NachrichtenKrypto1inch warnt: Verzögerung des CLARITY Act verlängert regulatorische Unsicherheit im DeFi-Bereich

1inch warnt: Verzögerung des CLARITY Act verlängert regulatorische Unsicherheit im DeFi-Bereich

Autor: Tron Weekly·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der US-Senat hat den CLARITY Act bis September vertagt, wobei eine entscheidende Cloture-Abstimmung für den 15. September geplant ist, die 60 Stimmen erfordert.
  • Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, einen bundesweiten Marktstruktur-Rahmen für digitale Vermögenswerte zu schaffen, indem die Zuständigkeitsgrenzen zwischen SEC und CFTC geklärt werden.
  • Die aktuelle Version enthält Bestimmungen, die Non-Custodial-Softwareentwickler von Finanzintermediären unterscheiden, obwohl Senatsänderungen den Umfang einiger Schutzbestimmungen reduziert haben.
  • Coinbase hat seine Unterstützung für den Gesetzentwurf aufgrund von Bedenken zurückgezogen, dass bestimmte Bestimmungen der DeFi-Branche schaden könnten.
  • Maylea Ma, Senior Legal Counsel bei 1inch, argumentiert, dass ein unvollkommener gesetzlicher Rahmen dennoch mehr regulatorische Klarheit bieten würde als das gegenwärtige System aus Behördenauslegung und Vollziehungsmaßnahmen.
1inch warnt: Verzögerung des CLARITY Act verlängert regulatorische Unsicherheit im DeFi-Bereich

Der US-Senat hat den CLARITY Act bis September vertagt und damit die regulatorische Unsicherheit für den Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) verlängert, so eine Analyse von 1inch. Der Gesetzentwurf, offiziell als CLARITY Act bezeichnet, ist Teil einer umfassenderen Kongress-Initiative zur Schaffung eines bundesweiten Marktstruktur-Rahmens für digitale Vermögenswerte, einschließlich klarerer Zuständigkeitsgrenzen zwischen der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Entwickler von Non-Custodial-Protokollen und Anbieter von Self-Custody-Diensten bleiben im Mittelpunkt der laufenden Senatsdebatte über die Krypto-Marktstruktur-Gesetzgebung.

Maylea Ma, Senior Legal Counsel bei 1inch, überprüfte den Entwurf der Marktstruktur-Gesetzgebung in einem X-Beitrag am Dienstag und konzentrierte sich auf Bestimmungen, die Softwareentwickler, Nutzer von Non-Custodial-Anwendungen und Personen, die die Kontrolle über ihre eigenen Gelder behalten, betreffen würden.

The US Senate has pushed the CLARITY Act to September, and the window for crypto market-structure law this year is narrowing. 1inch Senior Legal Counsel Maylea Ma on why an imperfect but protective framework still beats regulatory uncertainty: — 1inch (@1inch) August 11, 2026

Wie der CLARITY Act DeFi-Entwickler schützen könnte

Ma bezeichnete die Gesetzgebung nicht als fehlerfrei. Sie stellte die Frage, ob ein unvollkommenes Bundesrahmenwerk dennoch mehr Klarheit bieten könnte als der Status quo – ein Status quo, in dem DeFi-Entwickler unter der Bedrohung durch SEC-Vollziehungsmaßnahmen ohne maßgeschneiderte gesetzliche Leitlinien operiert haben. Die aktuelle Version des CLARITY Act enthält Schutzbestimmungen für Non-Custodial-Softwareentwickler, bemerkte sie.

Ma hob Bestimmungen im Zusammenhang mit dem Blockchain Regulatory Certainty Act (BRCA) sowie regulatorische Ausnahmeregelungen für Softwareentwicklung und Self-Custody hervor. Diese Bestimmungen unterscheiden Non-Custodial-Anwendungen von Finanzintermediären – eine Unterscheidung, die für DeFi-Dienste, die keine Nutzergelder besitzen oder kontrollieren, von entscheidender Bedeutung ist. Bei Non-Custodial-Software ermöglicht der Code der Nutzer direkte Transaktionen, während die Vermögenswerte unter der eigenen Kontrolle des Nutzers verbleiben. Diese rechtliche Differenzierung könnte sich erheblich auf die Pflichten auswirken, die Dienstleistern auferlegt werden.

Allerdings wies Ma darauf hin, dass bisherige Senatsdiskussionen über Änderungsanträge den Umfang einiger dieser Schutzbestimmungen reduziert haben. Sie betonte, dass der endgültige Wortlaut von erheblicher Bedeutung sein wird, wenn die Verhandlungen weitergehen. Für 1inch muss der CLARITY Act eine klare Grenze zwischen Softwareentwicklern und Finanzintermediären wahren.

Die zentrale Frage ist, ob Non-Custodial-Code denselben regulatorischen Pflichten unterliegen sollte wie Unternehmen, die Kundenvermögen verwahren – eine Fragestellung, die an Dringlichkeit gewonnen hat, seit die SEC in den letzten Jahren Vollziehungsmaßnahmen gegen mehrere DeFi-bezogene Einrichtungen eingeleitet hat.

Warum die Cloture-Abstimmung am 15. September wichtig ist

Ma argumentierte, dass ein unvollkommener Gesetzentwurf dennoch dem Fehlen von Gesetzgebung vorzuziehen sein könnte. Die Ablehnung des Gesetzentwurfs würde keine bessere Alternative garantieren; die Branche könnte weiterhin durch administrative Auslegungen und Vollziehungsentscheidungen statt durch einen klaren gesetzlichen Rahmen reguliert werden.

1inch hat jedoch nicht jede Version des CLARITY Act unterstützt. Ma verwies auf den Rückzug der Unterstützung seitens Coinbase für den Gesetzentwurf, was Bedenken widerspiegelt, dass bestimmte Bestimmungen der DeFi-Branche schaden könnten.

Der nächste wichtige Meilenstein ist die Cloture-Abstimmung am 15. September im Senat. Der Gesetzentwurf benötigt 60 Stimmen, um voranzukommen, was parteübergreifende Unterstützung unerlässlich macht. Weitere Verzögerungen bleiben auch nach einer erfolgreichen Cloture-Abstimmung möglich, und da sich der Legislativkalender im Laufe des Jahres verdichtet, schließt sich das Zeitfenster für eine endgültige Verabschiedung im Jahr 2026 weiter.

Nach Ma ist das Ergebnis differenzierter als die einfache Einschätzung, ob der CLARITY Act positiv oder negativ für DeFi ist. Die endgültige Version, so betonte sie, sollte echten Schutz für die Non-Custodial-Entwicklung bieten und mehr regulatorische Klarheit schaffen als das gegenwärtige System aus Behördenauslegung und Vollziehungsmaßnahmen.