Krypto-Führungskräfte drängen das Weiße Haus, den CLARITY Act zu entsperren
Wichtige Erkenntnisse
- •Coinbase-CEO Brian Armstrong und Ripple-CEO Brad Garlinghouse trafen sich mit US-Handelsminister Howard Lutnick, um über den festgefahrenen CLARITY Act zu sprechen.
- •Eine verbliebene Ethik-Klausel im Gesetzentwurf ist zum Haupthindernis für das Vorankommen der Kryptomarktstruktur-Gesetzgebung geworden.
- •Präsident Donald Trump hat den Entwurf öffentlich unterstützt und den Kongress zu seiner Verabschiedung aufgerufen, doch ein endgültiger Kompromiss wurde nicht erzielt.
- •Der CLARITY Act soll einen klareren bundesweiten Rahmen für Kryptomärkte schaffen und die regulatorischen Zuständigkeiten eindeutiger aufteilen.
- •Wird der Ethik-Streit nicht gelöst, dürfte die Unsicherheit in Bezug auf Kryptoregulierung, Compliance und institutionelle Beteiligung anhalten.

Führungskräfte von Coinbase und Ripple haben ihre Kampagne für eine US-Kryptoregulierung direkt nach Washington getragen. Im Zentrum des Stillstands steht eine einzelne ungelöste Formulierung zu ethischen Fragen im CLARITY Act, die sich zum zentralen Hindernis für das Vorankommen des Marktstruktur-Gesetzentwurfs entwickelt hat.
Coinbase-CEO Brian Armstrong und Ripple-CEO Brad Garlinghouse gehörten zu den Branchenvertretern, die Gespräche mit US-Handelsminister Howard Lutnick führten. Im Mittelpunkt stand die Frage, was das Weiße Haus tun könnte, um die parteiübergreifende Unterstützung für ein Gesetz zu bewahren, das trotz breiten Interesses an klareren Regeln für Märkte digitaler Vermögenswerte festgefahren ist.
Die eine Klausel, die den gesamten Gesetzentwurf blockiert
Der CLARITY Act zielt darauf ab, einen klarer definierten bundesweiten Rahmen für Kryptomärkte zu schaffen, einschließlich einer eindeutigeren Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen den Aufsichtsbehörden. Die verbliebenen Ethik-Regelungen des Entwurfs haben sich jedoch zu einem politisch heiklen Thema entwickelt. Das ist relevant, weil Marktstruktur-Gesetze oft an Schwung verlieren, wenn ein eng begrenzter Streitpunkt zum Stellvertreter für breitere parteipolitische Kontroversen wird – und Führungskräfte wie Politiker suchen noch immer nach Formulierungen, die beide Seiten zufriedenstellen können.
NEW: 🇺🇸 SEC Chair Paul Atkins at today's White House crypto meeting with President Trump: "The most important priority is for Congress to send the CLARITY Act to your desk for your signature. And the SEC is doing everything we can to support that work." pic.twitter.com/CDu7oAQud2 — Bitcoin.com News (@BitcoinNews) August 19, 2026
Präsident Donald Trump hat den Entwurf als parteiübergreifend bezeichnet und den Kongress zu seiner Verabschiedung aufgerufen, mit dem Hinweis, dass eine Einigung in der Ethikfrage möglicherweise in Reichweite sei. Die genauen Bedingungen eines möglichen Kompromisses wurden jedoch nicht konkretisiert, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass ein endgültiges legislatives Übereinkommen unmittelbar bevorsteht.
Die Treffen zeigen auch, dass die Regulierungsagenda der Kryptobranche heute gleichermaßen von politischen Verhandlungen geprägt wird wie von den eigentlichen sachpolitischen Fragen zur Klassifizierung von Token oder zur Aufsicht über Handelsplattformen. Für große, an die USA gebundene Unternehmen sind die Gespräche im Weißen Haus damit nicht nur als Zeichen des Engagements relevant, sondern auch als einer der wenigen sichtbaren Wege, das Gesetz am Leben zu erhalten.
Warum Armstrong & Garlinghouse mit am Tisch sitzen
Coinbase argumentiert seit langem, dass das Fehlen eines maßgeschneiderten Marktstruktur-Regimes Kryptounternehmen unter unsicheren Erwartungen hinsichtlich Durchsetzung und Registrierung arbeiten lässt. Ripple wiederum hat sich zu einer zunehmend markanten Stimme in der Debatte in Washington entwickelt, da regulatorische Entscheidungen sowohl sein Zahlungsgeschäft als auch das breitere XRP-Ökosystem betreffen.
Today’s message from @POTUS was clear: This Administration is committed to passing the Clarity Act — answering voters’ call for consistent rules for crypto. Regulators @SECPaulatkins and @chairmanselig are aligned, Congress has set a date, and the entire industry is ready to get… pic.twitter.com/iGfqbawSUE — Brian Armstrong (@brian_armstrong) August 20, 2026
Garlinghouse verwies kürzlich auf geschätzte 67 Millionen US-Krypto-Besitzer als Beleg dafür, dass die Branche eine Nischenzielgruppe längst hinter sich gelassen hat. Diese Wählerschaft mag den Druck für legislative Schritte erhöhen, löst aber nicht den politischen Streit, der den Gesetzentwurf derzeit umgibt.
The bullrun officially started today bros. Thank you Brad. pic.twitter.com/FZwKP8gMHh — Bird (@Bird_XRPL) August 19, 2026
Das Kernsignal ist nicht, dass der CLARITY Act sicher verabschiedet wird. Es ist vielmehr, dass große Kryptounternehmen inzwischen genug Bewegung in Washington sehen, um sich direkt an die Regierung zu wenden. Zeichnet sich ein Ethik-Kompromiss ab, könnte dies einen Gesetzentwurf wiederbeleben, den Branchenteilnehmer als wichtig für einen vorhersehbareren operativen Rahmen in den USA betrachten; andernfalls dürfte dieselbe Unsicherheit in Bezug auf Regulierung, Compliance und institutionelle Beteiligung fortbestehen.