Galaxy Research verbindet 1.367 BTC-Diebstahl mit Coldcard Mk3-Firmware-Schwachstelle über 4.585 Adressen hinweg
Wichtige Erkenntnisse
- •Galaxy Research bestätigte Verluste von 1.367,05 BTC im Wert von rund 88,6 Millionen US-Dollar über 4.585 Adressen, was frühere Schätzungen mehr als verdoppelte.
- •Die Schwachstelle entstand durch einen vorhersagbaren Zufallszahlengenerator in den Coldcard Mk3-Firmware-Versionen 4.0.1 und höher, der im März 2021 eingeführt wurde.
- •Angreifer konnten schwache Wallet-Seeds offline enumerieren und Guthaben von Single-Signature-Adressen abgreifen, ohne physischen Zugriff auf das Gerät zu benötigen.
- •Die größte Angriffswelle am 30. Juli 2026 führte zum Diebstahl von 1.082,65 BTC im Wert von rund 70,2 Millionen US-Dollar innerhalb von nur 41 Minuten.
- •Coldcard Mk4-, Q- und Mk5-Geräte sind nicht betroffen, und Nutzern kompromittierter Mk3-Wallets wird geraten, vollständig neue Seeds auf nicht betroffenen Hardware-Modellen zu generieren.

Galaxy Research hat bestätigt, dass 1.367,05 BTC im Wert von rund 88,6 Millionen US-Dollar durch drei koordinierte Angriffswellen gestohlen wurden, die sich gegen 4.585 Adressen richteten, welche mit einem Firmware-Defekt in Coldcard Mk3-Hardware-Wallets zusammenhängen. Coldcard, hergestellt von Coinkite, ist ein Bitcoin-exklusives Hardware-Wallet, das in der Self-Custody-Community aufgrund seines Air-Gap-Designs weit verbreitet ist. Eine Schwachstelle dieser Größenordnung bei der Seed-Erstellung ist daher besonders bedeutsam für Nutzer, die auf dedizierte Hardware zur Schlüsselspeicherung angewiesen sind.
Die Ergebnisse übersteigen frühere Schätzungen deutlich, die die Verluste auf rund 594 BTC über etwa 500 Adressen beziffert hatten. Galaxy's On-Chain-Analyse verdoppelte den ursprünglichen Wert mehr als und offenbarte eine wesentlich breiter angelegte und systematischere Operation als bisher angenommen.
Zeitplan und Angriffsstruktur
Die größte Einzelwelle ereignete sich am 30. Juli 2026, bei der Angreifer 1.082,65 BTC – rund 70,2 Millionen US-Dollar – in nur 41 Minuten abgriffen.
Gemäß der Analyse von Galaxy wiesen die ersten beiden Angriffswellen nahezu identische Transaktionsmerkmale auf, darunter fest codierte Gebühren von 30 sat/vB und konsistente Batching-Muster. Diese Gleichförmigkeit deutet auf einen einzelnen Operator oder zumindest ein einzelnes Toolkit hin. Die dritte Welle wich von diesem Muster ab, was auf entweder einen anderen Akteur oder eine bewusste taktische Veränderung hindeutet.
Die gestohlenen Bitcoin sind seit den Angriffen weitgehend unbewegt geblieben und konzentrieren sich auf eine kleine Anzahl von Angreifer-kontrollierten Adressen ohne nennenswerte Bewegungen. Dies steht im Gegensatz zu Mustern, die häufig bei großen Exchange-Hacks beobachtet werden, wo gestohlene Gelder kurz nach dem Diebstahl oft durch Mixer oder Chain-Hopping-Dienste geleitet werden.
Bemerkenswerterweise lag die fest codierte Gebühr von 30 sat/vB, die in den ersten beiden Wellen verwendet wurde, zwischen dem 30- und 75-Fachen der medianen Netzwerkgebühr zu diesem Zeitpunkt. Dies deutet darauf hin, dass die Angreifer bereit waren, eine erhebliche Prämie zu zahlen, um eine schnelle Transaktionsbestätigung zu priorisieren.
Ursache: Vorhersagbare Zufallszahlengenerierung
Die Schwachstelle befindet sich in den Coldcard Mk3-Firmware-Versionen 4.0.1 und höher, die im März 2021 eingeführt wurden. Der Defekt führte dazu, dass der Zufallszahlengenerator des Geräts schwache, vorhersagbare Ausgaben erzeugte, was bedeutete, dass die von ihm generierten Wallet-Seeds nicht tatsächlich zufällig waren. Ein Angreifer mit ausreichenden Rechenressourcen konnte mögliche Seeds offline enumerieren, sie mit aktiven Adressen auf der Blockchain abgleichen und Guthaben von Single-Signature-Adressen abgreifen, ohne physischen Zugriff auf das Gerät zu benötigen. RNG-Fehler gelten als eine der schwerwiegendsten Klassen kryptografischer Schwachstellen in Kryptowährungssystemen, da sie die grundlegende Ebene der privaten Schlüsselerstellung untergraben – jede Adresse, die von einem schwachen Seed abgeleitet wird, ist ungeachtet anderer Sicherheitsmaßnahmen kompromittierbar.
Block's Engineering-Team wird mit der ersten öffentlichen Offenlegung des RNG-Problems credited. Coinkite, der Hersteller von Coldcard, veröffentlichte etwa 30 Stunden nach Beginn der ersten Sweeps eine Warnung.
Umfang und betroffene Geräte
Coldcard Mk4-, Q- und Mk5-Geräte scheinen von demselben Fehler nicht betroffen zu sein. Nutzern, die Guthaben auf kompromittierten Mk3-Wallets halten, wird geraten, vollständig neue Seeds auf nicht betroffenen Hardware-Modellen zu generieren, anstatt lediglich Guthaben innerhalb derselben Gerätegeneration zu übertragen.
Für alle, die derzeit ein Coldcard Mk3-Gerät mit Firmware-Version 4.0.1 oder höher verwenden, deuten Galaxy's Ergebnisse darauf hin, dass der aktuelle Seed als potenziell kompromittiert betrachtet werden sollte. Die empfohlene Vorgehensweise besteht darin, Guthaben auf ein frisch generiertes Wallet auf nicht betroffener Hardware zu migrieren. Die Überprüfung der Firmware-Versionshistorie und die Konsultation der Warnung von Coinkite sind praktische erste Schritte zur Bewertung der Exposition. Der Vorfall reiht sich in eine breitere Geschichte von Hardware-Wallet-Schwachstellen in der Branche ein, einschließlich vergangener RNG- und Secure-Chip-Probleme, die bei Geräten mehrerer Hersteller identifiziert wurden, und unterstreicht die Notwendigkeit regelmäßiger Seed-Rotation und Hardware-Upgrades als Standard der Verwahrungs-Hygiene.