Compound startet 52-Millionen-Dollar-Programm mit DAO-Genehmigung und neues Führungsteam zur Förderung der institutionellen DeFi-Expansion
Wichtige Erkenntnisse
- •Die dezentrale Autonomieorganisation von Compound hat ein Entwicklungsprogramm über 52 Millionen US-Dollar genehmigt – die größte Zuweisung in der Geschichte des Protokolls – mit dem Ziel, die Kreditplattform für institutionelle Nutzer neu auszurichten.
- •Das neue Führungsteam wird von Aaron Schnarch als Executive Director geleitet, mit Christopher Donovan als Chief Operating Officer, Steven Liu als Chief Product Officer und Leo Eikelman als Chief Technology Officer.
- •Die Produkt-Roadmap konzentriert sich auf native Real-World-Asset-Funktionen, verbesserte Kapitaleffizienz und Integrationstools für Banken, Vermögensverwalter, Börsen und Fintechs; die ersten institutionentauglichen Produkte werden in den kommenden Wochen erwartet.
- •Seit dem Start im Jahr 2018 weist Compound kumulierte Einlagen- und Kreditvolumina von rund 480 Milliarden US-Dollar und keine verzeichneten notleidenden Kredite aus.
- •Die in Compound gebundenen Vermögenswerte sind von einem Höchststand von rund 12 Milliarden US-Dollar im September 2021 auf etwa 1,2 Milliarden US-Dollar gesunken, während der sektorweite DeFi Total Value Locked in diesem Jahr um mehr als ein Drittel auf rund 70 Milliarden US-Dollar gefallen ist.

Die Compound Foundation hat ein neues Führungsteam sowie ein von der dezentralen Autonomieorganisation (DAO) des Protokolls genehmigtes Entwicklungsprogramm über 52 Millionen US-Dollar angekündigt – die größte derartige Zuweisung in der Geschichte von Compound. Die Initiative zielt darauf ab, das DeFi-Kreditprotokoll auf institutionelle Nutzer auszurichten und mehr traditionelle Finanzaktivitäten Onchain zu verlagern.
Das neue Führungsteam umfasst Aaron Schnarch als Executive Director, Christopher Donovan als Chief Operating Officer, Steven Liu als Chief Product Officer und Leo Eikelman als Chief Technology Officer. Ihre Werdegänge reichen von der traditionellen Finanzwelt bis zur Infrastruktur für digitale Vermögenswerte; weitere Teammitglieder kommen von Unternehmen wie Anchorage Digital, HSBC, Broadridge Financial und Maple Finance.
Compound erklärte, das Programm werde eine neue Produkt-Roadmap unterstützen, die auf nativen Real-World-Asset-Funktionen (RWA), verbesserter Kapitaleffizienz und Integrationstools fokussiert ist, die es Banken, Vermögensverwaltern, Börsen und Fintech-Unternehmen ermöglichen, Onchain-Kredite in ihre eigenen Produkte zu integrieren. Die ersten institutionentauglichen Produkte werden in den kommenden Wochen vorgestellt.
Compound, 2018 gegründet, trug dazu bei, dezentrales Kreditwesen als Kernbestandteil der Kryptoökonomie zu etablieren. Laut eigenen Angaben hat das Protokoll seit dem Start ein Volumen von rund 480 Milliarden US-Dollar an Einlagen und Krediten abgewickelt und keinerlei notleidende Kredite verzeichnet. Diese Bilanz ist ein Grund, weshalb sich das Protokoll nun an Institutionen wendet, die in der Regel etabliertere Betriebsprozesse, klarere Integrationswege und eine Infrastruktur benötigen, die in bestehende Finanzworkflows passt.
1/ Compound is entering its next era. Today we're announcing a new leadership team and a $52M DAO-approved development program,the largest in the protocol's history, to bring institutional credit onchain. — Compound Foundation (@Compound_xyz) August 17, 2026
Compound setzt auf Institutionen, während das retailgetriebene DeFi an Schwung verliert
Die Strategie erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Compound mit einer deutlich kleineren Marktpräsenz operiert als auf dem Höhepunkt des vergangenen DeFi-Zyklus. Die im Protokoll gebundenen Vermögenswerte sind auf etwa 1,2 Milliarden US-Dollar gesunken, nach einem Höchststand von rund 12 Milliarden US-Dollar im September 2021. Der Konkurrent Aave ist derweil auf etwa 14,8 Milliarden US-Dollar an gebundenem Gesamtwert (Total Value Locked) gewachsen, wie aus DeFiLlama-Daten hervorgeht, die im Quellenmaterial zitiert werden.
Auch der breitere DeFi-Markt hat nachgelassen: Der sektorweite Total Value Locked ist seit Jahresbeginn um mehr als ein Drittel auf rund 70 Milliarden US-Dollar gefallen. Dieser Rückgang wird mit der übergeordneten Korrektur des Kryptomarkts, niedrigeren Renditen und mehreren schwerwiegenden Protokoll-Exploits in Verbindung gebracht. Gleichzeitig bleiben tokenisierte Real-World-Assets ein wichtiges Wachstumsfeld, was Compounds Entscheidung untermauert, auf institutionelle Nachfrage zu setzen.
Die neue Ausrichtung des Unternehmens spiegelt einen breiteren Wandel in der potenziellen Kundenbasis von DeFi wider. Die Beteiligung von Privatanlegern ist von früheren Höchstständen gesunken, während Finanzinstitutionen zunehmend blockchainbasierte Abwicklungs-, Ausführungs- und Kreditinfrastruktur erkunden. Nach Ansicht von Compounds Führung entsprechen bestehende DeFi-Produkte häufig nicht den Compliance-, technischen und operativen Standards, die traditionelle Finanzinstitute erwarten – was den Fokus auf Integrationstools und native RWA-Funktionen in der neuen Roadmap erklärt.
Die Zuweisung über 52 Millionen US-Dollar soll diese Lücken schließen, indem Produktentwicklung mit institutioneller Expertise kombiniert wird. Für Compound steht der Schritt für einen Übergang vom Pionier im retailorientierten DeFi-Kreditwesen hin zum Aufbau einer Infrastruktur, die institutionelle Kredite und Onchain-Finanzdienstleistungen tragen kann – wobei die ersten Produkte ein früher Test dafür sind, wie schnell sich diese Wende in einsetzbare Angebote umsetzen lässt.