Abgeordneter Mike Lawler meldete seit 2025 rund 3.260 US-Dollar an OpenAI-Zahlungen, das Republican National Committee etwa 9.700 US-Dollar – die größte Komitee-Ausgabe.
  • Die gemeldeten Zahlen unterschätzen die tatsächliche KI-Nutzung vermutlich, da Kampagnen Zahlungen über Dienstleister abwickeln, kostenlose Versionen nutzen oder Abonnements unter vagen Budgetkategorien abrechnen können.
  • Stand Mitte 2026 hat die FEC keine verbindlichen Kennzeichnungsregeln für KI-generierte Kampagneninhalte verabschiedet, während einige Bundesstaaten eigene Kennzeichnungspflichten oder Verbote synthetischer Medien erlassen haben.
39 Kongresskandidaten meldeten in diesem Wahlzyklus Zahlungen für OpenAI-Abonnements

Generative KI ist inzwischen offiziell ein eigener Posten in Kampagnenbudgets. Eine Analyse des Washington Post zu Unterlagen der Federal Election Commission (FEC) ergab, dass 39 Kongresskandidaten in diesem Wahlzyklus Zahlungen für OpenAI-Abonnements meldeten – eine Zahl, die die tatsächliche Nutzung wahrscheinlich unterschätzt, da sich ein ChatGPT-Plus-Abo für 20 US-Dollar pro Monat leicht unter vagen Budgetkategorien abrechnen lässt.

Zwei dieser Kandidaten gaben an, ihre OpenAI-Abonnements gezielt für Werbezwecke genutzt zu haben – ein direkter Verstoß gegen OpenAys Nutzungsrichtlinien, die die Erstellung politischer Werbung untersagen. Ein dritter Kandidat ging noch weiter und räumte ein, nicht näher bezeichnete KI-Tools zum Verfassen und Personalisieren von Nachrichten oder zur Erstellung synthetischer Medien eingesetzt zu haben.

Wer gibt wie viel aus

Der republikanische Abgeordnete Mike Lawler aus New York führt die Ausgabenliste der Einzelpersonen mit rund 3.260 US-Dollar an OpenAI-Zahlungen seit 2025 an. Auf Komitee-Ebene meldete das Republican National Committee etwa 9.700 US-Dollar an Zahlungen an OpenAI und ist damit der größte Ausgeber unter den Political Action Committees.

Diese Zahlen erfassen lediglich, was Kampagnen freiwillig in ihren FEC-Unterlagen offengelegt haben. Mitarbeiter von Wahlkampagnen können persönliche Abonnements bezahlen, kostenlose Versionen nutzen oder Zahlungen über Dienstleister und Berater abwickeln, deren Rechnungen die verwendeten Tools nicht ausweisen. Die gemeldeten Ausgaben sind im Verhältnis zu den Gesamtbudgets der Kampagnen gering – Wahlkämpfe für das Repräsentantenhaus kosten regelmäßig Millionenbeträge –, weshalb Abo-Zahlungen unbemerkt in breite Kategorien wie Software, Beratung oder digitale Dienste fallen können.

Das Policy-Problem

OpenAIs Nutzungsrichtlinien verbieten die Erstellung von Inhalten für politische Werbung – eine Einschränkung, die das Unternehmen lange vor diesem Wahlzyklus eingeführt hat. Dennoch scheinen mindestens zwei Kampagnen diese Nutzungsbedingungen eher als Empfehlung denn als verbindliche Regel behandelt zu haben. OpenAI beschäftigt keine Compliance-Beauftragten, die jedes ChatGPT-Gespräch überprüfen, und die Durchsetzungsmechanismen bei Verstößen gegen solche Richtlinien bleiben begrenzt.

Ein regulatorisches Vakuum

Das Bundeswahlrecht hat die generative KI noch nicht eingeholt. Die FEC diskutiert, ob die Kennzeichnung KI-generierter Kampagneninhalte vorgeschrieben werden soll, doch bis Mitte 2026 wurden keine verbindlichen Regeln verabschiedet. Einige Bundesstaaten waren schneller und haben Gesetze erlassen, die Kennzeichnungen für KI-generierte politische Werbung verlangen oder synthetische Medien mit Kandidaten verbieten – was ein Flickenteppich einzelstaatlicher Vorgaben entsteht, mit dem bundesweite Kampagnen zurechtkommen müssen.

Die Zahl von 39 Kandidaten in diesem Zyklus markiert einen deutlichen Anstieg gegenüber den frühen Tagen der öffentlichen Verfügbarkeit von ChatGPT Ende 2022 und 2023, als der Einsatz von KI in Wahlkämpfen überwiegend anekdotisch war. Ohne verpflichtende Offenlegungspflichten bestehen für Kampagnen keine Verpflichtung, Inhalte zu kennzeichnen, die von einem Sprachmodell entworfen, überarbeitet oder vollständig erstellt wurden. Ob die FEC verbindliche Kennzeichnungsregeln verabschiedet – und wie Anbieter wie OpenAI die Durchsetzung ihrer Verbote politischer Nutzung anpassen –, wird bestimmen, wie transparent die KI-Nutzung in Kampagnen künftiger Wahlzyklen wird.