NachrichtenKryptoArbeitspapier der Federal Reserve Bank of Cleveland: Positive Krypto-Renditen ziehen neue Teilnehmer an und treiben die Kurse weiter nach oben

Arbeitspapier der Federal Reserve Bank of Cleveland: Positive Krypto-Renditen ziehen neue Teilnehmer an und treiben die Kurse weiter nach oben

Autor: BitcoinKE·

Wichtige Erkenntnisse

  • Teilnehmer der Umfrage, denen Bitcoins Kursgewinn von 14,3 % über zwölf Monate gezeigt wurde, gaben anschließend mit etwa 2,4 Prozentpunkten höherer Wahrscheinlichkeit an, Kryptowährungen zu besitzen – ein Anstieg von rund 23 % gegenüber der Besitzquote von 11 % vor dem Experiment.
  • Die Konfrontation mit Bitcoins Entwicklung erhöhte die gewünschte Krypto-Allokation um rund 2 Prozentpunkte gegenüber dem Durchschnitt von 4,3 % in der Kontrollgruppe, wobei ein Großteil des Anstiegs zu Lasten von Bargeld und Bankeinlagen ging.
  • Befragte, die über Bitcoins Kursgewinne informiert wurden, erhöhten ihre erwarteten Krypto-Renditen für das Folgejahr um 3,2 Prozentpunkte; am stärksten war der Effekt bei denjenigen, die Kryptowährungen gemieden hatten, weil sie sich nicht ausreichend informiert fühlten.
  • Die Studie umfasste 5.352 Befragte im Zeitraum vom zweiten bis vierten Quartal 2025 und basierte auf selbstberichtetem Kryptobesitz statt auf tatsächlichen Transaktionsdaten von Börsen oder Brokern.
  • Als Arbeitspapier einer Federal Reserve Bank ist die Analyse vorläufig, wird zur Anregung der Diskussion verbreitet und stellt keine offiziellen Positionen der Federal Reserve dar.
Arbeitspapier der Federal Reserve Bank of Cleveland: Positive Krypto-Renditen ziehen neue Teilnehmer an und treiben die Kurse weiter nach oben

Ein Arbeitspapier der Federal Reserve Bank of Cleveland liefert experimentelle Belege dafür, dass Bitcoin-Kursgewinne neue Anleger zum Einstieg in den Kryptowährungsmarkt bewegen können, und verweist auf eine Rückkopplungsschleife, in der steigende Preise zusätzliche Nachfrage erzeugen.

Die Studie, „Do You Even Crypto, Bro? Kryptowährungen in der Haushaltsfinanz“, untersuchte, wie Haushalte auf Informationen über Krypto-Renditen reagieren. Die Forscher setzten die Teilnehmer einer Umfrage aus dem Jahr 2025 nach dem Zufallsprinzip mit Informationen über Bitcoin, den S&P 500, GameStop oder den Inflationsausblick der Fed aus. Wie bei anderen Arbeitspapieren der Reserve Banks ist die Analyse vorläufig und wird zur Anregung der Diskussion verbreitet, sodass die Ergebnisse keine offiziellen Positionen der Federal Reserve darstellen.

Teilnehmer, denen gezeigt wurde, dass Bitcoin in den vorangegangenen zwölf Monaten um 14,3 % zugelegt hatte, gaben in einer Nachbefragung mit etwa 2,4 Prozentpunkten höherer Wahrscheinlichkeit an, Kryptowährungen zu besitzen – ein Anstieg von rund 23 % gegenüber der vor dem Experiment erfassten Besitzquote von 11 %. Ein ähnlicher Effekt zeigte sich bei Teilnehmern, denen ein Bitcoin-Kurschart gezeigt wurde.

Die Konfrontation mit Bitcoins Kursgewinnen erhöhte zudem die von den Befragten gewünschte Krypto-Allokation um etwa 2 Prozentpunkte gegenüber dem Durchschnitt von 4,3 % in der Kontrollgruppe. Ein großer Teil dieser Allokation ging zu Lasten von Bargeld und Bankeinlagen. Die Frage, wie Haushalte auf vergangene Renditen reagieren, hat inzwischen praktisches Gewicht, da Krypto-Engagements über normale Wertpapierdepots zugänglich sind, nachdem die US-Aufsichtsbehörden im Januar 2024 Spot-Bitcoin-ETFs zugelassen hatten.

Auch die Erwartungen verschoben sich. Befragte, denen Bitcoins positive Entwicklung gezeigt wurde, erhöhten ihre erwarteten Krypto-Renditen für das folgende Jahr um 3,2 Prozentpunkte, während die Kurschart-Behandlung die Erwartungen um 1,2 Punkte anhob. Am stärksten war der Effekt bei Befragten, die angaben, Kryptowährungen gemieden zu haben, weil ihnen ausreichendes Wissen darüber fehlte.

Nach Angaben der Forscher deuten die Ergebnisse auf eine mögliche Rückkopplungsschleife in spekulativen Märkten hin: Steigende Preise ziehen neue Teilnehmer an, was weitere Nachfrage erzeugen und die Kurse noch höher treiben kann.

„Positive Renditen ziehen neue Teilnehmer an, was den Kurs weiter nach oben treibt“, schrieben die Autoren und fügten hinzu, dass Anleger vergangene Gewinne offenbar eher extrapolierten als eine Rückkehr der Kurse zu ihrem historischen Mittelwert zu erwarten. Diese Extrapolationstendenz deckt sich mit einem breiteren Befund der Forschung zur Haushaltsfinanz, wonach persönlich erlebte Renditen – mehr als langfristige Durchschnittswerte – die Risikobereitschaft von Haushalten prägen.

Die Studie umfasste 5.352 Befragte im Zeitraum vom zweiten bis vierten Quartal 2025 und maß selbstberichteten Kryptobesitz statt tatsächlicher Transaktionsdaten. Für künftige Forschung bleibt offen, ob der berichtete Einstieg in realen Daten von Börsen und Brokern sichtbar wird.

Das Ergebnis liefert eine datengestützte Erklärung dafür, warum starke Bitcoin-Rallyes sich selbst verstärken können, und macht zugleich auf das Risiko aufmerksam, dass steigende Erwartungen – statt Fundamentaldaten – spekulative Blasen befeuern können.