NachrichtenKryptoMILESTONE | ColdCard-Hack löst größten Anstieg kleiner Bitcoin-Transfers seit dem FTX-Zusammenbruch aus

MILESTONE | ColdCard-Hack löst größten Anstieg kleiner Bitcoin-Transfers seit dem FTX-Zusammenbruch aus

Autor: BitcoinKE·

Wichtige Erkenntnisse

  • Am 31. Juli 2026 wurden in Transaktionen von unter 1 BTC rund 39.600 BTC übertragen; dies ist das höchste Tagesvolumen kleiner Halter seit dem FTX-Zusammenbruch im November 2022.
  • Der ColdCard-Exploit führte dazu, dass in drei koordinierten Wellen rund 1.367 BTC von etwa 4.585 Adressen gestohlen wurden, mit einem Wert von fast $89 million.
  • Die Schwachstelle geht auf einen Firmware-Fehler bei ColdCard-Geräten aus den Jahren 2021 bis 2025 zurück, der vorhersagbare Wallet-Seeds erzeugte und Angreifern die Rekonstruktion privater Schlüssel ohne physischen Zugriff ermöglichte.
  • Anders als typische Hardware-Wallet-Vorfälle mit Phishing oder Malware stellt dieser Exploit einen systemischen Fehler der kryptografischen Zufallszahlengenerierung des Geräts selbst dar.
  • Sicherheitsforscher empfehlen betroffenen Nutzern, alle Mittel in Wallets zu übertragen, die auf Geräten anderer Hersteller erstellt wurden, und keine von anfälligen Seeds abgeleiteten Adressen erneut zu verwenden.
MILESTONE | ColdCard-Hack löst größten Anstieg kleiner Bitcoin-Transfers seit dem FTX-Zusammenbruch aus

Bitcoin-Besitzer bewegten nach dem anhaltenden ColdCard-Wallet-Exploit in Transaktionen von weniger als 1 BTC fast 40.000 BTC und damit die größte tägliche Bewegung durch kleinere Halter seit dem Zusammenbruch von FTX im November 2022, wie CryptoQuant mitteilte.

ColdCard, hergestellt von Coinkite, gehört zu den am häufigsten empfohlenen Bitcoin-only-Hardware-Wallets unter Befürwortern der Selbstverwahrung. Der Vorfall ist daher besonders störend für eine Community, die spezielle Hardwaregeräte seit Langem als Goldstandard für die Offline-Aufbewahrung privater Schlüssel betrachtet.

CryptoQuant-Researchleiter Julio Moreno berichtete, dass am 31. Juli 2026 39.600 BTC übertragen wurden — nur knapp unter den 39.900 BTC, die am 16. November 2022 bewegt wurden, wenige Tage nachdem FTX Insolvenz angemeldet hatte.

"The Bitcoin plebs had not moved this amount of BTC in a day since the FTX collapse," schrieb Moreno. "39.6K BTC transferred on July 31st after the coldcard hack, 39.9K BTC transferred on November 16 2022, a few days after the FTX collapse. These are Bitcoin transfers < 1 BTC." Er fügte hinzu, es sei ermutigend zu sehen, dass Nutzer "taking action" ergreifen, um ihre Mittel zu sichern.

Der Anstieg erfolgt, während sich der mutmaßliche ColdCard-Exploit weiter ausweitet. Forschende schätzen inzwischen, dass sich der Angriff in drei koordinierten Wellen entfaltet hat, wobei etwa 1.367 BTC von rund 4.585 Adressen gestohlen wurden. Der Wert liegt bei den aktuellen Kursen bei fast $89 million.

The $90 million ColdCard $BTC wallet drain sees #Bitcoin drop as small holders seek refuge on centralized exchanges. The incident has become one of the #LARGEST ATTACKS ever targeting BITCOIN SELF CUSTODY through cryptographic key generation rather than malware, phishing or… pic.twitter.com/wqPL7eQUMa
— BitKE (@BitcoinKE) August 3, 2026

Der Vorfall hat sich zu einem der größten Versagensfälle der Bitcoin-Selbstverwahrung in den letzten Jahren entwickelt und Tausende Nutzer dazu veranlasst, vorsorglich Gelder in neue Wallets oder auf zentrale Börsen zu verschieben.

Der Exploit geht auf einen Firmware-Fehler zurück, der auf betroffenen ColdCard-Geräten, die zwischen 2021 und 2025 hergestellt wurden, vorhersagbare Wallet-Seeds erzeugte. Da die Schwachstelle Angreifern ermöglichte, private Schlüssel mathematisch zu rekonstruieren, ohne physischen Zugriff auf die Hardware-Wallet zu benötigen, handelt es sich nach Einschätzung von Sicherheitsforschern um einen grundlegend anderen Typ eines Hardware-Wallet-Fehlers als bei herkömmlichen Phishing- oder Malware-Angriffen. Bei den meisten bislang dokumentierten Hardware-Wallet-Vorfällen ging es um Manipulationen in der Lieferkette, Social Engineering oder Nutzerfehler beim Umgang mit Seed-Phrasen — nicht um einen systemischen Fehler der kryptografischen Zufallszahlengenerierung des Geräts selbst.

Sicherheitsforscher raten Nutzern, die Wallet-Seeds auf betroffenen ColdCard-Geräten erstellt haben, davon auszugehen, dass diese Wallets kompromittiert sind. Sie sollen sämtliche Mittel in eine neu erzeugte Wallet übertragen, die mit einem Gerät eines anderen Herstellers oder einer unabhängig verifizierten Entropiequelle erstellt wurde, und keine Adressen erneut verwenden, die von dem anfälligen Seed abgeleitet wurden.

Der Vorfall hat die Debatte über Bitcoin-Selbstverwahrung erneut entfacht. Einige Nutzer argumentieren, korrekt erzeugte Offline-Wallets blieben der sicherste Weg, Bitcoin zu halten, während andere nach dem Sicherheitsvorfall Vermögenswerte zu Verwahrern oder Spot-Bitcoin-ETFs verlagert haben.