NachrichtenKryptoCOLDCARD-Hack: Verluste steigen auf 2.055 BTC bei über 7.700 Wallets – Gesamtschaden 130 Mio. USD

COLDCARD-Hack: Verluste steigen auf 2.055 BTC bei über 7.700 Wallets – Gesamtschaden 130 Mio. USD

Autor: Crypto Ninjas·

Wichtige Erkenntnisse

  • Galaxy Research schätzt, dass sich die Gesamtverluste aus dem COLDCARD-Exploit auf 2.055 BTC belaufen, bewertet mit approximately 130 Millionen USD.
  • On-Chain-Analysen haben mehr als 7.700 betroffene Bitcoin-Adressen identifiziert, wobei die Zahl im Verlauf der Ermittlungen weiter steigt.
  • COLDCARD, hergestellt von dem in Toronto ansässigen Unternehmen Coinkite, galt weithin als Premium-Hardware-Wallet mit Air-Gapped-Sicherheit über SD-Karten- und NFC-Schnittstellen.
  • Die meisten großen Kryptowährungsdiebstähle der letzten Jahre zielten auf Börsen, Cross-Chain-Bridges oder DeFi-Protokolle ab, was groß angelegte Hardware-Wallet-Sicherheitsvorfälle ungewöhnlich macht.
  • Sicherheitsexperten empfehlen Maßnahmen wie das Aktualisieren der Firmware, den direkten Kauf von Geräten beim Hersteller, die Verwendung von BIP39-Passphrases und die Einführung von Multisignatur-Wallet-Konfigurationen zur Risikominimierung.
COLDCARD-Hack: Verluste steigen auf 2.055 BTC bei über 7.700 Wallets – Gesamtschaden 130 Mio. USD

Das Ausmaß des COLDCARD-Hardware-Wallet-Exploits weitet sich weiter aus. Aktualisierte Blockchain-Daten zeigen, dass die Verluste die ursprünglichen Berichte bei weitem übertreffen. Neue On-Chain-Analysen haben Tausende zusätzliche betroffene Wallets identifiziert, was den Vorfall zu einem der bedeutendsten Hardware-Wallet-Sicherheitsvorfälle der letzten Jahre macht. COLDCARD, hergestellt von dem in Toronto ansässigen Unternehmen Coinkite, wird von Bitcoin-Nutzern verwendet, die gezielt nach Air-Gapped-Sicherheit durch SD-Karten- und NFC-Schnittstellen, einer Dual-Secure-Element-Architektur und einem Open-Source-Hardware-Design suchen – Funktionen, die das Gerät als Premium-Option für Nutzer positionierten, die souveräne Schlüsselkontrolle priorisieren.

Geschätzte Verluste erreichen 130 Millionen USD

Laut Daten von Galaxy Research, die öffentlich über die Blockchain-Analyseplattform Lookonchain geteilt wurden, beläuft sich der Gesamtschaden im Zusammenhang mit dem COLDCARD-Exploit nun auf 2.055 BTC, was nach aktuellen Marktpreisen etwa 130 Millionen USD entspricht.

This is insane! According to @glxyresearch, the total losses from the #Coldcard hack may have reached 2,055 $BTC ($130M). More than 7,700 victim addresses have been affected. pic.twitter.com/GizWlDbYpz — Lookonchain (@lookonchain) August 4, 2026

Die neueste Schätzung identifiziert über 7.700 betroffene Bitcoin-Adressen. Frühere Berichte hatten eine geringere Anzahl kompromittierter Wallets und niedrigere Gesamtverluste ausgewiesen, was darauf hindeutet, dass Ermittler im Verlauf ihrer Blockchain-Analyse weiterhin zusätzliche betroffene Adressen aufdecken. Um die Dimension einzuordnen: Die meisten großen Kryptowährungsdiebstähle der letzten Jahre betrafen Börsen, Cross-Chain-Bridges oder DeFi-Protokolle und nicht Hardware-Wallet-Kompromittierungen – womit dieser Vorfall in eine ungewöhnliche Kategorie groß angelegter Self-Custody-Verluste fällt.

On-Chain-Analyse offenbart breitere Betroffenheit

Die aktualisierten Zahlen wurden durch die direkte Nachverfolgung von Transaktionen auf der Blockchain erstellt und nicht auf freiwillige Meldungen betroffener Nutzer gestützt. Forscher haben die Rückverfolgung des Geldflusses und die Identifizierung von Adressen, die mit dem Exploit in Verbindung stehen, fortgesetzt. Das öffentliche Hauptbuch von Bitcoin ermöglicht diese Art der nachträglichen Rückverfolgung, obwohl datenschutzfördernde Techniken die Wiederbeschaffung von Geldern erschweren können.

Diese revidierten Statistiken unterstreichen das Ausmaß und die Bedeutung des Diebstahls, der weiter wächst und einen sich ausweitenden Teil der Bitcoin-Community betrifft.

Sicherheit von Hardware-Wallets unter erneuter Beobachtung

COLDCARD galt seit langem als eine der führenden Hardware-Wallets für Bitcoin-Nutzer, die maximale Kontrolle über ihre Gelder anstreben. Dieser Vorfall hat jedoch die Debatte über die Sicherheit von Self-Custody-Geräten neu entfacht.

Im Gegensatz zu Hacks auf zentralisierte Börsen können Angriffe auf Hardware-Wallets einzelne Nutzer direkt kompromittieren, insbesondere wenn Schwachstellen in der Firmware oder im Wallet-Erstellungsprozess bestehen. Sicherheitsexperten haben stets betont, wie wichtig es ist, die Firmware auf dem neuesten Stand zu halten, Geräte direkt vom Hersteller zu beziehen, um Supply-Chain-Manipulationen zu vermeiden, und die Empfehlungen der Hersteller zu befolgen, um Risiken zu minimieren. Zu den zusätzlich empfohlenen Schutzmaßnahmen gehören der BIP39-Passphrase-Schutz sowie Multisignatur-Wallet-Konfigurationen, bei denen mehrere Geräte zur Autorisierung von Transaktionen erforderlich sind.

Debatte über Self-Custody verschärft sich

Nach mehreren prominente Börsenpleiten in den letzten Jahren haben Bitcoin-Investoren zunehmend zu Self-Custody-Lösungen tendiert. Während Self-Custody das Gegenpartei-Risiko eliminiert, verlagert es die Verantwortung für die Sicherheit vollständig auf den Wallet-Besitzer und den Gerätehersteller.

Der COLDCARD-Vorfall dient als erneute Erinnerung daran, dass Hardware-, Firmware- und operationale Sicherheitspraktiken entscheidende Bestandteile des Schutzes digitaler Vermögenswerte sind. Da die On-Chain-Untersuchung andauert, stehen sowohl Nutzer als auch Wallet-Anbieter unter zunehmendem Druck, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu stärken und das Potenzial für künftige groß angelegte Exploits zu mindern.