NachrichtenKryptoBitcoin-ColdCard-Wallet-Exploit breitet sich auf 4.585 Adressen aus – Verluste nähern sich 90 Millionen Dollar

Bitcoin-ColdCard-Wallet-Exploit breitet sich auf 4.585 Adressen aus – Verluste nähern sich 90 Millionen Dollar

Autor: BitcoinKE·

Wichtige Erkenntnisse

  • Angreifer haben über drei koordinierte Wellen Approximately 1.367 BTC im Wert von knapp 89 Millionen Dollar gestohlen, die auf ColdCard-Wallets abzielten, die mit anfälliger Firmware erstellt wurden.
  • Der Exploit geht auf einen Konfigurationsfehler im Firmware-Build zurück, der eine vorhersagbare Seed-Generierung durch Hardware-Werte anstelle des dedizierten Zufallszahlengenerators des Geräts verursachte.
  • Die dritte und jüngste Welle verwendet einen anspruchsvolleren Ansatz, bei dem gestohlene Gelder an separate Pay-to-Witness-Script-Hash-Adressen weitergeleitet werden, was die Blockchain-Nachverfolgung Forschern zufolge erschweren könnte.
  • Nutzer, die ihre Wallets mit der betroffenen Firmware erstellt haben, bleiben auch dann gefährdet, wenn ihre Geräte inzwischen aktualisiert wurden – was ein anhaltendes Lieferketten-Risiko bei Eigenverwahrungslösungen aufdeckt.
  • Galaxy Research warnt, dass die wachsende Anzahl betroffener Adressen darauf hindeutet, dass Angreifer weiterhin neue gefährdete Wallets identifizieren, was bedeutet, dass die Gesamtverluste weiter steigen könnten.
Bitcoin-ColdCard-Wallet-Exploit breitet sich auf 4.585 Adressen aus – Verluste nähern sich 90 Millionen Dollar

Die Verluste im Zusammenhang mit der Schwachstelle in der ColdCard-Hardwarewallet haben knapp 89 Millionen Dollar erreicht. Die Angreifer haben die Kampagne auf 4.585 Bitcoin-Adressen über drei koordinierte Diebstahlwellen ausgeweitet, wie Galaxy Research mitteilt.

Die jüngste Abbuchung erhöhte die insgesamt gestohlene Summe auf 1.367 BTC – ein Anstieg gegenüber den etwa 1.083 BTC (70 Millionen Dollar), die noch einen Tag zuvor gemeldet worden waren.

Der Angriff trat erstmals am 30. Juli auf, als Hacker rund 594 BTC aus knapp 500 Wallets abzogen, was zunächst als Einzelfall erschien. Innerhalb von Stunden kompromittierte eine deutlich größere zweite Welle mehr als 1.196 Wallets und trieb die kumulativen Verluste über 70 Millionen Dollar. Diese zweite Welle offenbarte, dass der Angriff auf Wallets abzielt, die mit anfälligen Versionen der ColdCard-Firmware erstellt worden waren, und nicht auf die physischen Geräte selbst.

Eine neu identifizierte dritte Welle zeigt, dass die Kampagne weiterhin aktiv ist und sich weiterentwickelt. Im Gegensatz zu den früheren Angriffen, bei denen die gestohlenen Bitcoins in einer kleinen Anzahl von Sammel-Wallets zusammengeführt wurden, leitet die aktuelle Operation die Gelder jedes Opfers an separate Zieladressen weiter, die in Pay-to-Witness-Script-Hash-Ausgaben (P2WSH) gespeichert werden. Forscher weisen darauf hin, dass dieser anspruchsvollere Ansatz die Blockchain-Analyse erschweren könnte.

Den Forschern zufolge hat die Schwachstelle ihren Ursprung in einer Firmware-Build-Konfiguration, die bewirkte, dass betroffene ColdCard-Geräte Wallet-Seeds anhand vorhersagbarer Hardware-Werte generierten, anstatt den dedizierten Hardware-Zufallszahlengenerator des Geräts zu verwenden. Hardwarewallets sind auf qualitativ hochwertige Entropie aus diesen Generatoren angewiesen, um sicherzustellen, dass private Schlüssel von Dritten weder erraten noch reproduziert werden können. Da jeder private Bitcoin-Schlüssel von diesem Seed abgeleitet wird, können Angreifer, die diesen reproduzieren, dasselbe Wallet ableiten und die Gelder abziehen, ohne das Gerät physisch zu berühren.

Der Vorfall zählt zu den größten Angriffen, die jemals gegen die Bitcoin-Eigenverwahrung mittels kryptografischer Schlüsselgenerierung gerichtet waren – im Gegensatz zu Malware, Phishing oder Börsen-Hacks. ColdCard, hergestellt von Coinkite, ist eine weit verbreitete Hardwarewallet unter Bitcoin-Nutzern, die Eigenverwahrung praktizieren – also ihre eigenen privaten Schlüssel verwalten, anstatt ihre Gelder Börsen anzuvertrauen. Der Exploit hat eine besondere Lieferketten-Risiko offengelegt: Nutzer, die ihre Offline-Wallets jahrelang sicher aufbewahrt hatten, blieben gefährdet, wenn diese Wallets ursprünglich mit der betroffenen Firmware erstellt worden waren – selbst wenn das Gerät inzwischen aktualisiert wurde.

Galaxy Research warnt, dass die steigende Anzahl betroffener Adressen darauf hindeutet, dass Angreifer weiterhin neue gefährdete Wallets identifizieren. Das bedeutet, dass die Gesamtverluste weiter steigen könnten, sobald zusätzliche schwache Seeds rekonstruiert und ausgenutzt werden.