NachrichtenKryptoColdcard veröffentlicht umfangreiches Firmware-Update, nachdem Schwachstelle in der Seed-Generierung Kunden Diebstählen aussetzte

Coldcard veröffentlicht umfangreiches Firmware-Update, nachdem Schwachstelle in der Seed-Generierung Kunden Diebstählen aussetzte

Autor: CryptoNewsNet·

Wichtige Erkenntnisse

  • Firmware 5.6.1 verlangt von Nutzern, bei der Erstellung eines Seeds Zufälligkeit durch Handlungen wie Tastendrücke, Würfeln oder Münzwürfe beizusteuern.
  • Coldcard erklärt, dass der neue Seed-Generierungsprozess die Abhängigkeit vom internen Zufallszahlengenerator des Geräts verringert.
  • Das Unternehmen warnt, dass mit der anfälligen Methode erstellte Wallets weiterhin exponiert sind und migriert statt nur gepatcht werden müssen.
  • Das Update führt eine abschließende PSBT-Prüfung vor dem Signieren ein, die Transaktionsänderungen eines Computers nach der Genehmigung durch den Nutzer erkennen soll.
  • Coldcard hat zudem USB-Übertragungen in verschlüsselten Sitzungen eingeschränkt und Delta-Mode-Funktionen blockiert, die Seed-Informationen preisgeben könnten.
Coldcard veröffentlicht umfangreiches Firmware-Update, nachdem Schwachstelle in der Seed-Generierung Kunden Diebstählen aussetzte

Coldcard veröffentlicht umfangreiches Firmware-Update, nachdem Schwachstelle in der Seed-Generierung Kunden Diebstählen aussetzte

Coldcard hat ein umfangreiches Firmware-Update bereitgestellt, nachdem eine Schwachstelle in der Seed-Generierung einige Kunden Diebstählen aussetzte. Das Unternehmen drängt Nutzer der Geräte Mk4, Mk5 und Q, die Firmware 5.6.1 zu installieren; sie verändert, wie die Hardware-Wallets Wallet-Daten erstellen, schützen und validieren. Coldcard-Geräte werden von Coinkite hergestellt und als reine Bitcoin-Tools für sicherheitsorientiertes Self-Custody vermarktet – ein Markt, in dem die Vertrauenswürdigkeit des Seed-Generierungsprozesses die zentrale Produktzusage darstellt.

Eigene Zufallseingabe der Nutzer bei der Seed-Erstellung nun erforderlich

Eine zentrale Änderung betrifft die Seed-Generierung: Coldcard verlangt nun, dass Nutzer bei der Erstellung eines Seeds eigene Zufälligkeit beisteuern. Nutzer können Tasten drücken, würfeln oder Münzen werfen; das Gerät kombiniert diese Eingaben mit seiner Hardware-Entropie und kryptografischen Schutzmaßnahmen. Die Designänderung reagiert auf ein grundlegendes Risiko bei Hardware-Wallets: Eine Wiederherstellungsphrase wird aus zufälliger Entropie abgeleitet, und wenn diese Entropie vorhersagbar oder kompromittiert ist, können die daraus resultierenden privaten Schlüssel – und sämtliche von ihnen kontrollierten Gelder – von einem Angreifer neu erstellt werden. Die Einbindung von Nutzereingaben in den Prozess verringert die Abhängigkeit vom internen Zufallszahlengenerator des Geräts als alleinigem Vertrauenspunkt. Das Unternehmen weist jedoch darauf hin, dass das Upgrade keine Seeds schützen kann, die ursprünglich über den anfälligen Prozess erstellt wurden; Kunden mit exponierten Seeds müssen ihre Gelder daher migrieren, anstatt sich allein auf den Patch zu verlassen.

Stärkere Prüfungen bei Wallet-Vorgängen

Über die Seed-Generierung hinaus fügt das Release Schutzmaßnahmen für Transaktionen und USB-Verbindungen hinzu. Das Gerät führt nun unmittelbar vor dem Signieren eine PSBT-Prüfung (PSBT steht für partially signed Bitcoin transaction, eine teilweise signierte Bitcoin-Transaktion) durch, sodass Nutzer eine Warnung erhalten, wenn ein Computer Transaktionsdetails ändert, nachdem sie diese genehmigt haben. PSBT, standardisiert in BIP 174, ist das Format, mit dem Wallets und Koordinatoren teilweise signierte Transaktionen zwischen Parteien austauschen; die Prüfung im letzten Moment zielt auf ein Szenario ab, in dem ein kompromittierter Computer eine Transaktion manipuliert, nachdem der Nutzer sie auf dem eigenen Bildschirm des Geräts geprüft hat.

Verschlüsselte Sitzungen beschränken USB-Übertragungen nun ausschließlich auf die neuesten, vom Gerät erzeugten Ergebnisse, und Coldcard hat Delta-Mode-Funktionen blockiert, die sensible Informationen aus dem Seed preisgeben könnten. Die Firmware verbessert zudem die Tests der Hardware-Zufälligkeit, die Backup-Wiederherstellung, die Multisig-Sicherheit sowie die Firmware-Verifizierung und reduziert so Risiken über alle Phasen der Wallet-Nutzung hinweg.

Coldcard hat darüber hinaus eine Sicherheitsstatus-Seite eingerichtet und hilft Kunden, ihre Gelder von exponierten Seeds wegzubewegen. Die Behörden untersuchen weiterhin die mit der früheren Schwachstelle verbundenen Diebstähle; das Ausmaß der Verluste und die Täterschaft sind bislang ungeklärt.