Coinbase-CEO Brian Armstrong fordert den Senat auf, den CLARITY Act am 15. September zu verabschieden
Wichtige Erkenntnisse
- •Armstrong sagt, die Vereinigten Staaten seien ein „major outlier“, weil die meisten anderen G20-Staaten bereits Krypto-Regelwerke haben.
- •Der CLARITY Act würde die Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC abgrenzen und eine bundesweite Registrierung für Börsen, Broker und Token-Emittenten ermöglichen.
- •Der Gesetzentwurf soll ein durchsetzungsbasiertes Regime ersetzen, das laut Berichten Liquidität und Entwickler in Offshore-Märkte gedrängt hat.
- •Die Senatsabstimmung würde auf den GENIUS Act folgen, der Payment-Stablecoins reguliert, aber Fragen zur Token-Klassifizierung und zur Aufsicht über Handelsplätze offenließ.
- •Falls der Senat zustimmt, folgt die Ausarbeitung zwischen Repräsentantenhaus und Senat; ein Scheitern könnte die USA bei der Festlegung von Standards für digitale Vermögenswerte weiter zurückwerfen.

Coinbase-CEO Brian Armstrong erhöht den Druck auf die Behörden in Washington und fordert sie auf, anzuerkennen, dass die Vereinigten Staaten im Vergleich zu den anderen G20-Staaten ins Hintertreffen geraten sind, während die weltweite Regulierung von Kryptowährungen weiter voranschreitet.
Viele G20-Länder haben bereits eine Aufsicht über den Kassahandel etabliert — die Europäische Union arbeitet seit dem vollständigen Inkrafttreten des Rahmens Ende 2024 unter der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) — und das Vereinigte Königreich hat erst vor wenigen Monaten seine eigene umfassende Regulierung verabschiedet. Armstrong hat die Vereinigten Staaten als einen „major outlier“ bei der Krypto-Regulierung bezeichnet und darauf hingewiesen, dass die meisten G20-Staaten bereits über regulatorische Rahmenwerke verfügen. Vor diesem Hintergrund fordert er den Senat auf, den CLARITY Act am 15. September zu verabschieden.
Ein politischer Moment in Washington
Der CLARITY Act on Digital Markets würde die jeweiligen Zuständigkeitsgrenzen der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) festlegen. Außerdem würde er es Börsen, Brokern und Token-Emittenten ermöglichen, sich auf Bundesebene registrieren zu lassen.
🚨 BREAKING: 🇺🇸 Coinbase CEO Brian Armstrong says the U.S. is a “major outlier” on crypto regulation as most G20 nations already have frameworks in place. Armstrong is urging the Senate to pass the CLARITY Act on September 15, saying the U.S. needs clear rules to stay… pic.twitter.com/6OFItsyc2S — THC Humor 💹🧲 (@THChumor) August 23, 2026
Der vorgeschlagene Gesetzentwurf soll das durchsetzungsbasierte Modell beenden, das Liquidität und Entwickler dazu veranlasst hat, in attraktivere Offshore-Jurisdiktionen mit klaren Compliance-Richtlinien abzuwandern. Dieses Modell zeigte sich auch in der SEC-Klage gegen Coinbase selbst aus Juni 2023 wegen nicht registrierten Handels; die Behörde beantragte später die Abweisung des Falls. Die Abstimmung im Senat folgt zudem auf den GENIUS Act, das im Juli 2025 unterzeichnete bundesweite Stablecoin-Gesetz, das Regeln für Payment-Stablecoins festlegte und die Fragen zur Token-Klassifizierung sowie zur Aufsicht über Handelsplätze offenließ — genau diese Fragen soll der CLARITY Act beantworten.
UK als Vorbild, die USA an einem Scheideweg
Unsicherheit ist das größte Hindernis für die Ausweitung des US-Marktes, eine Sorge, die von institutionellen Investoren, ETF-Emittenten, Stablecoin-Anbietern wie Circle und Tether sowie Layer-1-Ökosystemen wie Ethereum und Solana genannt wird. Quelle: Bloomberg Coinbase, die größte US-Kryptobörse, rutschte im Mai in die Verlustzone und verzeichnete erneut einen Umsatzrückgang, wie derselbe Bericht festhielt.
Nach Angaben von CoinMarketCap verliert der US-Markt seit 2022 an globalem Anteil. Klar definierte Regeln könnten es Banken ermöglichen, digitale Vermögenswerte zu verwahren und On-Chain-Abwicklungen zu ermöglichen, während zugleich Vermögensverwalter wie BlackRock und Fidelity am System teilnehmen könnten.
Warum Klarheit jetzt wichtig ist
Im Vereinigten Königreich bietet die Regulierung unter dem Financial Services and Markets Act — die die Verantwortung für die Krypto-Regulierung der Financial Conduct Authority (FCA) zuweist — ein alternatives Modell zum von Coinbase kritisierten US-Ansatz: eines, das Verbraucher schützt und zugleich innovative Lösungen weiterentwickeln lässt. Quelle: Reuters
Wenn der CLARITY Act am 15. September den Senat passiert, richtet sich die Aufmerksamkeit anschließend auf den Ausgleich zwischen Repräsentantenhaus und Senat sowie auf die Umsetzung des Gesetzes bis 2026; das Repräsentantenhaus hat seine Fassung des Gesetzentwurfs im Juli 2025 mit parteiübergreifender Mehrheit von 294 zu 134 Stimmen verabschiedet, weshalb als nächster Schritt eher eine Einigung zwischen den Kammern als eine erneute Abstimmung im Repräsentantenhaus anstünde. Sollte das Vorhaben scheitern, könnte die USA zurückbleiben, während andere Regionen weltweit Standards für digitale Vermögenswerte definieren und setzen.